29.8.2005

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Alle Augen auf Antonia: Es lebe die Königin!
Von Johannes Himmelreich

Bad Homburg. Der einen Freud, der anderen Leid: Während Antonia I. am Samstagvormittag mit der Sonne um die Wette strahlte, als sie vor den Augen hunderter Schaulustiger auf dem Kurhausplatz zur neuen Laternenkönigin gekrönt wurde, kam bei ihrer Vorgängerin Katja II. durchaus etwas Wehmut auf. Es sei für sie ein «unvergessliches Jahr» gewesen, sagte die scheidende Regentin in ihrer Abschiedsrede: «Ich habe so viel erlebt, so viele Menschen kennen gelernt und ganz viele Eindrücke gesammelt, die mich ein Leben lang begleiten werden!» Wenn es Antonia I. also bis zum Samstag noch nicht gewusst haben sollte, welch tolles Amt sie da in den nächsten zwölf Monaten innehaben wird – so langsam dürfte es ihr klar geworden sein.
Bereits kurz vor 11 Uhr hatten sich zahlreiche Homburger vor dem Kurhaus eingefunden, um als Erste einen Blick auf die neue Laternenkönigin werfen zu können. Bevor es jedoch soweit war, bekamen sie ein buntes Programm präsentiert. Das Fanfarencorps Königstein 1966 – vor kurzem in Husum zum Europameister gekürt – trommelte kräftig noch weitere interessierte Besucher zusammen. Und: Die Mitglieder des Fanfarencorps marschierten nicht nur, sondern hüpften auch geradezu über den Kurhausvorplatz – «denn bei den Fanfarencorps geht es mehr und mehr ums Entertainment», wusste die Vorsitzende des Laternenfestvereins und Moderatorin Kirsten Ohlrogge zu berichten.

Echte Hingucker waren auch die farbenfrohen Stelzenläufer, die immer mehr Zuschauer von der Louisenstraße an die Bühne lockten. Auf der tanzten inzwischen die kleinen und großen Ballerinas. Die kleinen kamen aus der Ballettwerkstatt Schneider in Seulberg, die großen von der Tanzgruppe «Blue Angels» aus Wölfersheim.

Im Mittelpunkt standen aber natürlich die Laternenköniginnen. Bevor jedoch Antonia ankam, versammelten sich als Überraschungsgäste verschiedene ehemalige Königinnen auf der Bühne. Kirsten Ohlrogge hatte sie im Publikum gesichtet und auf die Bühne gebeten. «Ich erkenne sie alle wieder und weiß bei fast allen noch das Jahr der Regentschaft», lachte die Vorsitzende des Laternenfestvereins.

Aber nicht nur ehemalige sondern auch potenzielle zukünftige Königinnen hatten die Gelegenheit, sich vorzustellen. Und: Sie präsentieren sich sogar auch schon in der vollen Pracht einer echten Laternenkönigin. Sechs Mädchen haben nämlich bei einem einwöchigen Projekt im Gotischen Haus Königinnenkleider entworfen und dann selbst geschneidert. «Wir würden uns natürlich freuen, von euch in ein paar Jahren Bewerbungen zu bekommen», machte Ohlrogge ihnen Mut.

Dann rückte der große Moment immer näher. Katja II. verabschiedete sich und bedankte sich in ihren letzten Worten als Regentin bei ihren Untertanen und dem Laternenfestverein. Dann näherte sich auch schon die mit Spannung erwartete Kutsche: Jubelnd begrüßten die Homburger ihre am Kurhausplatz eintreffende, neue Königin. Kaum hatte Katja II. ihre Krone und das Zepter an Antonia I. übergeben, standen auch schon die ersten Kinder Schlange, um ein Autogramm zu bekommen. Zunächst waren jedoch die «Offiziellen» dran: Stadtverordnetenvorsteher Franz-Josef Ament und Oberbürgermeistern Dr. Ursula Jungherr (beide CDU) gratulierten der neuen Königin.

Danach gab es für die kleinsten der Untertanen kein Halten mehr. «Das ist es, worauf ich mich besonders freue», verriet Antonia I., «auf den Kontakt mit den Menschen, insbesondere den Kindern». Und die nutzen auch gleich die Gelegenheit, um einige Fragen an Antonia I. loszuwerden. «Ein Mädchen hat mich gefragt, ob ich im Schloss wohne», erzählte die neue Laternenkönigin später und schmunzelte.

Ein Portrait über Antonia I. lesen Sie morgen im nächsten Teil unserer großen TZ-Serie über das Bad Homburger Laternenfest im Doppel-Jubiläumsjahr