30.8.2005

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Vor der Bewerbung zur Laternenkönigin waren Überredungskünste gefragt
Von Annika Bruckner

Bad Homburg. Jedes junge Mädchen träumt davon, einmal im Leben Königin oder mindestens eine Prinzessin sein zu dürfen – ganz anders Antonia Otto. «An Fasching habe ich mich meistens als Cowboy oder Clown verkleidet», erinnert sich die heute 19-Jährige. Nein, eine Prinzessin zu sein, das sei ihr niemals in den Sinn gekommen.

Umso erstaunlicher, dass sie das Amt der Laternenkönigin 2005 übernimmt. Angesichts dieser «Vergangenheit» ist es wenig überraschend, dass Antonia auch nur über Umwegen zu diesem Amt gekommen ist. Ein Freund überredete die angehende Abiturientin dazu, sich zu bewerben. «Du hast das Talent dazu», sagte er immer wieder und ließ nicht locker, bis Antonia beschloss, den Schritt zu wagen. Als dann der Entschluss gefallen war, war es mit ihrem Zögern vorbei. «Wenn schon, dann aber auch richtig», sagte sie sich, als es darum ging, die Bewerbungsunterlagen auszufüllen. «Da habe ich mich richtig reingehängt und sehr lange dran gearbeitet», schildert sie. «Oh, ja», erinnert sich auch ihre jüngere Schwester Victoria, die für «Anton» die Rolle des Fotografen übernahm. «Wir waren den ganzen Tag im Kurpark unterwegs, um Bewerbungsbilder zu machen», berichtet Victoria lachend.
Doch das «Fotoshooting» hat sich gelohnt. Ende Mai bekam Antonia die freudige Nachricht mitgeteilt. Und noch immer – drei Monate später – findet sie es noch ein wenig «unrealistisch», was da alles mit ihr und um sie herum passiert. «Man kennt das zwar von Berichten aus den vorangegangenen Jahren, aber das geht auch alles so schnell», findet die junge Königin. Doch mittlerweile ist die Freude über ihr Amt riesengroß. «Das ist mal etwas anderes.» Man wird ja auch nicht alle Tage mit einem eigenen Fahrer von Termin zu Termin gefahren, bekommt ein tolles Kleid und Schuhe geschenkt und lernt so viele interessante Leute kennen. «Das ist schon nobel», räumt Antonia ein.

Doch das alles ist für Mutter Ulla kein Grund, ihre Tochter von den Pflichten der Hausarbeit zu entbinden. «Aber vielleicht mache ich am Laternenfest-Wochenende mal eine Ausnahme.» Dennoch solle sie sich nicht allzu sehr an diesen Luxus gewöhnen, mahnt sie schmunzelnd. Die ganze Familie steht hinter dem jungen Mädchen. Besonders Freund Jonny – ein neun Jahre alter Foxterrier – hat sich schon richtig an das «Im-Rampenlicht-Stehen» gewöhnt und weicht bei Bildaufnahmen nicht von Frauchens Seite.

Doch auch eine Königin hat mitunter mit alltäglichen Problemen zu kämpfen. Denn bei all den Hobbys, die sie neben der Schule betreibt, gerät sie schon mal in Zeitdruck. Ein Mal habe sie sich bei einem Termin verspätet, weil sie noch einen Auftritt mit der ,Big-Band‘ der Humboldtschule hatte, gesteht sie. Doch inzwischen habe sie alles gut im Griff. Ihren ersten offiziellen Auftritt bei Alt-Homburg meisterte sie ebenso souverän wie ihre Inthronisation am vergangenen Samstag (wir berichteten). Und die Bad Homburger haben wenig Zweifel, dass «ihre» Königin das Laternenfest am Freitag charmant eröffnen wird.