1.9.2005

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Bad Homburg: Verkehrschaos bei Laternenfest?
Bad Homburg. Mit einem großen Besucheransturm rechnen die Veranstalter des Laternenfests für das kommende Wochenende. Doch was eigentlich erfreulich ist, könnte sich im Jubiläumsjahr als ausgesprochen problematisch erweisen: Wegen einer kürzlich geänderten Verkehrsführung und diversen Sperrungen können Anwohner aus mehreren Straßen der Innenstadt nur durch ein Nadelöhr zu ihren Häusern gelangen. Dabei müssen sich die Autos einen Weg durch die Menschenmassen bahnen. Seite 13

 
Autos zwischen Menschenmassen
Bad Homburg. Als hätte die neue Verkehrsregelung in der Wallstraße und in der oberen Elisabethenstraße nicht schon für genug Unmut bei vielen betroffenen Anwohnern am Rande der Altstadt gesorgt: Zum Laternenfest, das morgen beginnt, drohen ganz besonders knifflige Verhältnisse für Autofahrer.

Zur Erinnerung: Beim vergangenen Laternenfest galt noch die Verkehrsregelung, dass man von der Obergasse in die Elisabethenstraße einbiegen konnte; und die Wallstraße war Einbahnstraße in Richtung Schulberg. Doch dann kam die besagte Änderung, mit der vor allem der Parksuchverkehr eingedämmt werden sollte: Sowohl in der Wallstraße als auch im oberen Teilstück der Elisabethenstraße wurde die Einbahnstraßen-Richtung gedreht. Anwohner, die nun zum Beispiel aus Richtung Kaiser-Friedrich-Promenade in den Bereich Wallstraße/ Haingasse fahren wollen, müssen seitdem einen Umweg über die Dietigheimer Straße, die Ritter-von-Marx-Brücke und den Schulberg in Kauf nehmen. Doch wie soll das beim Laternenfest funktionieren, wenn Dietigheimer Straße und Ritter-von-Marx-Brücke gesperrt sind, weil sie zur Festmeile gehören?
Die Stadt hat sich entschlossen, den Anwohnerverkehr durch die Obergasse, die Rathausstraße und den Schulberg umzuleiten. «Über den Schulberg?», fragte eine TZ-Leserin aus der Haingasse erstaunt, «da sind beim Laternenfest doch Menschenmassen unterwegs – wie soll ich da durchkommen?» Ihrer Meinung nach wäre es sinnvoller gewesen, während des Laternenfests zur alten Verkehrsregelung im Bereich Wallstraße zurückzukehren.

Stadt-Pressesprecher Andreas Möring sieht das anders: «Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es mehr Gefahren birgt, als dass es Nutzen bringt, wenn man für nur wenige Tage eine bestehende Verkehrsregelung aufhebt.» Die bereits vom heutigen Donnerstag an gültige Umleitung sieht Möring aber auch gar nicht als so problematisch an: «Tagsüber gibt es sowieso keine Schwierigkeiten, und abends betrifft es nur wenige Autofahrer.» Zugleich kündigt er aber an, dass die Mitarbeiter des Ordnungsamtes diesen Bereich besonders im Blick haben werden.

Und noch einmal zur oberen Elisabethenstraße, die ja ebenfalls nur über den Schulberg zu erreichen ist: Könnte nicht zumindest der untere Einbahnstraßenbereich der Haingasse geöffnet werden, damit Autofahrer von der Promenade gleich in die Elisabethenstraße kommen? Möring nennt Gegenargumente: «Das wäre in Sachen Markierung und Beschilderung ein enormer Aufwand.» Denn es müsste ja auch sichergestellt werden, dass Autofahrer, die aus der Haingasse nach links in die Promenade einbiegen wollen, sich plötzlich rechts einzuordnen haben. Und man würde viele auswärtige Autofahrer unnötigerweise in den engsten Festbereich locken.

Das Wochenende wird zeigen, ob das Nadelöhr Schulberg als Umleitungsstrecke eine gute Idee ist. (os)