22.4.2005

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Ein Energiebündel auf dem Thron
Von Sabine Münstermann
Bad Homburg. Noch ist sie nicht im Amt, aber heute Abend hat sie ihre erste «Lagebesprechung» und zu der wird sie doch tatsächlich gleich zu spät kommen. Die Rede ist von Antonia Otto, der neuen Laternenkönigin. Kaum Regentin und schon zu spät? Die Sache ist nicht ganz so ernst, wie sie scheint: «Ich habe doch erst noch einen Auftritt mit der HUS-Big-Band in der Englischen Kirche und wurde vom Laternenfestverein entschuldigt, später kommen zu dürfen», sagt Antonia I. und plaudert dann munter weiter: «Ich kann es immer noch nicht glauben. Ich bin noch ganz durcheinander. Was wollten Sie noch wissen? Habe ich schon gesagt, dass. . .?» – Antonia Otto ist offensichtlich vor Freude ganz aus dem Häuschen, lacht ständig und weiß gar nicht wohin mit ihrer Energie.
«Und genau diese Aktivität, dieser Tatendrang und dieses Lachen waren ausschlaggebend dafür, dass wir uns unter 13 Bewerberinnen für Antonia entschieden haben», sagt die Vorsitzende des Laternenfestvereins, Kirsten Ohlrogge.
Antonia sei «erfrischend und spontan, spritzig, peppig, ein kleines bisschen frech, ganz natürlich und vor allem ständig am Lachen», erklärt Ohlrogge. Und: Antonia sei sehr kontaktfreudig.
Das beweist auch die Vielzahl ihrer Hobbys: Die Humboldtschülerin spielt nämlich nicht nur in der HUS-Big-Band Saxofon, sie ist auch aktives Redaktionsmitglied der HUS-Schülerzeitung, schwimmt, zeichnet und reist gerne durch die Weltgeschichte und «quatscht gerne und viel – am liebsten in allen möglichen Sprachen», wie Antonia selbst von sich sagt. Und besagte «alle möglichen Sprachen» – das sind neben ihrer Muttersprache immerhin auch Englisch, Französisch und Italienisch. Bei so viel Tatendrang wird die 18-Jährige – im Juli wird sie 19 Jahre alt – mit dem knackigen, rund 40 Termine für die Laternenkönigin umfassenden Programm wohl kaum ein Problem haben. «Ich hab’s gerne, wenn viel los ist», sagt sie.
Besonders freue sie sich darauf, «Bad Homburg etwas von dem zurückzugeben, was ich jahrelang von dieser Stadt bekommen habe – nämlich Freude, Geborgenheit und Glück». Denn sie sei fest davon überzeugt, dass es ein Glück sei, «in einer Stadt wie der unseren aufwachsen zu dürfen». Und deswegen hoffe sie, «dass alle Besucher des Laternenfestes genauso viel Spaß haben werden, wie ich hoffe zu haben».
Dass sie – nach der Inthronisation am 27. August – während des Laternenfestes (2. bis 5. September) die Stadt «regieren darf», ist für Antonia «die Erfüllung eines lang gehegten Wunschtraumes». Sie habe bisher «so gut wie kein Laternenfest verpasst». Das sei allerdings auch «technisch so gut wie unmöglich gewesen», denn «ich wohne mit meinen Eltern und meinen beiden Geschwistern in der Höhestraße – und dort fährt der Festzug direkt an unserer Haustür vorbei», sagt Antonia lachend und fügt dann hinzu, dass für sie und ihre Familie daher auch Jahr für Jahr klar gewesen sei, dass beim Laternenfest kräftig mitgefeiert wird.
Von dieser «geographischen Verbundenheit» einmal abgesehen, verbindet Antonia mit dem Heimatfest aber noch eine gehörige Portion Romantik. Der Grund: «Meine Eltern haben sich auf dem Laternenfest kennen gelernt, ist das nicht herrlich?»