Presse 2001

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04.09.01 Taunus Zeitung
Falsch geparkt – Knöllchen für unsere Laternenkönigin

Von Sabine Münstermann
Bad Homburg. Keine Frage, wer falsch parkt, muss damit rechnen, ein Knöllchen zu bekommen. Aber muss man ausgerechnet unserer Laternenkönigin vor dem Bad Homburger Rathaus einen Strafzettel verpassen? Die „Majestätsbeleidigung“ ereignete sich gestern Vormittag, als Christine II. einen Termin mit dem Spitzentrio der Stadtverwaltung hatte – darunter die seit 1. September für die Ordnungspolizei zuständige Stadträtin Dr. Ursula Jungherr (CDU).
 
Die Fahrer Ihrer Lieblichkeit, Ralf Hübenthal und Heinrich-August Denfeld, hatten die beiden vom Friedrichsdorfer Autohaus Anton Pickert zur Verfügung gestellten Wagen der Marke Chrysler am Montag um 9.15 Uhr auf dem Seitenstreifen vor dem Rathaus abgestellt. Grund: Ihre Chefin hatte einen Termin mit Oberbürgermeister Reinhard Wolters (CDU), Dr. Ursula Jungherr und dem neuen Stadtrat Michael Korwisi (Grüne). Und während ChristineII. eine Stunde mit ihren Gastgebern plauderte, schrieb vermutlich eine Hilfspolizistin zwei Knöllchen.
 
„Das ist natürlich eine Ironie des Schicksals, dass wir ausgerechnet einen Termin mit der Ordnungsdezernentin haben, während uns zur gleichen Zeit einer ihrer Mitarbeiter einen Bußgeldbescheid ausstellt“, sagt die Vorsitzende des Laternenfestvereins, Kirsten Ohlrogge. „So etwas ist noch keiner Laternenkönigin passiert“, erklärt sie. Die beiden Fahrzeuge des königlichen Trosses hätten schließlich eigens zwei Sondernutzungsscheine, die deutlich sichtbar in den Wagen angebracht seien. „Natürlich versuchen unsere Fahrer, trotzdem immer so zu parken, dass sie den Verkehr nicht behindern“, betont Ohlrogge. Gestern waren die Fahrzeuge am Ende der Bushaltespur in Höhe der dortigen Litfaßsäule abgestellt worden. Ohlrogge ist überzeugt: „Der Busverkehr ist dadurch nicht beeinträchtigt worden.“
 
Eine solche Argumentation zählt für Ordnungshüter in Erfüllung ihrer Pflicht offensichtlich nicht. Auch ein Brautpaar hat das nach Informationen der TZ schon einmal vor dem Homburger Rathaus erleben müssen...

Die ganze Welt auf einem Platz

Von Martina Dreisbach
Bad Homburg. Viel Pflaster war nicht mehr zu sehen, als sich gegen 21.30Uhr das Polizeimotorrad am Kurhaus vorbei eine Gasse bahnte. Tausende von Zuschauern hatten sich eingefunden, saßen beim Bier auf den Bänken oder standen Spalier an der Straße.
 
Die Moderatoren Peter Höfler und Günter Krause hatten über eine Leiter die obere Brunnenschale erklommen. Oberbürgermeister Reinhard Wolters hatte die mittlere Brunnenschale als Stehplatz eingenommen und so seinen Sohn im Auge. „Die Tochter ist 15 Jahre alt und allein unterwegs“, sagte er und teilte die leise elterliche Besorgnis gewiss mit nicht wenigen Homburgern. Und dann trabten auch schon sechsspännig die schweren Henninger Brauereipferde vorüber, alte Bekannte gewiss, die schon manches Laternenfest gesehen haben, wenn auch sie diesmal beim Motto „Rund um die Welt – wie’s Euch gefällt“ Neues erspäht haben mögen.
 
Mit dem Lied „The Lion Sleeps Tonight“ traf das Musikcorps TV 1920 Eichelsdorf zwar nicht ganz die Wagendekoration der Freien Kerbeburschen Ober-Erlenbach gleich hinter ihnen, denen zu Grönland ein Eisbär eingefallen war, aber die Musik ging den Leuten in die Beine. „Eine Minigarde von 30 Kindern“, lobte der Moderator, als der Nachwuchs der Heiterkeit vorüber marschierte. Die DRK-Bereitschaft (im Kurhausgarten mit 20 Mann im Einsatz) hatte sich Athen als Stadt ausgesucht und eine Mini-Akropolis gebaut. Die Kirchengemeinde St.Johannes verwendete zum „Bau“ des Stiers aus Madrid Maschendraht, Kleister und jede Menge alter Taunus Zeitungen.
 
Schon leuchteten die goldenen Kuppeln aus Peterhof auf dem Wagen der Freiwilligen Feuerwehr Dornholzhausen. Der Kleingartenbauverein hatte das berühmte Atomium der Weltausstellung in Brüssel nachgebildet. Lateinamerikanische Musik des Spielmannszugs Harmonie verbreitete gute Stimmung. Mit dem Applaus waren die Zuschauer vorm Kurhaus indes eher sparsam. „Dazu muss man schon die Hände aus den Taschen nehmen“, frozzelte der Moderator, doch die meisten begnügten sich mit Zuschauen und waren vollauf beschäftigt. Die Mädels der Tanzgarde Rodheim 1973 etwa oder die „Bremer Stadtmusikanten“ des Vereins zur Förderung der Landgraf-Ludwig-Schule waren Unterhaltung genug.
 
Das Helsinki der Gonzenheimer Kerbeburschen war ein mit leicht bekleideten Mannen bestücktes Saunahaus. Beim New York des Homburger Carneval Vereins mit Freiheitsstatue und Sinatra-Sound fragte man sich abermals, wie viel Arbeit in den Wagen steckt. Der gelben Kuh aus Chur der Freiwilligen Feuerwehr Kirdorf folgte die venezianische „Gondel“ des Laternenfestvereins.
 
Nach dem Latin Sound der Höchster Schlossgarde kam, so komfortabel und herrlich, wie es einer Königin gebührt, Christine II. in einem rosafarbenen Blumenmeer. „Wer strahlt mehr, die Scheinwerfer oder Christine?“, fragte der Moderator. Kein Zweifel, dass sie auch gut ausgeschaut hätte in der feudalen Kutsche der Interessengemeinschaft Louisenstraße. Als der „Zuckerhut“ zum Thema Rio der Kolpingfamilie Kirdorf, die Tennisspieler des TC Bad Homburg und die Marching Drummers aus Steinbach vorbeizogen, war es längst dunkel. Am Himmel flimmerten die Scheinwerfer.
 
„Wir hatten etwa 100000 Besucher, wesentlich mehr, als ich wegen des Fußballspiels gedacht hatte“, sagte die Vorsitzende des Laternenfestvereins, Kirsten Ohlrogge, „und die Stimmung war überall gut.“ Ob der Festzug mit seinen 20 Wagen und 11 Musikzügen auch im nächsten Jahr wieder übers Kurhaus geführt wird, kann sie noch nicht sagen. „Etwas eng war es schon, manchen fehlte die Tribüne, aber ich will erst die Manöverkritik abwarten.“
 

Löwen, Musik, Schriftzeichen – und eine Reise für Thomas Mann

Von Martina Dreisbach
Bad Homburg. Als die Löwen kamen, die großen rot und golden glitzernd, aber auch kleine, und ihre prächtigen Köpfe schwenkten, hatte Taiwan das Laternenfestpublikum längst für sich eingenommen. Mit großen Schritten tanzten die mächtigen Tiere, klimperten mit den Augendeckeln, schwangen ihre glänzenden Barthaare zu chinesischer Musik.
 
Mit fernöstlicher Höflichkeit verneigte sich der Repräsentant des Landes und sprach Begrüßungsworte, während die Gäste schon aus winzigen Tassen grünen Tee tranken, ein Stückchen Kuchen aßen und die farbigen Broschüren lasen, die das Taipeh-Tourismusbüro verteilte. Emsig wurden die Karten ausgefüllt, für die es hernach Preise geben sollte, der erste eine Reise für zwei Personen nach Taiwan.
 
Der Einfall, das samstägliche Warten auf den Festzug vor das Kurhaus zu verlegen, kam zur rechten Zeit. Die Taiwaner ihrerseits, die auch ein Laternenfest feiern, beeindruckten mit einem schönen Kulturprogramm, für das sie eigens Sänger, Tänzer und Kung-Fu-Meister aus Taipeh hatten einfliegen lassen. Am frühen Abend pulsierte das Leben um den Brunnen und vor der Bühne des Deutschen Roten Kreuzes. Alle wollten einen Blick auf die exotischen Kostüme werfen, und die Zeit verstrich im Flug während der farbenreichen Tanzund Gesangsdarbietungen der Taiwaner. Auch viele Asiaten hatten sich eingefunden und sangen, tanzten und klatschten bei den ihnen vertrauten Melodien mit. Vor den Kalligrafen, die mit Pinsel und Tusche deutsche Vornamen in chinesische Schriftzeichen übersetzten, bildete sich eine lange Schlange.
 
Ganz still wurde es dann, als Laternenkönigin Christine II. in die Lostrommel griff und die Gewinner zog. Etliche Freikarten für das Kettenkarussell gleich nebenan gab es und Modelle der Flieger von China Airlines. Dann aber der Hauptgewinn, die Flugreise nach Taiwan: „Wo ist Thomas Mann?“, rief der Conférencier und schwenkte die gezogene Karte. „Wo ist Thomas Mann?“ Dann kam Thomas Mann, nicht etwa ein Schriftsteller, wie man bei diesem Namen hätte vermuten können, sondern ein Lausbub, kaum zehn Jahre alt, ein netter Junge mit asiatischen Gesichtszügen. Unaufgeregt nahm er den Preis entgegen, ließ sich von Christine II. beglückwünschen und verschwand in der Menge.
 
Aber auch die Laternenkönigin wurde von den Taiwanern mit einem Geschenk bedacht. Sie wickelte eine rotgoldene Schatulle aus dem Papier und war sprachlos angesichts des schönen Schmucks. Als es dunkel wurde, wehte der künstliche Nebel vom Kettenkarussell herüber und hüllte die roten Lampions ein. Tausende Lichter glitzerten, Homburg hatte manches Krönchen aufgesetzt, und dass der Zug bald kommen würde, lag irgendwie in der Luft.
 

Fest voller Freudensprünge

Von Andreas Trapp
Bad Homburg. Links ’ne Bude, rechts ’ne Bude, links ’ne Bude, rechts ’ne Bude... So oder so ähnlich würde es vielleicht Otto Normalbesucher beschreiben, wenn er mit oder ohne Begleitung das Laternenfest von unten nach oben oder von oben nach unten durchstreifen würde. Doch weit gefehlt. Das Laternenfest ist mehr als nur Rummelplatz und Pommesbuden.
 
Auch dieses Jahr lädt das Homburger Volksfest wieder zum Schaulaufen und Schaustellen ein. Während sich die Jugend in der angesagtesten Mode auf dem Laufsteg Laternenfest einfindet, um dem jeweils gegenpoligen oder gleichpoligen Geschlecht zu gefallen, gilt unter den Schaustellern wohl das Motto „Noch bunter und noch lauter“.
 
Der untere Teil der Louisenstraßen gilt dem sanften Heranführen des Besuchers an das ihm noch Bevorstehende. Lediglich eine Losbude hat sich neben einigen Ständen dorthin verirrt. Mit einem kleinen Markt ist die untere Louisenstraße zu vergleichen. Verkaufsstände für Textilwaren, Schmuck, Kunstwerke aus Draht, Brillen, Gürtel und Handpuppen behalten dort im Vergleich zum weiteren Verlauf auf der Louisenstraße die Oberhand gegenüber den auf hungrige Besucher wartenden Buden.
 
Eine Ausnahme bildet der Caipirinha-Stand. Dieser angelt sich förmlich das Gros an Zuschauern. Während drei Brasilianerinnen in der Gondel mit Tanzeinlagen zu südamerikanischen Rhythmen die Umherlaufenden in ihren Bann ziehen, wird den Gästen der gewünschte Drink serviert. Natürlich ist aber auch ein Wurst- und Bierstand vertreten. Wer mit seiner jetzigen Lage unzufrieden ist, hat die Möglichkeit, der Hellseherin „Novredana“ einen Besuch abzustatten in der Absicht, auf eine glücklichere Zukunft hoffen zu können.
 
Am Kurhaus angekommen, wird dem Besucher das Ausmaß des Festes erstmals deutlicher. Merklich enger wird der Platz von Mensch zu Mensch, während von jedem der einzelnen Biergondeln, der DRK-Bühne, dem Ketten- und dem Kinderkarussell unterschiedliche musikalische Klänge den Weg in die Ohren finden. Auch fassungslose Worte über fünf Gegentore machten dort am Samstagabend die Runde.
 
In den Gefilden der oberen Louisenstraße werben hauptsächlich in großer Beleuchtung dastehende Schlemmerwagen und Popcornstände für ihre Ware. Die etwas dunkle Atmosphäre des unteren Teils der sonstigen Einkaufsstraße ist wie weggeblasen. Die strategisch verteilten Ess- und Trinkstände haben für jeden Geschmack etwas zu bieten. Internationale Gerichte wie Mexican Food, Döner Kebap und Frühlingsrollen sorgen für die gewisse Abwechslung.
 
Eine kleine Verschnaufpause ohne jeglichen Stand zwischen Haingasse und Rathausstraße nutzt ein Pantomime und versucht, die Vorbeilaufenden für sich zu gewinnen, indem er als Statue posiert. Doch dann wird’s richtig eng. Von nun an heißt es „Hand in Hand wir geh’n“. Klar, denn Festplatz, Altstadt und Weed sind nicht mehr fern. Die Schlossgarage passierend, wo auch in diesem Jahr das traditionelle zweistöckige Karussell zu finden ist, schallt schon die Musik unter der Ritter-von-Marx-Brücke hervor.
 
Manche Besucher finden in diesem Teil des Festes kurz die Gelegenheit, für eine Mark einen Sextest vorzunehmen. Hand auf den Automaten, entspannen – und schon erhält man in Form blinkender Lichtchen von eiskalt bis brennend wohl seinen derzeitigen Zustand angezeigt. Auch die Kuscheltierautomaten sorgen bei dem einen oder anderen für Freudensprünge, falls er es mit dem Greifarm schafft, ein Tier zu ergattern.
 
Bei der Kulturkiste in der Neuen Mauerstraße und „unter der Brücke“, wie es der alteingesessene Kenner nennt, tanzt für die Älteren der Bär, während auf der Weed die Jugend ihren Platz findet und dort zur Discomusik grölt, hüpft und trinkt.
 
Bunt, bunter, am buntesten heißt es dann auf dem Rummelplatz. Kinderkarussell, Autoscooter, Mäusezirkus, Wilde Maus, Flic-Flac und Break Dancer sorgen dort für die „Fun-Sportarten“ des Laternenfestes.

01.09.01 Frankfurter Rundschau
Freibier, Kopfschirme und ein königliches Tattoo

Laternenfest mit bangen Blicken zum Himmel eröffnet

Mit einem Fassanstich haben Oberbürgermeister Reinhard A. Wolters und Laternenkönigin Christine II. gestern vor dem Kurhaus das Laternenfest 2001 eröffnet. Trotz frommer Wünsche setzte am Abend der Regen ein.

BAD HOMBURG. Freibier - mit ein bisschen viel Schaum, aber vom Oberbürgermeister gezapft und vom Roten Kreuz spendiert - damit hat das Laternenfest gestern am Kurhaus für ein paar Dutzend Bad Homburger begonnen. Wer sich nicht ganz so dicht ums Fass drängte, hatte sogar die Chance, mit einem Glas (Frei-)Sekt auf den Festauftakt im Sonnenschein anstoßen zu können. Danach verteilte Christine II., mit einem Tattoo auf dem linken Schulterblatt und der Krone der Königin im Haar, unermüdlich Autogramme an junge und alte Sammler.

Auf der "Fressmeile" Louisenstraße lief der Festbetrieb derweil etwas zögerlich an. Die SPD zapfte bereits "Schwarzbier bei den Roten". Ein Händler am Marktplatz warb für Pferdebalsam ( "Am Pferd erprobt, von Menschen gelobt"), das auch bei Muskelkater nach allzu langem Festbesuch helfen soll. Vor allem aber warteten Flammkuchen und Kugelhopf (so die Schreibweise des Herkunftsland) aus dem Elsass, Knoblauch-Baguettes, weithin duftende Crêpes und jede Menge Fleisch und Würste auf die Besucher. Hunderttausende werden heute und morgen erwartet - jedenfalls dann, wenn nicht die Prognosen des Offenbacher Wetterdiensts, sondern die Wünsche des Bad Homburger Oberbürgermeisters in Erfüllung gehen. Die Festzüge rollen heute und morgen von 20.30 Uhr an in Richtung Kurhaus.

Gegen die von den Meteorologen angekündigten Schauer gewappnet ist Steffan Kock aus München, der seit 1978 an der Ecke Louisenstraße / Ludwigstraße seine "Kopfschirme" verkauft. "Sie gehen immer noch gut", versicherte er, "und sie bietet sonst keiner in Deutschland an" - sprach's und demonstrierte, dass seine Schirme ohne Griff dank eines dehnbaren Gummibands auf jedem Kopf zu tragen sind und Bewegungsfreiheit lassen.

Auch zum Tanzen. Zum Beispiel beim "Rock unter der Laterne" im Hof Neue Mauerstraße 13. Am Montag spielt dort von 21.30 Uhr an die Band "Neues Glas aus alten Scherben" (früher Rio-Reiser-Band), während nebenan im Jubiläumspark die Feuerwerksraketen zum FestFinale in den Himmel steigen. che

 

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Copyright © Frankfurter Rundschau 2001
Dokument erstellt am 01.09.2001 um 00:01:48 Uhr
Erscheinungsdatum 01.09.2001

01.09.01 Taunus Zeitung
Lächelnd in ein turbulentes Jahr

Von Anke Hillebrecht
Bad Homburg. Viel anders könnte sich auch Popikone Madonna nicht fühlen, sollte sie einmal über den Kurhausvorplatz schreiten. Christine II. war gestern eindeutig die gefragteste Person in der Kurstadt. Nicht nur, weil sie persönlich mit dem Wettergott verhandelt hatte, dass es schön bleiben möge während des Laternenfestes. Zu jeder Zeit war sie umringt von Menschen, als sie am Nachmittag feierlich das Fest eröffnete – was erstmalig auf dem Platz direkt vorm Kurhaus passierte.
 
Kurz bevor der Fanfarenzug des Club Humor sich und die Laternenkönigin durch unverkennbare Trommelklänge ankündigte, eilte Oberbürgermeister Reinhard Wolters (CDU) mit wehender Krawatte zum Ort des Geschehens. Dort waren die Bänke, über die bei leichtem Sonnenschein eine frische Brise wehte, bereits gut gefüllt. Auch Kurdirektor Peter Bruckmaier sowie einige ehemalige Laternenköniginnen waren zugegen, so sah man Inge I. (1983) mit dramatischem Hut, Christina I. (1989) und Kerstin II. (2000) mit Nachwuchs, Sabine II. (1992) sowie natürlich Kirsten Ohlrogge, Vorsitzende des Laternenfestvereins.
 
Dann eroberten Musiker und Hoheit in ihrem lilafarbenen Kleid die Szene und begaben sich zum Bierfass. Ohne das Lächeln auch nur für einen Moment zu vergessen, erzählte Christine II. locker von ihrem Gespräch mit Petrus. Aufgeregt, würde sie später in kleiner Runde erklären, war sie nicht mehr, denn es war ja schon ihr dritter offizieller Termin. Früh war sie bereits in voller Montur beim Landrat gewesen. Noch zwei Stunden früher hatte sie bereits auf dem Friseurstuhl gesessen.
 
Nachdem auch der OB nochmal beschwörend geäußert hatte, dass das Wetter bestimmt besser würde als in den vergangenen beiden Jahren, entledigte er sich seines Sakkos, zog sich den Schlips zurecht und griff zum Hammer. Wie in den drei Jahren zuvor war der Fassanstich seine Aufgabe. Nach fünf sanften Schlägen schäumte das Pils hervor, und die Gläser konnten mit Freibier gefüllt werden. „Treten Sie näher, heute bedient Sie der OB“, scherzte der Homburger DRK-Vorsitzende Günter Krause, der im Biergarten als Moderator fungierte.
 
So hatte ihre Majestät nun Zeit, Hunderte von Autogrammwünschen zu erfüllen. Kinder und energische Mütter drängten vor, Seniorinnen und junge Männer standen geduldig Schlange, um dann ihren Namen auf ein Kärtchen schreiben zu lassen. Eng reihen sich an den vier Festtagen die Termine in Christines Kalender: Kindergarten, Bürgerstift, Festplatz – jede Stunde wartet ein neuer Auftritt auf die 25-Jährige. Kein Problem für die Regentin: „Ich bin im Außendienst und gern unter Leuten“, sagte sie. Dafür hat sie bei ihrer Firma Nestor Fonds bis inklusive Dienstag natürlich extra Urlaub genommen. Um mit Kleid und Krönchen am Montag trotzdem bei den Kollegen vorbei zu gehen, hat sie sogar ihr Mittagessen abgesagt. Und für die kurzen Nächte weiß sie bereits ein Rezept: „Es gibt ja Augenschminke.“

29.08.01 Frankfurter Rundschau
Taiwanesische Nachhilfe im Laternenfest-Feiern

Gäste aus Fernost bereichern Unterhaltungsprogramm

Zum Bad Homburger Laternenfest, das am Freitag beginnt, werden erstmals Gäste aus Taiwan erwartet. Sie präsentieren sich bei einem Unterhaltungsprogramm am Samstagabend vor dem Kurhaus - bis der Festzug kommt.

BAD HOMBURG. Geahnt haben es die Bad Homburger ja schon immer, jetzt wird es ihnen spektakulär vor Augen geführt: Sie sind die nicht einzigen auf der Welt, die alljährlich mit Laternen und Lichter geschmückten Festwagen durch die Stadt ziehen. "In Taiwan wird auch ein Laternenfest gefeiert", gaben in Deutschland lebende Chinesen im vergangenen Jahr zu bedenken - heuer sind sie mit dabei, wenn am kommenden Samstagabend der Laternenfestzug 2001 unter dem Motto "Rund um die Welt - wie's euch gefällt" durch die Stadt zieht.

"Wir waren erst skeptisch, ob die Taiwanesen bei uns wirklich am richtigen Platz sind", sagt Kirsten Ohlrogge, Vorsitzende des Bad Homburger Laternenfestvereins. "Denn das Fest ist Taipeh ist ein paar Nummern größer. Da sind drei Tage lang Millionen von Menschen auf den Straßen." Doch die Taiwanesen ließen sich von der Bad Homburger Bescheidenheit nicht abschrecken.

Taiwanesische Künstler fliegen eigens für ihren Bad Homburger Auftritt nach Deutschland. Von 18 Uhr an werden sie am Samstag auf einer Bühne vor dem Kurhaus zeigen, wie sie es in ihrer Heimat machen. Löwentänze, eine Teezeremonie, chinesische Kalligraphie, viel Musik und ein Gewinnspiel kündigt das Taipeh Tourismusbüro an. Zu gewinnen ist - erraten! - eine Reise mit China Airlines zum Laternenfest in Taipeh.

Die fernöstliche Show vor dem Kurhaus findet nur am Samstag statt. Ein Festwagen mit einem taiwanesischen Tempel rollt hingegen an Samstag und Sonntag im Festzug durch die Straße. Der Freizeitclub "Wüste" baut ihn - mit fachkundigem Rat des Touristenbüros.

Insgesamt starten 20 Lichter geschmückte Motivwagen und 14 Musikgruppen am Samstag um 20.30 Uhr in Kirdorf und am Sonntag zur gleichen Zeit in Ober-Eschbach Richtung Innenstadt. Erstmals seit Jahren rollen wieder beide Festzüge vor dem Kurhaus vorbei. Am Samstag kommt die Karawane aus dem Schwedenpfad, am Sonntag aus der Thomasstraße. Zwischen Kurhausgarten und Promenade, wo in den vergangenen Jahren eine Zuschauertribühne stand, herrscht heuer Ruhe.

Die Festplätze in der Innenstadt und der Rummelplatz am Heuchelbach öffnen am Freitag gegen 14 Uhr. Von 18 Uhr an spielen Schulbands des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums, des Humboldt-Gymnasiums und der Gesamtschule Stierstadt auf der Bühne vor dem Kurhaus. Im mit Kerzen erleuchteten Schloss erzählt am Freitag von 17.30 bis 19 Uhr Manfred A. P. Bastian "Zaubermärchen"; er wird von Boris Goldin auf der Gitarre begleitet. Zu Jazz und Swing lädt die Caravan Big Band" für 19.30 Uhr in den Schlosshof - der Eintritt ist frei.

Mehrere hundert Windhunde werden zur Internationalen Zuchtschau am Samstag zwischen 10 und 17 Uhr im Jubiläumspark erwartet. Am Sonntag messen sie dort zum 42. Mal im Rennen um den Bad Homburger Silberpokal ihre Kräfte.

In der Innenstadt bauen zahlreiche Vereine und Schausteller ihre Stände auf. Das Rock'n'roll-Tanzzentrum "Acht nach sechs" ist auf den Schulhof der Landgraf-Ludwig-Schule anzutreffen. Der Verein Kulturkiste bietet Rockmusik im Hof in der Neuen Mauerstraße 13. Höhepunkt ist dort der Auftritt der Gruppe "Neues Glas aus alten Scheiben", die aus ehemaligen Mitgliedern der Rio-Reiser-Band beziehungsweise der Gruppe Ton, Steine, Scherben besteht. Um 21.30 Uhr legen sie am Montag los. Ungefähr zur gleichen Zeit klingt das Fest mit einem Feuerwerk im Jubiläumspark bereits offiziell aus. Zum Spektakel der Leuchtraketen kommen auch die Buben und Mädchen, die um 20.30 Uhr mit ihren teils selbstgebastelten Lampions zum Kinderfestzug der Schulen und Vereine gestartet sind - und Laternenkönigin Christine II., die vor den ersten Böllern feierlich verabschiedet wird. che

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Copyright © Frankfurter Rundschau 2001
Dokument erstellt am 28.08.2001 um 23:59:56 Uhr Erscheinungsdatum 29.08.2001

 

28.08.01 Taunus Zeitung
Die Löwenkostüme kommen direkt aus Taiwan

Von Sven Weidlich
Bad Homburg. Er verspricht einer der Höhepunkte des Laternenfestes zu werden: der Auftritt einer taiwanesischen Gruppe am Festsamstag vor dem Kurhaus. Insgesamt rund 100Mitwirkende wollen am frühen Abend ein mehrstündiges Programm bieten und den Zuschauern damit das Warten auf den Festzug verkürzen. „Zu sehen ist unter anderem eine Löwentanzgruppe, die auch im Festzug mitmarschiert“, erklärt Kirsten Ohlrogge.
 
Für die Organisation des fernöstlichen Spektakels verantwortlich ist das Taipeh-Tourismusbüro mit Sitz in Frankfurt. „Eine Mitarbeiterin des Büros sprach mich bereits im vorigen Jahr an“, erzählt Kirsten Ohlrogge. Denn auch in Taiwans Hauptstadt Taipeh feiern die Bewohner einmal im Jahr ein Laternenfest. Die Feier ist bekannt für ihre wunderschönen Lampions, die Drachen- und Löwentanz-Vorführungen sowie festliche Tempelprozessionen. Tempel und Parks sind am Abend von Tausenden von Lichtern erhellt, Kinder streifen mit Laternen durch die Millionenmetropole. „Mitarbeiter des Taipeh-Tourismusbüros haben vergangenes Jahr unser Laternenfest besucht– und waren begeistert“, sagt Ohlrogge. „Dabei ist ihr Laternenfest viel größer und opulenter.“ Nach Auskunft des Büros nehmen daran einige Millionen Besucher teil.
 
Die Leitung des Tourismusbüros machte dem Laternenfestverein das Angebot, beim diesjährigen Heimatfest eine eigene Veranstaltung zu organisieren. Der Festausschuss zögerte nicht lange, und so präsentiert Taiwan am Festsamstag von 18Uhr an sein Programm mit Musik und Tanz. „Die Verantwortlichen wollen natürlich auch ein bisschen Werbung für das Büro machen“, räumt die Vorsitzende des Laternenfestvereins ein. Aber das stört den Festausschuss nicht weiter– schließlich haben sich die Taiwanesen bislang sehr engagiert gezeigt. Kostüme und Laternen sollten direkt aus Taipeh eingeflogen werden. „Wir hoffen, dass die Veranstaltung bei den Leuten ankommt“, sagt Ohlrogge.
 
Übrigens: Das Tourismusbüro bietet den Gästen vor dem Kurhaus neben dem Programm noch ein Gewinnspiel an. Verlost wird eine Reise für zwei Personen nach Nationalchina (Taiwan). Laternenkönigin Christine II. soll den glücklichen Gewinner vor dem Eintreffen des Festzuges ziehen

28.08.01 Taunus Zeitung
Unter den Laternen treffen sich Ost und West

Mehr Stimmung vor dem Kurhaus
 
Von Anke Hillebrecht
Bad Homburg. Er war feierlicher Ort der Inthronisation der Laternenkönigin, und auch das Fest selbst soll dort am Freitag eröffnet werden. Darum soll der Kurhausvorplatz in diesem Jahr mehr im Mittelpunkt des Laternenfestes stehen. „Im vorigen Jahr sind die meisten Gäste am Kurhaus vorbeigelaufen“, erzählt die Vorsitzende des Laternenfestvereins, Kirsten Ohlrogge. Um sie zum Bleiben zu animieren, soll deshalb ein großer Teil des Platzes diesmal frei bleiben.
 
Mehr Tische und Bänke soll es geben, dazu Musik und Kulinarisches. Während früher Schießbuden und Automatenspiele viel Raum einnahmen und sich die Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) auf der gegenüberliegenden Seite der Louisenstraße knäulten, soll jetzt einzig das gemütliche Kettenkarussell, das sich stets so dekorativ in der Glasfront des Kurhauses spiegelt, an seinem angestammten Platz links von der Bühne bleiben. Wie immer wird das Karussell nach oben ausgefahren und in eine aufregende Schräglage versetzt, was ihm den Namen „Wellenflieger“ eingebracht hat. Und damit sich auch die Kleinen wohlfühlen, wird es unweit davon ein Kinderkarussell geben: das frühere Schwarzwaldhaus, heute „Stadttreff“ genannt.
 
Wer lieber trinkt statt zu fliegen ist eingeladen, im Bier- und Grillgarten des DRK Platz zu nehmen. Die ehrenamtlichen Sanitäter kümmern sich in diesem Jahr nicht nur um Menschen, die zuviel Kettenkarussell gefahren sind, sondern teilen sich auch die Verantwortung für den Kurhausvorplatz mit dem Laternenfestverein. Jeweils zwei Tage gestalten beide – DRK und Verein – während des Festes das Programm auf der Bühne. Dort wird am Samstag – dem Abend, an dem das exotische Taiwan zeigt, wie dort ein Laternenfest gefeiert wird (siehe Text rechts) – auch chinesische Musik erklingen. „Aber nicht den ganzen Abend“, erklärt Kirsten Ohlrogge.
 
Jeden Abend soll Live-Musik den Genuss der Steaks, Würstchen und Erbsensuppe untermalen, die es neben diversen Fassbieren im DRK-Biergarten gibt. Darunter sind auch Bands des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums (KFG), des Humboldtgymnasiums und der IGS Stierstadt, die am Freitag von 18Uhr an ihr Repertoire demonstrieren. Tagsüber unterhält ein Clown die Kinder. Vom Biergarten aus lässt sich auch hervorragend der Festzug bestaunen, der am Samstag- und Sonntagabend vorbeizieht, betont die Vorsitzende des Laternenfestvereins. Am Sonntag um 11 Uhr treffen sich Prominente zum Frühschoppen auf dem Kurhausvorplatz.

25.08.01 Frankfurter Rundschau
C
hristine II. hat die Regentschaft übernommen

Krönung der 25-jährigen Christine Aniol zur Bad Homburger Laternenkönigin / Kerstin II. sagt mit Appell an Kinder Servus

BAD HOMBURG. Christine Aniol (25) wird in den Annalen des größten Heimatfestes der Region als Christine II. geführt. Am Samstag übergab Kerstin II. ihrer Nachfolgerin vor einer großen Zuschauermenge auf dem Vorplatz des Kurhauses Krone und Zepter. Kerstin Wachter verabschiedete sich von den Freunden des Laternenfestes mit dem Appell an die Kinder, sich - sobald sie das entsprechende Alter erreicht haben - um das Amt zu bewerben: "Es macht sehr viel Spaß." Bevor ihre Nachfolgerin Christine Aniol in einem blauen Oldtimer, einem Aston Martin aus dem Jahr 1933, vor dem Kurhaus vorgefahren wurde, sagte Kerstin II.: "Tausend Dank für ein wundervolles Jahr."

Christine II. ist in Bad Homburg aufgewachsen und gehört von Kindesbeinen an zur Laternenfest-Gemeinde. Für sie sei nun "ein Traum Wirklichkeit" geworden - "ein unheimlich schönes Gefühl", sagte sie dem seit mehr als eine Stunde in Sonne und Hitze ausharrenden Publikum. Zu den Gratulanten gehörten Stadtverordnetenvorsteher und Laternenfest-Verein-Mitbegründer Franz Josef Ament, OB Reinhard Wolters und Brezzelbursch Norbert März. An dem Unterhaltungsprogramm zur Krönung wirkten das Blasorchester des TV Niederbrechen, die Showtanz-Kindergruppe der SG Westerfeld und die Gruppe "Lost of music" mit. off 

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Copyright © Frankfurter Rundschau 2001
Dokument erstellt am 26.08.2001 um 23:57:42 Uhr
Erscheinungsdatum 27.08.2001

27.08.01 Taunus Zeitung
Christine II. tanzt bis in die Morgenstunden

Bad Homburg. Festlicher hätte man sich den Auftakt ihrer Regentschaft kaum vorstellen können: Nur wenige Stunden nach ihrer Inthronisation feierte die neue Laternenkönigin Christine II. im großen Festsaal des Hotel Steigenberger mit knapp 200Gästen und tanzte zu den Klängen der Atlantic Showband bis in die frühen Morgenstunden. Der Laternenfestverein hatte keine Kosten und Mühen gescheut, der Königin einen würdevollen Abend zu gestalten. Stadtverordnetenvorsteher Josef Ament lobte den Mut, nach so vielen Jahren den „Ball der Laternenkönigin“ wieder ins Leben zu rufen.
 
Highlight des Abends war zweifellos der Auftritt der Kronberger Tanzschule Pritzer: Mit einer Multivision-Show blätterten die Akteure zurück in die 65-jährige Geschichte des Laternenfestes und ließen Tänze, die einst modern waren, wieder lebendig werden. Vom Samba 1950 über Let Kiss 1963, „Night Fever“ 1974 bis hin zu Guildo 1998 wurden Erinnerungen wach.
Die Kleine Oper Bad Homburg sorgte zwischen den Tanzrunden und nach dem Gala-Buffet von Küchen-Chef Frank Haipeter für unterhaltsame Abwechslung: Judith Bauer sang, am Klavier begleitet von Lars Keitel, Evergreens wie „I Feel Pretty“ aus der „West Side Story“ von Leonard Bernstein.
Otto Mayr rezitierte in lebhafter Weise Gedichte von Eugen Roth. „Der Ball wird mir immer in bester Erinnerung bleiben“, meinte Christine II. zu vorgerückter Stunde. (min)

27.08.01 Taunus Zeitung
Ein Traum geht in Erfüllung

Im Oldtimer zum Thron
 
Von Michael Jacob
Bad Homburg. Zu den feierlichen Klängen von „Pomp and Circumstances“ von Edvard Elgar nahm die neue Laternenkönigin Christine II. aus den Händen ihrer Vorgängerin Kerstin II. die Insignien ihrer Regentschaft entgegen. Bei kaiserlichem Wetter waren mehrere hundert Zuschauerinnen und Zuschauer gekommen, um den spannenden Moment der Amtsübernahme zu erleben.
 
Erstmals seit vielen Jahren war es dem Laternenfestverein gelungen, die Krönung der Königin im Herzen der Stadt, auf dem Kurhausvorplatz, anzusiedeln. Während die Zeremonie lange Jahre auf dem Marktplatz vollzogen wurde, musste man wegen der Neugestaltung des Platzes in den Kurpark ausweichen. Nun jedoch erwies sich der Standort vor dem Kurhaus als ideal, blieben doch viele Stadtbummler einfach dabei, um der Inthronisation beiwohnen zu können. 
Showtime auf dem Kurhausvorplatz 
Fast war es schon wieder zu warm am Samstagvormittag. Viele Besucher spannten ihre Regenschirme auf oder legten sich Tücher auf den Kopf, um sich vor den grellen Sonnenstrahlen zu schützen. Und das Blasorchester des TV Niederbrechen heizte mit schwungvollen Melodien auch noch von innen ein. Ein buntes Rahmenprogramm hatte der Laternenfestverein für alle Besucher vorbereitet, die an der Krönung der neuen Königin teilnehmen wollten. 
Thomas Adolf von Radio Megahertz – dem Begleitprogramm von Homburgs größtem Fest im Radio – führte durch einen bunten Strauß von Musik, Tanz und Akrobatik. Die Showtanzgruppe der Sportgemeinschaft Westerfeld tanzte in silbern glänzenden Tops zu der Musik „Stronger“ von Britney Spears. Clown Pepina jonglierte mit Bällen, Ringen und Keulen und zeigte ihre Kunst mit dem Devil Stick. In langen roten Röcken zauberte die Showtanzgruppe „Lost In Music“ spanisches Flair auf die große Bühne vor dem Kurhaus.
 
Und dann war es endlich soweit: In einem blauen Audi Cabrio fuhr die noch amtierende Laternenkönigin Kerstin II. vor, um sich von ihrem Volk zu verabschieden. Sie zog ein kurzes Resümee ihrer einjährigen Regentschaft, in der nicht nur das Laternenfest, sondern auch der Hessentag und das Landesturnfest zu den Höhepunkten zählten. „Ich ziehe mich nun in den königlichen Ruhestand zurück“, verkündete Kerstin II. und schloss ihre Ansprache mit den Worten: „Tausend Dank für ein wundervolles Jahr!“
 
Würdevoll rollte sodann ihre Nachfolgerin in einem Astor Martin Le Mans aus dem Jahre 1933 heran: die neue Königin Christine II. (25). Als echtes Homburger Mädchen freue sie sich, so die neue Regentin, auf alle Termine, die nun auf sie zukommen werden. „Ich habe das Laternenfest immer mitgefeiert und davon geträumt, einmal als Laternenkönigin mitten im Geschehen zu stehen“, gab Christine II. ihrem lange gehegten Wunsch Ausdruck.
 
„Für das Fest am nächsten Wochenende wünsche ich uns allen strahlendes Wetter und gute Laune“, beendete die neue Regentin ihre Antrittsrede. Bevor die Kinder, die schon sehnsüchtig vor der Bühne auf ihre Autogrammkarten warteten, zur Laternenkönigin vordringen konnten, überbrachte Stadtverordnetenvorsteher Josef Ament (CDU) die Grüße des Stadtparlaments. Oberbürgermeister Reinhard Wolters (CDU) hatte Christine II. die Glückwünsche des Magistrats mitgebracht. Drei Böllerschüsse waren weit über Bad Homburg hinaus zu hören: Die neue Laternenkönigin ist im Amt.

25.
08.01 Frankfurter Rundschau
Christine Aniol

Die 25-Jährige wird am heutigen Samstag, 25. August, um 11 Uhr auf dem Kurhausvorplatz in Bad Homburg (Hochtaunuskreis) zur neuen Laternenkönigin gekrönt. Die Jury des Vereins zur Gestaltung und Förderung des Laternenfestes hat die in Düsseldorf geborene Frau unter elf Bewerberinnen ausgewählt. Sie wird als Christine II. symbolisch die Stadt regieren. Christine Aniol lebt seit ihrem ersten Lebensjahr in Bad Homburg. Nach ihrem Abitur am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium absolvierte sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau und arbeitet jetzt als Client Service Managerin bei einer Investmentgesellschaft. Wegen des Laternenfestes darf die 25-Jährige zurzeit keinen Motorradführerschein machen. Die Verantwortlichen des Festes haben es ihr verboten. Eine Laternenkönigin in Gips wäre nicht repräsentativ. Beinahe wäre dies auch der Fall gewesen. In einer Fahrstunde hat Christine Aniol vor kurzem einen Unfall gebaut. In einer Kurve stürzte sie und knallte gegen eine Leitplanke. Sie verletzte sich leicht, die Maschine war nur noch Schrott. "Mein Fahrlehrer war fix und fertig." Aber nach dem Fest will sie unbedingt weitermachen. "Später möchte ich einen Chopper fahren." (rmu / Bild: Renate Hoyer)

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Dokument erstellt am 25.08.2001 um 00:00:07 Uhr
Erscheinungsdatum 25.08.2001

24.08.01 Taunus Zeitung
Nur das Beste für unsere Laternenkönigin Christine II.
Von Verena von Herwarth
Bad Homburg. Am Samstag ist es soweit. Christine Aniol wird als ChristineII. zur Laternenkönigin und damit zur Nachfolgerin von KerstinII. gekrönt. Die Inthronisation beginnt um 11Uhr - erstmals nach vielen Jahren wieder auf dem Kurhausvorplatz. Für den Abend lädt die neue Regentin dann zum großen Ball in das Steigenberger ein.
Das gesellschaftliche Ereignis unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Reinhard Wolters (CDU) beginnt um 19.30Uhr - Einlass ist bereits eine halbe Stunde früher. Zum Tanz spielt die "Transatlantic Showband" auf. Darüber hinaus bieten die Tanzschule Pritzer und die Kleine Oper Bad Homburg den Gästen ein abwechslungsreiches Programm. Ein Galabüfett rundet den Abend ab. Karten für 90Mark gibt es noch im Fremdenverkehrsbüro im Kurhaus, Telefon (06172) 178110.
Die Vorbereitungen für die Inthronisation, den Ball und natürlich das Laternenfest (31.August bis 3.September) sind schon lange in vollem Gang. Reden müssen geschrieben, die Besuchstermine vereinbart und die Laternenkönigin muss natürlich eingekleidet werden.
Während ChristineII. ihr Kleid aus dem Atelier von Manuela von Haldenwang bereits der Öffentlichkeit präsentiert hat, erhält sie die vielen Accessoires peu à peu, beispielsweise vom Modehaus Bous. Das Traditionsgeschäft stellt seit 1997 die Dessous der Laternenköniginnen.
Beim Termin betrachtet sich ChristineII. immer wieder kritisch im Spiegel, dreht sich mal nach rechts, mal nach links. Für ihr Korsagekleid aus lila changierender Seide wählt sie schließlich ein zweiteiliges Modell von Ravage Paris aus hochwertiger Guipure-Stickerei. Darüber hinaus entscheidet sie sich für ein Nachtkleid in lila Tönen der Firma Lise Charmel. "Natürlich habe ich mich hauptsächlich an der Farbe des Kleides orientiert. Die Wäsche sollte nicht ganz eintönig sein, damit sie nicht langweilig erscheint. Ich wollte etwas Ausgefallenes", sagt die Königin mit strahlendem Lächeln. Von Ladeninhaberin Andrea Bous gibt's die Bestätigung. "Ich freue mich, dass ich die Laternenkönigin wieder einkleiden darf", sagt sie.
Natürlich ist das noch lange nicht alles, was eine Laternenkönigin in ihrer Ausstattung braucht, um regieren zu können. Neben dem Kleid und den Dessous ist der Schmuck ein wichtiger Bestandteil: Die Kette stammt vom Juwelier Jagusch, der schon seit etwa 50 Jahren die Regentinnen ausstattet - diesmal mit einem raffinierten Zuchtperlencollier. Seit 1987 wird der Ring von Scheurenbrand gesponsert.
Das Schuhgeschäft Duchesse ziert seit 1989 die Füße der Schönheiten, und um die Haarpracht kümmert sich das Friseurgeschäft Haarkultur. Damit ChristineII. während des Festes auch mobil ist, fährt sie in einem Chrysler Cabrio aus dem Autohaus Anton Pickert in Friedrichsdorf.
Und wie empfindet die 25Jahre junge Laternenkönigin das Ganze: "Ich freue mich schon riesig auf das Fest. Ich habe mich bei meiner Vorgängerin kaum erkundigt, so dass Spannung und Vorfreude noch größer sind. Ich freue mich auf jeden Termin."

04.08.01 Taunus Zeitung
Ein königlicher Abend mit Christine II.

Bad Homburg. In exakt vier Wochen findet in Bad Homburg das 54.Laternenfest statt. Bereits eine Woche vorher, am Samstag, 25.August, wird die neue Laternenkönigin ChristineII. von ihrer Vorgängerin KerstinII. die Insignien der Macht übernehmen. Erstmals nach vielen Jahren ist der Kurhausvorplatz wieder Schauplatz der Inthronisation. Sie beginnt um 11Uhr.
 
Abends lädt ChristineII. dann all jene ins Hotel Steigenberger ein, die mit ihr gemeinsam feiern möchten. Von 19Uhr an ist der große Ballsaal geöffnet. Eine halbe Stunde später legt die „Transatlantik Showband“ los. Die Programmgestaltung des königlichen Abends – „Ball der Laternenkönigin“ – liegt in den Händen der Tanzschule Pritzer aus Kronberg und der Kleinen Oper Bad Homburg. Die Schirmherrschaft über das gesellschaftlich Top-Ereignis hat Oberbürgermeister Reinhard Wolters übernommen, der gemeinsam mit ChristineII. den Ball auch eröffnen will.
 
Im Eintrittspreis von 90 Mark ist das Gala-Büfett mit kalten und warmen Speisen enthalten. Karten gibt es im Fremdenverkehrsbüro im Kurhaus, Telefon (061762) 178110. (min)

03.08.01 Taunus Zeitung
„Sissi-Ärmel“ für die neue Königin

Von Christine Schöning
Bad Homburg/Friedrichsdorf. „Sie ist ein Glücksgriff“, seufzt Kirsten Ohlrogge, die Vorsitzende des Laternenfestvereins, erleichtert. Der Glücksgriff hat einen Namen: Manuela von Haldenwang. Die Schneidermeisterin mit eigenem Atelier in Friedrichsdorf hat in diesem Jahr das Kleid für Laternenkönigin ChristineII. entworfen.
 
In der jüngeren Vergangenheit war diese Ehre stets der Damenschneiderin Heike Rahusen-Marsch zugefallen. „Leider musste sie in diesem Jahr absagen, hat mir aber Manuela von Haldenwang empfohlen“, berichtet Kirsten Ohlrogge.
 
Das zweiteilige Kleid Ihrer Majestät ist ein Traum aus lila changierender Seide. Die Korsage mit Carmenausschnitt wurde ganz an die Maße der grazilen 25-Jährigen angepasst. „Ein hübsches Detail sind die farblich auf das Kleid abgestimmten Rosenapplikationen am Dekolleté und die ,Sissi-Ärmel’, die die hübschen Schultern von Christine zur Geltung bringen“, erklärt Manuela von Haldenwang. Der weit schwingende Rock, ebenfalls in einfarbiger lila Seide gehalten, wird vorn durch einen karierten Stoff in Pink- , Blau- und Pflaumentönen unterbrochen.
 
Seide ist zwar ein leichtes Material, doch inzwischen wiegt der Rock etwa drei Kilogramm. „Ich habe Gewichte eingenäht, damit der Rock bei windigem Wetter nicht hochfliegen kann“, erklärt die Designerin. „Das würde doch sehr unmajestätisch aussehen, und außerdem soll sich die Hoheit ja nicht ständig mit dem Kleid beschäftigen müssen.“
 
Zur Robe gehört als Accessoire und Blickfang noch eine gefütterte Stola für kalte Tage. Rund elf Meter Thaiseide, drei Meter Doupion und drei Meter Pongé hat Manuela von Haldenwang in gut und gern 180 Stunden verarbeitet. Der Stil des Kleides ist schlicht und elegant und unterstreicht somit den Typ von Christine Aniol. „Es geht mir darum, dass Christine zufrieden ist, dann geht es mir auch gut“, sagt die Schneiderin.
 
Ihre Majestät selbst ist rundum glücklich mit dem Kleid und würde es am liebsten gar nicht mehr ausziehen. „Anfangs habe ich die Korsage nur im Nesselschnitt gesehen und konnte mir nicht vorstellen, wie alles wirkt, doch schon bei der ersten Anprobe war ich begeistert“, erzählt sie. In der Öffentlichkeit trägt sie es erstmals bei ihrer Inthronisation in drei Wochen

19.0501 Frankfurter Rundschau
Christine II. im zweiten Anlauf Laternenkönigin

Die 24 Jahre alte Christine Aniol ist Bad Homburgs Laternenkönigin 2001. Die Jury des Vereins zur Gestaltung und Förderung des Laternenfests hat die in Düsseldorf geborene Frau unter elf Bewerberinnen ausgewählt. Sie wird als "Christine II." zum Volksfest vom 31. August bis 3. September symbolisch die Stadt regieren.

Christine Aniol lebt laut Mitteilung des Laternenfestvereins seit ihrem zweiten Lebensjahr in Bad Homburg. Sie besuchte die Hölderlinschule und das Kaiserin-Friedrich-Gymnasium, absolvierte eine Ausbildung zur Industriekauffrau und arbeitet jetzt als Client Service Managerin bei einem Vermögensberatungsunternehmen in der Kurstadt.

Christine Aniol hatte sich bereits im vorigen Jahr um das Amt der Königin beworben, jedoch aus beruflichen Gründen nicht zur Kandidatenvorstellung kommen können. che

19.0501 Taunus Zeitung
Christine II. will die Herzen der Homburger erobern

Von Michael Jacob
Bad Homburg. „Meine einzige Verbündete war meine Mutter!“ Schmunzelnd erzählt die frisch gekürte Laternenkönigin, wie es zu ihrer Bewerbung kam. Den Anstoß hatte eigentlich ihre Oma schon vor zwei Jahren gegeben. Plötzlich hatte die Großmutter mit einem Zeitungsausschnitt in der Hand bei ihr in der Tür gestanden. Damals waren gerade wieder junge Damen aufgerufen worden, sich für das Amt der Laternenkönigin zu bewerben. „Das mache ich nie“, hatte Christine Aniol gedacht und den Abschnitt zur Seite gelegt. Doch irgendwie ging ihr die Geschichte nicht aus dem Kopf. Und als sie zufällig im Frühjahr 2000 selbst den Aufruf las, machte sie sich dran, die Bewerbung zu schreiben – „eigentlich mehr für meine Oma!“ Doch damals sollte es noch nicht sein, denn den Termin zum Bewerbungsgespräch konnte sie aus beruflichen Gründen nicht wahrnehmen. Also machte sie in diesem Jahr einen erneuten Anlauf – und eroberte die Herzen des Laternenfest-Teams im Sturm.
 
Mit Bad Homburg ist Christine Aniol, die als „Regentin“ Christine II. Ende August den Thron besteigen wird, seit frühester Kindheit eng verbunden. Zwar wurde sie in Düsseldorf geboren, kam aber mit einem Jahr schon in die Taunusstadt. Erst lebte sie in der Tannenwaldallee, dann auf der Ellerhöhe und nun hat es sie in die Saalburgstraße verschlagen.
 
Nach dem Besuch der Hölderlinschule ging sie in die Kaiserin-Friedrich-Schule auf der Steinkaut, und selbst ihre Ausbildung zur Industriekauffrau absolvierte sie bei einem Bad Homburger Unternehmen in Ober-Erlenbach. Während dieser Zeit trat sie auch der Gonzenheimer Freiwilligen Feuerwehr bei, wo sie neben der Grundausbildung gelernt hat, „wie man trinkfest wird“. Nach der Lehre arbeite Christine Aniol bei der Firma Minolta im Außendienst, und seit Februar ist sie wieder in der Bad Homburger Innenstadt tätig, nämlich bei der Firma Nestor Fonds am Kurpark.
 
Das Laternenfest hat die lebenslustige und vielseitige 24-Jährige seit jeher verfolgt und genossen. Als Kind waren es die Laternen und der Kinderumzug, die sie begeisterten, später dann der Festplatz mit den Fahrgeschäften, und seit einigen Jahren geht sie das Fest „wieder etwas bedächtiger“ an. Festzug ansehen und gemütlich mit Freund Ahmet im Biergarten sitzen haben das wilde Treiben der Teenie-Zeit abgelöst.
 
Frühere Laternenfestbesucher könnten sie sogar vor vier Jahren schon kennengelernt haben, denn da fuhr Christine II. in Bad Homburg Taxi. Wie vielseitig die junge Frau ist, das zeigen auch ihre Hobbys. Sie dreht nämlich nicht nur gerne Videofilme, sondern schreibt darüber hinaus auch Gedichte und Liedertexte.
 
Doch jetzt wartet erst einmal die Aufgabe auf sie. Schon jetzt freut sich Christine Aniol gemeinsam mit ihren Brüdern Patrick und Philipp und ihrer Halbschwester Isabelle auf das bevorstehende Fest. „Eigentlich weiß ich gar nicht so genau, was als Laternenkönigin auf mich alles zukommt. Ich lasse mich einfach überraschen und hoffe, dass die Bad Homburger mit mir zufrieden sein werden.“ jährige Christine Aniola ausgesprochen. Die gebürtige Düsseldorferin lebt seit ihrem zweiten Lebensjahr in Bad Homburg, besuchte die Hölderlinschule und danach das Kaiserin-Friedrich-Gymnasium. Nach einer Ausbildung als Industriekauffrau ist sie heute als Client Service Managerin bei einem Vermögensberatungsunternehmen in der Kurstadt tätig.
 
Das Laternenfest kennt sie von Kindesbeinen an. Sie bastelte als kleines Mädchen begeistert Laternen, um beim Festzug mitzulaufen, mit 15 interessierte sie sich mehr für die Party auf der Weed, während sie heute das Fest samt Laternenfestumzug genießt.
 
Christine Aniol hatte sich bereits im vergangenen Jahr beworben, konnten allerdings aus beruflichen Gründen nicht zur Kandidatenvorstellung erscheinen. Ihr Wunsch: „Hoffentlich sind die Bad Homburger mit ihrer neuen Laternenkönigin zufrieden.“ (sbm)