13.8.2005

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Taunus Zeitung 13.8.2005
Der Laternenfestverein, das Ende der Monarchie und besänftigte Kritiker
Bad Homburg. Die Monarchie wurde in Bad Homburg erst 1973 mit demokratischen Zügen versehen. Damals wurde mit Eva-Maria I. erstmalig eine Laternenkönigin gewählt und nicht vom Kronrat bestimmt. Doch das war nicht die einzige einschneidende Änderung des Jahres. Denn 1973 zeichnete zum ersten Mal der Laternenfestverein für die Organisation des Volksfestes verantwortlich – und man hatte ehrgeizige Ziele.
Auf Grund von Reibereien mit der Stadt – nachdem auf dem Platz vor dem Bahnhof nicht mehr gefeiert werden durfte, stand kein geeigneter Festplatz zur Verfügung – warfen die Verantwortlichen des Kur- und Verkehrsvereins entnervt das Handtuch. Doch eine gute Hand voll Homburger wollte sich nicht damit abfinden, dass das Laternenfest eine Pause einlegen sollte. Kurzerhand fand man sich zum Laternenfestverein zusammen. Federführend waren in diesen ersten Jahren der ehemalige Stadtverordnetenvorsteher Harald Fechtner, Wolfgang Hof, der dem Verein 25 Jahre vorstehen sollte, und der aktuelle Parlamentsvorsitzende Franz-Josef Ament.

«Wir wollten einiges anders machen», erinnerte sich Fechtner gestern auf der Pressekonferenz des Laternenfestvereins. Vor allem sollte das Fest wieder zurück in die Innenstadt geführt werden. Kein einfaches Unterfangen, galt es doch zahlreiche Kritiker zu überzeugen. Ein «dörflicher Rummel» wurde befürchtete. Etliche Vereine waren unschlüssig, ob man sich den «Neuen» anschließen sollte.
Doch Fechntner, Hof und Ament ließen nicht locker – und lagen richtig. Mit viel Engagement und einem «beknackten Plakat» (O-Ton Wolfgang Hof, Foto rechts) wurde das Laternenfest 1973 – «Wie war es doch so schön», lautete das Motto – mit rund 250 000 Besuchern zu einem Erfolg und damit zur Grundlage für alle folgenden Feste. Damals wurde beispielsweise das Kinderfest an der Russischen Kirche aus der Taufe gehoben, das es in dieser Form auch heute noch gibt. (col)