13.8.2005

  Zurück

Taunus Zeitung 13.8.2005
Ein neuer Look fürs Laternenfest
Von Marc Kolbe
Bad Homburg. Man muss es lieben oder hassen – aber gleichgültig steht ihm seit 70 Jahren niemand gegen- über. Die Rede ist vom Laternenfest. Am ersten Septemberwochenende ist es wieder so weit: Ein Teil der Bad Homburger wird zwischen dem 2. und 5. September in einen Kurzurlaub flüchten, die anderen – und die werden wohl die Mehrheit ausmachen – freuen sich schon darauf wie auf Weihnachten. Und pünktlich zur Jubiläums-Veranstaltung haben die Organisatoren dem Fest einen neuen Look verpasst.
Ein wenig aktiver und lebendiger kommt das Plakat daher, hat sich aber nicht völlig von seinen Wurzeln gelöst. «Ich wollte das Rad nicht neu erfinden, habe deswegen an dem blauen Grundton und der Laterne festgehalten», erklärt Schöpfer Klaus Getreu, Grafiker aus Oberursel. Aber das bisherige Motiv war ihm, der übrigens auch die Plakate für die Homburger Sauberkeits-Kampagne entworfen hat (wir berichteten), etwas zu still. Jetzt sorgt ein buntes Feuerwerk in und um die Laterne für Dynamik.
Und damit hat Getreu auch die Verantwortlichen des Laternenfestvereins überzeugt. Vorsitzende Kirsten Ohlrogge hatte gestern eigens zur Pressekonferenz geladen, um das gute Stück zu präsentieren. «Das alte von Wilfried Boese entworfene Plakat hatten wir 20 Jahre, ich denke, das neue wird jetzt auch 20 Jahre im Einsatz sein.» Insgesamt 400 Plakate hat der Laternenfestverein drucken lassen, die in Bad Homburg, den umliegenden Gemeinden und in Geschäften aushängen werden.
Doch es gab noch mehr zu berichten. So hatte die Vorsitzende die druckfrische Ausgabe der Festschrift im Gepäck. Diese umfasst – wegen des umfangreichen historischen Teils – diesmal satte 64 Seiten. Außer dem historischen Überblick finden sich in der Broschüre natürlich das gesammelte Festgeschehen und viele alte Bilder. Zum Beispiel aus Zeiten, da Jungs noch in Knickerbockern und Kniestrümpfen auf den Umzug gegangen sind. Die Festschrift wird im Rathaus, bei der Tourist Info + Service im Kurhaus und in vielen Geschäften ausgelegt.
Apropos Jungs und Mädchen: Der Rathausplatz soll sich in diesem Jahr endlich und endgültig als Feiermeile der Jugend etablieren. So soll es hinter dem Rathaus außer einem umfangreichen Musikprogramm diesmal auch einige Fahrgeschäfte geben. Und damit sich die Jugendlichen am Rathaus nicht wie in die Diaspora abgeschoben fühlen, hat sich die Stadt bemüht, die untere Louisenstraße wieder mit Buden und Bierwagen zu bestücken. «Und das ist uns auch gelungen», konnte Stadtrat Egon Backhus (FHW) berichten, «die Achse vom Rathaus, übers Kurhaus bis zum Heuchelbach steht.»
Ein Verdienst von Egon Backhus, lobten die Mitglieder des Laternenfestvereins. Der ehrenamtliche Stadtrat habe in der Verwaltung die Laternen wieder zum Glimmen gebracht – und wer weiß, vielleicht wird die Fraktion derer, die zum Laternenfest in den Urlaub fahren, wieder ein wenig kleiner.