Presse 2003

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Frankfurter Rundschau vom 01.09.03
Zehntausende bejubeln Osmanen, Samba und Neue Deutsche Welle

Generatoren lassen Wagen beim Laternenfestumzug heller leuchten denn je / Keine Tumulte mehr auf der "Weed"

Mehr als 100 000 Zuschauer haben nach Schätzungen von Beobachtern am Freitag und Samstag das 68. Bad Homburger Laternenfest besucht. Am Sonntagnachmittag strömten erneut Zehntausende in die Louisenstraße und auf den Festplatz am Heuchelbach. Im Mittelpunkt stand der Laternenfestzug am Samstagabend.

BAD HOMBURG. Ein ganz Begeisterter zündete ein Feuerwerk für die Königin: der Wirt einer Pizzeria an der Ecke Dietigheimer / Höhestraße. "Das ist ein echter Fan, der macht das schon seit Jahren", verriet Kirsten Ohlrogge, die Vorsitzende des Laternenfestvereins, der das Heimatfest zum 30. Mal organisierte.

Andernorts lockte der erste Laternenfestzug am Samstagabend weniger Besucher an als in früheren Jahren. Mehrere 10 000 säumten die Straßen zwischen Kirdorf und Europa-Kreisel, als die 16 Motivwagen, ein knappes Dutzend Musikzüge und zwei Sechser-Gespanne von Brauereien heranrollten. Das Wetter blieb trocken, aber kurz zuvor, als der Zug sich formierte, hatte ein Regenschauer die Leuchtstäbe einer Majoretten-Gruppe verlöschen lassen. Mit 15 Minuten Verspätung und reparierten Lichtern ging es dennoch los.

"Hier spielt die Musik" lautete das Motto des Zugs und das Thema der von Vereinen gestalteten Motivwagen. Die trotzten der Nacht mit mehr Licht denn je: Brummende Generatoren statt der früher verwendeten Autobatterien machten es möglich. Am hellsten erstrahlte der Wagen der Freizeitgemeinschaft 17, der die Neue Deutsche Welle persiflierte. Zu heißem Samba ließen junge Frauen auf dem Wagen der Feuerwehr Dornholzhausen die Röcke fliegen. Die Stimme Louis Armstrongs war zu hören vom Wagen "Jazz", den die Freunde des Carnevals und die Süwag Energie AG gebaut hatten.

Mit Wänden aus Rosen warb der Wagen der Kur-GmbH, traditionell gebaut von Steinfurther Rosenzüchtern, für das demnächst beginnende Orgelfestival. Im Mittelpunkt des Umzugs, der gestern Abend wiederholt werden sollte, stand der Wagen der Laternenkönigin 2003. Anette I., im bürgerlichen Leben Anette Schäfer genannt, 22 Jahre alt und als Bankkauffrau tätig, thronte in einem blauen Festgewand mitten in einem Meer gelber Blumen.

Mit besonderem Applaus begrüßten viele Zuschauer die Gruppe Mehter Takimi aus Berlin, die in historisch-osmanischen Masken, entsprechender Musik und mit türkischen und deutschen Fahnen am Zug teilnahm. Sie hatte zuvor schon auf dem Kurhausplatz mit ihrer Janitscharenmusik ihre Zuhörer begeistert. Deutsche Folklore stellte eine Kindergruppe auf dem Wagen des Fördervereins der Landgraf-Ludwig-Schule dar. Viele Kinder zogen zudem als Garden vor den Musikkapellen her: die größte stellte mit 30 Mädchen und Buben der Carnevalverein Heiterkeit. Hunderte von Kindern kamen am Sonntagmorgen zum Kinderfest an die Russische Kirche.

Gelegentlich von Regenschauern unterbrochen feierten die Menschen an den Speisen- und Getränkeständen in der Louisenstraße und auf der Ritter-von-Marx-Brücke und in den Karussells und Fahrgeschäften auf dem Platz am Heuchelbach. Unter den Bögen der Ritter-von-Marx-Brücke spielte die Musik im Trockenen. Live-Musik gab es auch auf anderen Plätzen und in Höfen.

Anwohner des Platzes "An der Weed"freuten sich unterdessen an der Ruhe. Sie hatten per Gerichtsverfügung erreicht, dass die früher dort üblichen nächtlichen Tumulte ausblieben. "Ein paar Jugendliche grölten sich mal ein bisschen ihren Frust aus der Seele", sagte eine Anwohnerin, ansonsten blieb es ruhig. Die Polizei meldete einige Ruhestörungen an anderen Orten und ein paar Schlägereie

Frankfurter Rundschau vom 30.8.03
Vergeblich ruft Rivaldo nach dem Fotoapparat
Anette I. eröffnet Bad Homburger Laternenfest bei Sonnenschein / Weniger Buden in der Louisenstraße

Laternenkönigin Anette I. und Stadtrat Michael Korwisi haben gestern das Bad Homburger Laternenfest eröffnet. Höhepunkte sollen die beiden Festzüge sein, die heute und am Sonntagabend von 20.30 Uhr an aus Kirdorf beziehungsweise aus Ober-Eschbach in die Innenstadt rollen.

BAD HOMBURG. "Mama, ich brauch ,nen Fotoappparat", rief ein Junge im Trikot des Fußballspielers Rivaldo und mit der Nummer 11 auf dem Rücken. Doch "Mama" hatte nicht daran gedacht, zur Begegnung mit der Königin den Fotoapparat mitzubringen: Stürmisch war es gestern Nachmittag, aber die Sonne schien, als die 22 Jahre alte Bankkauffrau Anette Schäfer als "Laternenkönigin Anette I." und Stadtrat Michael Korwisi (Die Grünen) vor dem Kurhaus das Laternenfest eröffneten. Die Königin im hellblauen Kleid sprach einige Worte zu ihrem Volk, der Stadtrat im dunklen Anzug stach mit ein paar routinierten Hammerschlägen das erste Bierfass an, das traditionell vom Roten Kreuz gestiftet wird. Der Club Humor begleitete die Zeremonie musikalisch - und danach durfte die Königin unzählige Autogramme für alte und junge Fans unterschreiben. Keine zwei Stunden später ging ein Gewitter über dem Fest nieder.

In der Louisenstraße öffneten derweil weitaus weniger Buden als in früheren Jahren, nachdem im Stadtparlament die drangvolle Enge früherer Fest-Nächte beklagt worden war. So gab es Crêpes, Flammkuchen und Zwiebelrosen in Bierteig zwischen Socken und Filzpantoffeln - und natürlich Fisch, Bratwurst und gebrannte Mandeln. In der Louisenstraße 46 lud ein Plakat zur Musik in den Hinterhof - heute Abend mit der Band "Frau Rauscher". In einer Bude am Kurhaus darf man nicht mehr ganz aktuellen Schwellköppen im Aussehen der Ex-Staatschefs Clinton, Nixon, Breschnew und Mao Bälle ins Maul werfen. Und gegenüber steht auf einem Lebkuchenherzen zu lesen: "Liebe ist, den Hochzeitstermin festzulegen".

Von Günther Scherf

Taunus - Zeitung vom 03.09.2003
Gefragt: Mehr Identifikation! Wenig Beleuchtung beim Laternenfest
Bad Homburg. Ungeachtet der Tatsache, dass es kalt und regnerisch war, ist die Vorsitzende des Laternenfestvereins, Kirsten Ohlrogge, mit dem Ergebnis des diesjährigen Laternenfestes zufrieden. Zwar wurde die angestrebte Besucherzahl von 350 000 Gästen "deutlich unterschritten", gleichwohl seien die Gästezahlen ob solcher Witterung und Konkurrenz seitens des Museumsuferfestes in Frankfurt immer noch "ordentlich gewesen", so Ohlrogge weiter.

Insbesondere am Rathausplatz hatten sich die Organisatoren – Thorsten Behringer von Sky Bungee und Michael Thalhofer vom Gambrinus – vor Besuchern kaum retten können. Thalhofer, der in diesem Jahr seinen Umsatz steigern konnte, denkt sogar darüber nach, im kommenden Jahr ein zusätzliches Toilettenhäuschen aufzustellen, um den Menschenmassen und ihrem jeweiligen dringenden Bedürfnis gerecht zu werden.

Zu denken gegeben hat der Laternenfest-Chefin indes zweierlei: zum einen die Unzufriedenheit der Schausteller und der Geschäftsleute. So mancher Budenbetreiber hatte sich, wie berichtet, über die vom Ordnungsamt vorgegebenen Anordnung der Buden geärgert, während viele Geschäftsleute es als Zumutung empfanden, dass ihre Schaufenster zugeparkt und damit nicht mehr einsehbar waren. Da sei der Laternenfestverein in der Pflicht, und deswegen werde er sich schnell mit der Stadt zusammensetzen, "um so etwas in Zukunft zu vermeiden".

Betrübt ist Ohlrogge aber vor allem über die mangelnde Identifikation der Homburger mit ihrem Heimatfest, demonstriert über mangelnde Beleuchtung von Häusern und Gärten. "Ich kann die Anwohner zwar nicht zwingen, Lichter und Laternen hinzuhängen, aber schön wäre es doch gewesen." An den Stromkosten könne es wohl kaum liegen, dass so wenige Lampions den Weg entlang des Festzuges säumten. "Schließlich stellte zu Weihnachten doch auch jeder sein Bäumchen raus." (sbm)

Taunus - Zeitung vom 03.09.2003
Der Regen hielt sich zurück, doch die Augen der Regentin waren nass
Von Michael Jacob

Bad Homburg. Alles hat nun einmal ein Ende, auch das diesjährige Laternenfest. Während sich am Montagabend im Kurpark der Kinderfestzug mit vielen selbst gebastelten Laternen auf den Weg durch die Promenade machte, warteten zahlreiche Besucher im Jubiläumspark auf das Höhenfeuerwerk.

Um die Wartezeit zu verkürzen, präsentierte der Laternenfestverein ein buntes Unterhaltungsprogramm auf der Bühne und auf der Wiese vor der großen Zuschauertribüne. Die Gruppe "Potatoes" sorgte für eine musikalische Umrahmung, den Reigen der Künstler eröffnete die Tanzformation "Dance for Fans" mit "When You Look At Me" und "Bump, Bump, Bump". In Krankenschwesternkostümen servierte die Tanzgruppe des Kappenklubs Kronberg einen sportlich eleganten "Vengaboy Megamix" und die Damen des TSC Bad Homburg setzten "Maniac" aus "Flash Dance" choreografisch um.

Mit Einsetzen der Dunkelheit zelebrierte die Twirling-Gruppe "Chapeau Claque" aus Rodheim in stimmungsvoller Illumination ihren Twirling-Tanz. Lars Krücke aus Weißkirchen wirbelte seine Diabolos in atemberaubender Geschwindigkeit durch die Luft, vollbrachte sogar das Kunststück, mit zwei Diabolos gleichzeitig zu jonglieren und schließlich einen brennenden Diabolo kunstvoll zu beherrschen. Das Stelzentheater "m.o.v.e.o." in fantasievollen Kostümen trieb mit den Gästen Schabernack, und Silea Adolph aus Berlin tanzte graziös auf dem Seil. Pünktlich auf die Minute waren die Klänge des Spielmannszuges Harmonie zu hören, der den Kinderfestzug mit Anette I. an der Spitze anführte.

Und dann strömten die Kleinen mit ihren Laternen in den Park und bestaunten zum letzten Mal ihre Laternenkönigin, die von der Bühne aus, umrahmt von der hell erleuchteten Laterne, ihre Abschlussworte sprach. "Ich habe jeden Augenblick des Festes in vollen Zügen genossen und bedauert, dass ein Tag nur 24 Stunden hat", betonte Anette I. "Schade, dass nur so wenige meiner Aufforderung gefolgt sind, ihre Häuser mit Laternen zu schmücken", merkte die Regentin an und dankte deshalb denjenigen ganz besonders, die Lichterketten oder Lampions an ihren Fassaden angebracht hatten. Besonderen Dank sprach sie dem Laternenfestverein für die Organisation aus und zum Wetter sagte sie: "In den entscheidenden Momenten – Inthronisation, Festzüge, Windhundrennen und Abschlussveranstaltung – blieb es ja trocken." Dann musste Anette I. mit den Tränen kämpfen, um offiziell das Fest für beendet zu erklären. Erstmals zu einer dezenten Musik setzte ein grandioses Feuerwerk einen fulminanten Schlusspunkt hinter unter das Laternenfest.


Taunus - Zeitung vom 02.09.2003
Die Choreografin des Feuerwerks
Von Alexander Wächtershäuser

Bad Homburg. Ursula Balzer ist vom Laternenfest nicht mehr wegzudenken, denn seit mehr als 30 Jahren setzt sie Glanzlichter beim Bad Homburger Heimatfest. Immer am Laternenfestmontag zaubert die Pyrotechnikerin mit ihrem Team nämlich beim Höhenfeuerwerk fantasievolle Bilder in den dunklen Abendhimmel – gestern war es wieder so weit.

Dabei hatte sich die Inhaberin der "Feuerwerkerei Anton Schwab" aus Frankfurt in diesem Jahr einer besonderen Herausforderung zu stellen. Dieses Mal wurde das große Abschlussfeuerwerk im Jubiläumspark erstmals mit Musik untermalt. Zu den Klängen von "Lord Of The Dance", dem Soundtrack des Kinofilms "Armageddon", John Miles" Klassiker "Music", Gary Moores "Walking By Myself" und Whitney Houstons "One Moment In Time" ergossen sich anno 2003 die Lichtkaskaden.

"Da muss man sein Sortiment genau kennen. Man muss berechnen, wie hoch die Feuerwerkskörper steigen, damit sie passend zur Musik explodieren. Und man muss wissen, welche Farben miteinander harmonieren", erklärt die 52-Jährige. Deswegen sieht sich Balzer auch als Künstlerin, Choreografin, Floristin und Köchin. Choreografin, weil man das Feuerwerk auch räumlich in einer Höhe zwischen 30 und 100 Metern gestalten muss. "Wenn ich das Feuerwerk in einer einzigen Höhe abbrenne, sieht kein Mensch mehr etwas, weil alles verqualmt ist." Floristin, weil das Feuerwerk wie ein Blumenstrauß gebunden werden muss. "Die Farben Gold und Gelb beißen sich, das kann man nicht zusammenmischen. Gold kann man nur mit Blau kombinieren." Köchin, weil man das Essen, sprich Feuerwerk, lange vorbereitet und es dann in einer halben Stunde beendet ist.

Zählen, wie viele Böller und Feuerwerkskörper in die Luft gejagt werden, das ist bei Ursula Balzer verpönt. "Das sagt doch überhaupt nichts über die Qualität des Feuerwerks aus." Das gleiche Feuerwerk zwei Mal abzubrennen, gibt es ebenfalls nicht. "Jedes Jahr kommen ja neue Produkte in unser Sortiment, und die wollen wir auch zeigen." In diesem Jahr waren es Goldserien, kleine Funkenblitze, die sich noch einmal zerlegen. "Wenn ich die sehe und dabei die Musik von Whitney Houston höre, da bekomme sogar ich noch eine Gänsehaut", gibt die Pyrotechnikerin zu.

Taunus - Zeitungvom 01.09.2003
Homburger feiern Party pur im Dauerregen
Von Gerrit Stolte

Bad Homburg. Die Homburger sind einfach ein tolles Volk. Trotz wahrlich schlechten Wetters, trotz langwieriger Diskussionen und sogar eines Gerichtsurteils gegen gute Laune an der Weed, haben sie am Laternenfest kräftig gefeiert. Sowohl am traditionellen Treffpunkt unter der Ritter-von-Marx-Brücke als auch auf dem neuen Szenetreff am Rathausplatz gab's am Wochenende "Party pur". Waren die Gesichter am frühen Freitagabend bei den Veranstaltern vom Gambrinus und der Schreinerei eher noch lang, hellten sie sich trotz dunkler werdenden Himmels im Laufe des Festes immer mehr auf.

Vor allem am Rathausplatz war am Samstagabend richtig viel los. Über tausend Menschen tanzten bei dem vom Gambrinus organisierten Konzert der Homburger Punkrocker von Ego. Zwar begann es kurz vorher, wie schon am Freitag, wieder zu regnen. Doch dem Publikum war es anscheinend egal. Mehr noch. Sie machten die Nacht zum Tage. "Ab zwölf Uhr sind wir dann ins Gambrinus umgezogen", so Besitzer Michael Thalhofer. "Da haben wir dann bis um fünf Uhr gefeiert." Für die Musik sorgten hier die beiden Disc-Jockeys "Sancho" und "Pancho". Thalhofer war insgesamt zufrieden mit dem Umsatz am Laternenfest. "Klar hätte das Wetter besser sein können, aber damit muss man sich abfinden. Wir haben dennoch ein gutes Geschäft gemacht." Und am Dienstag würde bestimmt wieder die Sonne scheinen. "Dann können die Sonnenschirme wenigstens trocken eingepackt werden", nahm er die Wetterkapriolen vom Wochenende mit Humor.

Auch unter der Brücke in der Altstadt war die Stimmung gut. "Wir haben zwar nicht ganz so viel Umsatz wie in den letzten Jahren gemacht", erzählte Schreinerei-Besitzerin Regina Kessler. "Daran war aber auch das Museumsuferfest Schuld". Ansonsten war Kessler zufrieden. Vor allem, weil von Randale unter der Brücke wie immer nichts zu merken war. "Wir kennen unser Publikum, auf das können wir uns verlassen." Um die umliegenden Häuser vor Schäden zu behüten, haben die Veranstalter sogar ein Meter hohe Schutzplanen aus Plastik an den Fassaden angebracht. Einziger Kritikpunkt: "Der Verkauf von Glasflaschen mit Szenedrinks muss anders organisiert werden", fordert Kessler. "Die landen zum Teil auch hier unten unter der Brücke." Kessler empfiehlt, die Flaschen stärker zu bepfanden. Ein besonderes Lob verdiente sich neben dem Publikum auch die Stadt. "Die Zusammenarbeit verlief wieder reibungslos. So macht es einfach Spaß", freute sich Kessler. Spaß hatten auch die in die Tausenden gehenden Besucher. Denn wie jedes Jahr heizte die Oldieband "T-Birds" dem Publikum bis Mitternacht mit ihrem Programm aus Partykrachern zum Mitsingen kräftig ein. Und an der Weed? Am frühen Samstagabend war der Platz verlassen wie eine Geisterstadt. Lediglich eine leere Orangensaftpackung und eine Plastiktüte lagen herum. Probleme hat es keine gegeben. Dafür aber auch kein Publikum. "Hier war gestern tote Hose", ärgerte sich Alfred Schmadel vom Kaminstübchen. Schmadel überlegt, im nächsten Jahr mit einem eigenen Stand auf die Louisenstraße zu gehen. "Wenn da noch was frei ist. Die sind ja auf Jahre ausgebucht", befürchtet er. Ansonsten erwartet er auch bei bestem Wetter im nächsten Jahr kein besseres Geschäft. "Ohne Live-Musik läuft hier nichts." Dafür umso mehr unter der Brücke und auf dem Rathausplatz.

Bei allen Kontroversen, die es in den letzten Monaten rund um das Thema "Weed und Laternenfest" gegeben hat, bleibt immerhin erfreulich zu vermelden, dass das Festwochenende ruhig verlief. Sowohl Feuerwehr als auch Polizei vermeldeten außer den im Rahmen eines Festes üblichen Ruhestörungen keine besonderen Vorkommnisse. Mehrfach wurden angebliche Schlägereien gemeldet, Geschädigte wurden bei der Polizei jedoch nicht vorstellig.

Taunus - Zeitung vom 01.09.2003
Homburger, aufgepasst: Hier spielt die Musik! Italienischer Prinz flirtet mit Anette I.
Von Michael Jacob

Bad Homburg. Ein Traum vieler Bad Homburger wurde beim diesjährigen Festzug am Samstagabend wahr: Endlich war die Laternenkönigin nicht mehr so allein auf ihrem festlich illuminierten Wagen! Zumindest für einige wenige Minuten konnte sich ihre Hoheit mit einem italienischen Prinzen auf ihrem Gefährt präsentieren: Pasquale Caiffa sorgte mit seinem Auftritt in der Höhestraße für eine kleine Sensation während des Umzuges, denn in einem festlichen Prinzenkostüm bestieg er über eine Leiter den königlichen Wagen und überreichte Anette I. einen opulenten Blumenstrauß, der farblich genau auf die Gewänder der Regentin abgestimmt war.

Nach wenigen Augenblicken war das Intermezzo vorüber, aber die johlende Zuschauerschar zollte dem Einsatz des Gastwirtes hohen Respekt: "Warum muss die Königin immer mutterseelenallein auf ihrem Wagen sitzen?", fragte Gisela Jung aus Oberusel. Doch dann widmete sie wieder ihre ganze Aufmerksamkeit dem großartigen Lindwurm des Laternenfestes.

Es war wieder eine Zitterpartie, denn kurz vor Beginn des Zuges setzte erneut Regen ein, so dass Pessimisten gar damit rechneten, der Festzug könnte nicht starten. Doch mit einer gewissen Verspätung, um alle Planen wieder von den liebevoll dekorierten Fahrzeugen zu entfernen, nahte dann doch der Zug in seiner vollen Größe. Unter dem Motto "Hier spielt die Musik" und umrahmt von den Pferdegespannen der Henninger und Licher Brauerei, schlängelte sich der Festzug von Kirdorf durch die Promenade und in die untere Louisenstraße. Heiße Samba-Rhythmen in markanten Kostümen präsentierte die Freiwillige Feuerwehr Dornholzhausen, bunt geschmückt entführte der Förderverein der Landgraf-Ludwig-Schule in die Welt der Folklore, der Horex-Club erinnerte mit einem schnittigen Motorrad an die Zeit von Elvis Presley, die Freizeitgemeinschaft 17 präsentierte sich im Stil der Gruppe "Kernkraft" der Neuen Deutschen Welle in weißen Overalls, eine Jazz-Combo swingte bei der Süwag-AG und im Schallplatten-Design erinnerte der Freizeitclub Wüste an die Rock & Pop-Ära.

Ins Bett schickte die Freiwillige Feuerwehr Kirdorf den Deutschen Schlager, der HCV zeigte poppige Farben zum Thema "Flower Power" und die Erlenbacher Kerbeburschen widmeten sich in Krachledernen der deutschen Volksmusik. Zu Techno tanzte die Kolpingfamilie Kirdorf, im edlen Ambiente präsentierte sich die Kur- und Kongress-GmbH mit einer in Rosen gebetteten Orgel zum Thema "Orgelfestival" und schließlich entführte die Osmanische Musikgruppe aus Berlin in eine gänzlich andere musikalische Welt. Nicht zu vergessen die Musik- und Fußgruppen aus Homburg, Rodheim, Dietzenbach, Birstein, Steinbach und Eschborn, die einen großen Teil zum Gelingen des Festzuges beitrugen.


Taunus - Zeitung vom 01.09.2003
Ein Augenaufschlag, und dann: "Noch Mal?"
Bad Homburg. Weithin sichtbar war der große Luftballonbogen, der sich an der Rückseite der Russischen Kirche in den Himmel wölbte. Immer wieder stiegen bunte Ballons mit Karten versehen hinauf, um am Sonntag beim Wettbewerb im Rahmen des Kinderfestes teilnehmen zu können. Gebannt blickten die Kleinen ihren persönlichen Grüßen an die Welt nach und hofften, dass ihr Ballon die weiteste Strecke zurücklegen wird. Und dann flitzten sie hinunter auf die große Wiese, um den Spiel-Parcours des Laternenfestvereins zu absolvieren. Teils war Geschicklichkeit gefragt, wenn große Ringe über hölzerne Männchen geworfen, beim Eierlauf das bunte Utensil auf dem Löffel über die Ziellinie gebracht oder der Ball an der Torwand richtig platziert werden musste.

"Komm, ich helfe Dir", meinte der freundliche Betreuer bei "Hau den Lukas", als Tom (4) den Holzhammer kaum in die Höhe brachte. Auch beim Nagel-in-den-Balken-Schlagen drückten die Helfer ein Auge zu, wenn der Nagel nicht im Gehölz verschwinden wollte. "Ziiiieh!!!!", feuerten auch die Eltern ihre Sprösslinge beim Tauziehen an und immer tiefer hängten die Laternenfestler die Brezeln, damit die jüngsten Besucher herankamen.

Kräftig in die Pedale treten mussten die Kinder beim Fahrrad-Test und die Väter durften kräftig beim Mülltonnenrennen mit anpacken. "Das könnte ein Plüschtier sein", rätselte die zehnjährige Viola beim geheimnisvollen Fühlkasten und dann rannte sie mit ihrer Parcours-Karte bewaffnet zum Preisetisch. Dort warteten je nach Punktzahl gestaffelt tolle Gewinne von Seifenblasen bis hin zum Gesellschaftsspiel. "Papa, können wir noch einmal?", fragte Petra (8) mit gekonntem Augenaufschlag. (min)


Taunus - Zeitung vom 01.09.2003
Bad Homburg: Weniger Gäste beim Laternenfest
Bad Homburg. Das Laternenfest hat in diesem Jahr geringere Besucherzahlen zu verzeichnen. Knapp 200 000 Gäste strömten am Wochenende in die Kurstadt. Der Regen machte am Freitag vielen einen Strich durch die Rechnung. Die Disco am Rathaus fiel buchstäblich ins Wasser. Die gute Laune ließen sich die Homburger indes nicht verderben. Gefeiert wurde vor allem unter dem Brückenbogen nahe der "Weed", auf der nach einem Gerichtsurteil laute Musik verboten worden war.

Taunus - Zeitung vom 01.09.2003
200000 Besucher beim Fest des großen Regens und der großen Lücken
Bad Homburg. "Es ist einfach gemein!", zog Sima Gerecht eine treffliche Wetterbilanz zum diesjährigen Laternenfest. Monatelang ließ der Regen auf sich warten, setzte dann aber pünktlich zum Heimatfest ein. Doch die Besucher ließen sich das Feiern nicht verderben. Jeweils wenige Minuten nach den letzten Tropfen füllten sich die Straßen wieder und schon bald herrschte in der Feiermeile Louisenstraße immer wieder dichtes Gedrängel.

Viel Live-Musik gab es schon in der Fußgängerzone, ob beim DRK auf dem Kurhausplatz, im Höfchen am Waisenhausplatz oder unter der Brücke in der Altstadt. Kräftig dabei waren auch wieder die Vereine, die ehrenamtlich zum Gelingen des Festes beitrugen: unter anderen die Pfadfinder, die Freunde des Carneval (FdC), der Rock`" n" Roll-Club "Acht nach Sechs" und viele private Anbieter in kleinen Höfen engagierten sich kräftig, um die 200 000 Besucher, weniger als im vergangenen Jahr, zu bewirten.

War es ein Fest der Lücken? Verwundert rieben sich die Flaniergäste am Waisenhausplatz ob der gähnenden Leere die Augen. Kaum etwas lud in den vergangenen Jahren mehr zum Verweilen ein, als das gemütliche Ambiente vor dem Waisenhausplatz. Nun lockte lediglich ein in die Ecke gestelltes Kinderkarussell, das in den Abendstunden ohnehin nicht frequentiert wurde. Und bei den Lichterketten in der Louisenstraße konnte man von kleinen Lücken kaum mehr reden, denn es waren in der Tat fünf (!), die zwischen Kurhaus und Haingasse klafften.

Wer sich durch die Festmeile bis zum Heuchelbachplatz an all den verlockenden Speisen vom Knobibrot über Prager Schinken bis zum Scampispieß vorgearbeitet hatte, konnte sich zunächst beim Riesenrad einen Überblick über das Geschehen machen. Nervenkitzel versprach der "Top Spin", bei der Achterbahn sausten die Gäste nicht nur durch Haarnadelkurven, die Gondeln drehten sich auch um sich selbst. "Das war total cool!", meinte die achtjährige Simone beim Verlassen der Geisterbahn, die zumindest den Jüngeren Angst und Schrecken einjagte. "Take off" und "Billy Joker" wirbelten die Besucher kräftig durch die Luft und wer sich eher traditionsreichen Fahrgeschäften verbunden fühlte, war in der Berg- und -Talbahn bestens aufgehoben.

"Wir hätten uns insbesondere für Freitag besseres Wetter gewünscht", sagt die Vorsitzende des Laternenfestvereins, Kirsten Ohlrogge. Ob's allein am Wetter lag, dass man "an der Weed ob der Friedhofsstimmung fast ein Kreuz hätte aufhängen können", dazu wollte Ohlrogge sich nicht äußern. Immerhin: Unter der Brücke war die Stimmung riesig, und dass Petrus kurz vor Aufstellung des Festzuges ein Einsehen hatte und den Regen abschaltete, kam der Stimmung natürlich zugute.

Übrigens: Die Stadt bezuschusst das Laternenfest mit rund 77 000 Euro, die Kur- und Kongress-GmbH mit 2600 Euro. (min/sbm)


Taunus - Zeitung vom 30.08.2003
Im "Ausnahmezustand" sind Flexibilität und Einfühlungsvermögen gefragt
Bad Homburg. Die Diskussion um die Anordnung der Stände zum Laternenfest ist buchstäblich bis zur letzten Minute, kurz vor Eröffnung des größten Bad Homburger Festes, geführt worden. Noch am frühen Mittag beschwerten sich zahlreiche Geschäftsinhaber bei der TZ über das mangelnde Einfühlungsvermögen und die fehlende Flexibilität des zuständigen städtischen Fachbereichs Sicherheit und Ordnung.

"Mein Geschäft ist völlig zugestellt, von Entzerrung kann keine Rede sein", echauffierte sich Thomas Riedeberger. Der Inhaber der Firma Robert Schneider am Kurhaus spielte damit auf das vom Magistrat beschlossene neue Konzept für das Laternenfest an, wonach die Stände künftig reduziert werden sollen, um einen besseren Durchgang auf der Louisenstraße zu ermöglichen (die TZ berichtete).

Auch die Filialleiterin von Blume 2000, Diana Schebb, ist mit der Anordnung der Stände nicht glücklich. Zwar habe sie Verständnis dafür, dass ein Mal im Jahr vier Tage lang "Ausnahmezustand" in der Stadt herrsche, gleichwohl sei sie darauf angewiesen, ihre Blumen auf der Louisenstraße zeigen zu können. Das aber sei in diesem Jahr nicht möglich, weil sie drei Stände vor ihr Schaufenster gesetzt bekommen habe. Ähnlich ergeht es dem Schuhhaus Becker. Dessen Geschäftsführer, Jürgen Skorwider, hatte sich zwar nach langem Hin und Her mit der Stadt geeinigt, gleichwohl ärgerte er sich über die "Paragrafenreiterei". Skorwider: "Eine Abstimmung vor dem Laternenfest mit Laden- und Hausbesitzern wäre für die Zukunft wünschenswert. Denn einfach so vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, gefällt keinem." Dass sie im kommenden Jahr schon in aller Herrgottsfrühe vor ihrer Ladentür steht, um Schlimmes zu verhindern, das hat sich Yvonne Hofmann vom Modehaus Engbers geschworen. Ihr Schaufenster wird von einem Crêpes-Stand halb zugestellt. "Nicht mal mehr die Markise geht runter. Es ist eine Katastrophe", ärgerte sie sich. Empört ist auch Monika Gottaut von Biba-Moden. Zu Recht: Auf ganzer Breite und Höhe verdeckt ein Wagen mit Waffelspezialitäten ihr Geschäft. Kaum noch zwei Meter sind Platz, um zwischen Wagen und Schaufenster entlangzugehen.

"Wir sollten nicht vergessen, dass wir mit der Stadt immerhin einen Kompromiss gefunden haben, was die Aufstellzeiten betrifft", erklärte der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft, Jörg Hölzer. Waren in den Jahren zuvor bereits dienstags die Schausteller angereist, kamen sie in diesem Jahr erst am Donnerstag – "und das wird dem Handel doch gehörig helfen, dass der Umsatz nicht wie sonst während des Laternenfestes um 60 bis 80 Prozent zurückgeht", sagte Hölzer. Für Verständnis wirbt auch die Vorsitzende des Laternenfestvereins, Kirsten Ohlrogge. "Das Fest findet ein Mal im Jahr statt, den Verantwortlichen wird eine riesige logistische Leistung abverlangt, da muss man sich doch ein wenig zusammenreißen."

Das sieht so mancher Schausteller zwar ähnlich, gleichwohl macht zum Beispiel der Vorsitzende der DRK-Ortsvereinigung, Günter Krause, aus seinem Frust keinen Hehl: "Ich habe zwar Verständnis dafür, dass das Ordnungsamt seine Vorgaben hat, aber man muss doch vernünftig miteinander reden können und nicht stur mit dem Aufstellplan winken", sagte er. Wie berichtet, musste das DRK seinen Stand weiter rechts vom ursprünglichen Standort auf dem Kurhausvorplatz aufbauen, um die Sicht auf Kurhaus und Brunnen nicht zu versperren. Mehr Platz und freie Sicht, das hätte sich auch Henry Waltz gewünscht, der seit 24 Jahren während des Festes vor dem Kurhaus Bier ausschenkt. In diesem Jahr fand er seinen Stand eingekesselt, in zweiter Reihe hinter dem Lions-Club. "Eine klare Fehlentscheidung", sagt er.

"Wir machen doch nur unseren Job", verteidigte sich Ordnungsamtsleiterin Susanne Fafflock. Und wenn ein Standbetreiber seinen vorgegebenen Platz verlassen wolle, damit der Eingang eines Geschäftes nicht blockiert sei, dann sei das zwar löblich. "Aber wenn er dann den Wagen vor einem Hydranten aufbaut, kann ich ihm das beim besten Willen nicht genehmigen." (jam/sbm)


Taunus - Zeitung vom 30.08.03
Korwisi eröffnete das Bad Homburger Laternenfest
Von Janine Stavenow
Bad Homburg (tz) Mit bunt gestreiftem Regenschirm war er zum Stand des DRK gekommen. Denn so ganz wollte Stadtrat Michael Korwisi (Grüne) dem unerwartet blauen Himmel, der sich pünktlich zum Auftakt des Laternenfestes über Bad Homburg breit gemacht hatte, nicht trauen. Seinen Schirm aber konnte der Dezernent, der in Vertretung von Bürgermeisterin Dr. Ursula Jungherr (CDU) das Heimatfest mit dem Fassanstich eröffnete, getrost zur Seite legen. Denn als Laternenkönigin Anette I., begleitet vom Fanfarenzug des Clubs Humor, den Kurhausvorplatz betrat, setzte die Sonne Ihre Hoheit gekonnt ins Licht.

"Die Woche ist für mich wie im Fluge vergangen", berichtete Anette I. ihrem Volk, das sich zahlreich um die DRK-Bühne versammelt hatte, um Ihrer Majestät zuzuwinken. Die Inthronisation, eine Autogrammstunde und natürlich der Besuch des Landrats in seinem Reich seien bisherige Höhepunkte ihrer Regentschaft gewesen.

Und eigentlich wollte sich die junge Königin auch den Anstich des Freibierfasses nicht nehmen lassen. "Aber aus Rücksicht auf mein schönes Kleid lasse ich Herrn Korwisi den Vortritt", so Anette I. Der meisterte den Hammerschlag mit Bravur, und das Angebot, sich ein Glas des kühlen Gerstensaftes abzuholen, ließen sich die Bad Homburger nicht entgehen. "Treffen Sie alte Freunde, und vor allem: Kommen Sie mit fremden Leuten ins Gespräch. Denn das ist in erster Linie das Ziel des Festes", forderte Korwisi die Gäste auf.

Und während die einen noch in Ruhe ihr Bierchen tranken, stürzten sich die anderen schon ins Festgetümmel auf der Louisenstraße. "Wollt Ihr noch mal?" "Ja!", kreischten die Fans des Kettenkarussells, das im Wellenflug vor dem Kurhaus seine Runden drehte. Hoch im Kurs bei den Besuchern standen schon kurz nach Eröffnung die Stände, aus denen es verführerisch nach Popcorn, gebrannten Mandeln und Zuckerwatte duftete. Aber auch Herzhaftes war gefragt, denn so manch einer hatte kurzerhand seine Mittagspause in die Festmeile verlegt.

Wer sich wunderte, dass die Königin nach der Eröffnungszeremonie statt in ihr dunkelblaues Gefährt von BMW nun in einen bordeaux-roten Flitzer stieg, dem bleibt zu sagen, dass auch königliche Kutschen nicht vor Unfällen gefeit sind. Ein Autofahrer hatte dem Chauffeur Ihrer Majestät die Vorfahrt genommen und war ihm reingefahren. "Die gesamte rechte Seite war beschädigt", informierte Hans-Martin Noll, Neuwagenverkaufsleiter beim Autohaus Kohlhas, der jedoch in Windeseile ein Ersatzfahrzeug beschafft hatte.


Taunus - Zeitung vom 29.08.2003
Laternenfest: Vor dem Start gab's noch mal Ärger
Bad Homburg. Wenn heute Nachmittag endlich das Laternenfest eröffnet wird, wird sicher keiner mehr davon sprechen wollen. Tatsache ist aber, dass das Aufbauen der Stände sowohl unter den Marktbeschickern als auch unter den Geschäftsinhabern rund um die Louisenstraße für Unmut gesorgt hat. Während viele Einzelhändler sich darüber beschwerten, dass ihre Schaufenster nicht mehr zu sehen seien, ärgerten sich Budenbetreiber über ungünstige Standorte für ihre Wagen. So musste etwa das Deutsche Rote Kreuz einige Meter nach rechts vom angestammten Standort auf dem Kurhausvorplatz ausweichen, weil das Ordnungsamt vorgab, dass die Sicht auf Kurhaus und Brunnen vom DRK-Wagen nicht verdeckt werden dürfe. "Wir haben das Problem erkannt und werden für das kommende Jahr eine Lösung finden", sagte Stadtsprecher Andreas Möring auf Anfrage der TZ. (sbm)

28.8.03
Frankfurter Rundschau
Lampions, Windspiele und Kerzenschein im Schloss


Bad Homburg feiert das Laternenfest / Radio Megahertz auf Sendung / 30-Meter-Partytheke auf dem Rathausplatz

Die Hitze ist vorbei, die Meteorologen prophezeien mäßig warmes Schauerwetter. Den Vorbereitungen zum Bad Homburger Laternenfest tut's keinen Abbruch. Am morgigen Freitag eröffnen die Festbuden in der Innenstadt zwischen Rathaus und Ritter-von-Marx-Brücke und die Karussells auf dem Festplatz am Heuchelbach.

BAD HOMBURG. Wie schon seit bald zwei Jahrzehnten üblich, lockt das DRK mit einem Grill- und Biergarten, in dem es auch Musik und Erbsensuppe gibt. Der Stand vor dem Kurhaus ist am Freitag, 14.30 Uhr, Treffpunkt der Laternenfest-Prominenz: Denn hier wird das Fest offiziell von Anette I. eröffnet.

Zum sechsten Mal ist das private "Radio Megahertz" zum Laternenfest auf Sendung. Seit Mittwoch, 27. August, 6 Uhr, und noch bis Montag, 1. September, 24 Uhr, senden die Mitglieder eines Vereins Musik und Information aus und über Bad Homburg. Der Sender ist per Antenne im Raum Bad Homburg, Friedrichsdorf und Oberursel auf der Ukw-Frequenz 91,7 MHz zu empfangen.

Eine 30 Meter lange Partytheke bauen die Betreiber des Musiklokals "Gambrinus" auf dem Rathausplatz auf. An allen Festtagen legen DJs von 18 Uhr an dort Platten auf, von 21 Uhr an machen Bands Live-Musik: am Freitag die Abi-Band der Friedrichsdorfer Philipp-Reis-Schule, am Samstag die Gruppe "Ego" und am Sonntag "Hole Full Of Love". Nach Mitternacht kann im "Gambrinus" weiter gefeiert werden. Am Rathausplatz besteht laut Mitteilung der Stadtverwaltung erstmals bei einem Laternenfest auch Gelegenheit zum Bunjee springen.
Unter dem Motto "Schwarzbier bei den Roten" zapft die SPD von Freitag, 14 Uhr, an vor ihrem Bürgerbüro in der Louisenstraße 38 Schwarzbier. Der Gewinn aus dem Verkauf kommt dem Projekte "Bewegte Kids" der Gesamtschule am Gluckenstein zugute, einem Förderungsprogramm zum Abbau motorischer Defizite. - Die Junge Union, die wegen eines gerichtlichen Verbots nicht zum Party-Treff auf die Weed einlädt, baut ihren Ausschankwagen mit Getränken zu Niedrigpreisen vor der Commerzbank am Kurhaus auf.

Musik auf Cembalo und Orgel erklingt am Samstag zwischen 14 und 17 Uhr zu jeder vollen Stunden in der Schlosskirche. Thomas Wilhelm spielt Kompositionen von Bach und anderen. Am Sonntag spielt Jonas Manuel Pinto zur gleichen Zeit auf Flügel bzw. Orgel. Auf seinem Programm stehen unter anderem Stücke von Beethoven, Mendelssohn Bartholdy, Bach, Schumann, Bernstein und Mozart.

Das Landgrafenschloss erstrahlt an Samstag und Sonntag im Glanz von 1000 Kerzen. Von 14 bis 18.30 Uhr können die festlich illuminierten Schauräume besichtigt werden.

Rockmusik bietet der Verein "Kulturkiste" an allen vier Laternenfest-Tagen im Hof Neue Mauerstraße 13 an. Freitag bis Sonntag von 18 Uhr an bei freiem Eintritt. Am Montag, 20 Uhr, tritt die Band "Birth Control" auf. Dazu gibt es Karten im Vorverkauf bei Tourist Info + Service im Kurhaus und in der Gaststätte "Hexenturm".

Eine Osmanische Musikgruppe nimmt am Samstag am Laternenfestzug 2003 teil. Die in Berlin lebenden türkischen Musiker treten nach Angaben der Vorsitzenden des Laternenfest-Vereins, Kirsten Ohlrogge, zuvor am Samstag gegen 17 Uhr auf der Bühne vor dem Kurhaus auf. Zum Sonntags-Festzug ist die Gruppe nicht mehr in Bad Homburg.

Die TV-"Lottofee" Franziska Reichenbacher wird die Tombola des Rotary-Clubs Bad Homburg am Sonntag, 31. August, zwischen 14 und 19 Uhr moderieren. Weiterer Moderator ist der Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig. Die Tombola steht Samstag und Sonntag auf der Dietigheimer Straße. Hauptgewinne sind Laptops, Reisen, Wochenendfahrten mit Luxus-Leihwagen und ein Mitflug im Cockpit eines Lufthansa-Jets. Mit dem Erlös der Losverkäufe wollen die Rotarier den Wiederaufbau der Gartenlandschaft Kleiner Tannenwald unterstützen.

Das 44. Windhund-Festival im Rahmen des Laternenfestes richten der Club für Windhundrennen und der Kur- und Verkehrsverein am Samstag und Sonntag im Jubiläumspark aus. Nahezu alle Rassen sind bei dem Festival vertreten: vom größten Hund der Welt, dem Irischen Wolfshund, bis zum winzigen Windspiel.Wer der schönste Hund seiner Rasse ist, wird am Samstag von 10 Uhr an ermittelt. Am Sonntag geht es dann ab 10 Uhr um Schnelligkeit. Die Finalläufe fangen gegen 14 Uhr an. Vorher werden einzelne Windhundrassen vorgestellt. Dabei tragen die Hundeführer die jeweilige Tracht des Herkunftslandes der Hunde. Kurdirektor Peter Bruckmaier, sonst ein Gegner vor allem freilaufender Hunde im Park, betont, dass Clubmitglieder den Jubiläumspark nach der Veranstaltung stets selbst von Hundehaufen befreien.
Torwandschießen, Eierlaufen und Mülltonnen-Rennen stehen unter anderem auf dem Programm des Kinderfests am Sonntag von 9 bis 12 Uhr auf der Wiese hinter der Russischen Kirche an der Promenade. Außerdem gibt es einen Luftballon-Wettbewerb, und die Taunus-Sparkasse lässt eine Kindereisenbahn ihre Runden drehen. Vier Kindergruppen der Höchster Schlossgarde machen dazu Musik.

Beim Finale des Laternenfests im Jubiläumspark tritt am Montagabend auch eine Seiltänzerin auf. Silea Adolph turnt in luftiger Höhe auf einem gerade mal einen Zentimeter dicken Strick durch den Park, bevor das Feuerwerk den Nachthimmel erleuchtet.

Sechs Vereine und eine Schule haben ihre Teilnahme am Kinderfestzug zugesagt, der am Montag um 20.30 Uhr am Elisabethenbrunnen startet und zur Laternenfest-Abschlusszeremonie in den Jubiläumspark führt. "Das Laternenfest liegt in diesem Jahr noch in den Ferien", sagt Zugorganisator Heinz-August Denfeld, "deshalb haben sich einige Schulen nicht zur offiziellen Teilnahme entschließen können." Kinder können aber auch unangemeldet mitmachen, wenn sie ein Lampion mitbringen.

Unfallhilfestellen richtet das Rote Kreuz am Rathaus und in der Feuerwache an der Schwalbacher Straße ein. Rund 50 Sanitäter aus allen DRK-Bereitschaften sind im Einsatz. Außerdem sind Sanitäter auf dem gesamten Festgelände zu Fuß unterwegs. In der Rettungswache an der Promenade sind zusätzlich ein Notarztwagen und zwei weitere Rettungswagen stationiert. ute/che/off

Taunus Zeitung 27.08.2003
Biergarten und Bahnengolf, Windhunde und Festzüge

Bad Homburg. Das Laternenfest lebt nicht nur von den vielen Fahrgeschäften, Schaustellerbuden, Ess- und Getränkeständen, sondern auch von dem Engagement von Vereinen und Privatpersonen, die dem Homburger Heimatfest Atmosphäre verleihen. Das ist natürlich auch in diesem Jahr nicht anders. Am deutlichsten wird das an dem Festzug, der am Samstag um 20.30 Uhr in Kirdorf und am Sonntag um die gleiche Zeit in Ober-Eschbach startet.

Im Bier- und Grillgarten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Kurhaus wird das Laternenfest am Freitag um 14.30 Uhr durch Laternenkönigin Anette I. eröffnet. Clown "Klinki" unterhält samstags zwischen 12 und 18 Uhr die Kinder. Am Sonntag lädt dann das DRK von 11 Uhr an zum Prominentenfrühschoppen.

Neben der Verpflegung der Festbesucher kümmern sich die Rotkreuzler auch um die medizinische Versorgung. Die Rettungswache in der Promenade wird für die Dauer des Laternenfestes um drei Fahrzeuge aufgestockt. Im Rathaus und in der Feuerwache in der Schwalbacher Straße ist jeweils eine Unfallhilfestelle eingerichtet. Außerdem sind Sanitäter auf dem gesamten Festgelände unterwegs.

Auch die große Tombola des Rotary Clubs Bad Homburg gehört zum Laternenfest einfach dazu. Wie immer gibt es attraktive Preise - unter anderem ein Mitflug im Cockpit eines Lufthansa-Jets - zu gewinnen. Von 14 bis 19 Uhr wird am Sonntag Lottofee Franziska Reichenbacher die Tombola moderieren. Auch Sportreporter Jürgen Emig hat seine Unterstützung zugesagt.

Laternenfest im Hof gibt es in diesem Jahr unter anderem in der Louisenstraße 46. An vier Tagen spielen fünf Bands. Los geht's jeweils um 21 Uhr. Getränke gibt es zum Sparpreis von 1,50 Euro. Die längste Partytheke des Laternenfestes steht aber sicherlich im Diskobiergarten des Musiklokals Gambrinus, Am Bahnhof 4. Von Freitag bis Montag spielen jeweils von 21 Uhr an Bands.

Ein wenig paradox klingt das, was der SPD-Ortsverein Bad Homburg den Laternenfestbesuchern verspricht: Schwarzbier bei den Roten. Der Erlös des Verkaufsstands neben dem Nordsee-Restaurant kommt dem Projekt "Bewegte Kids" zugute.

Der Sonntagvormittag (9 bis 12 Uhr) steht ganz im Zeichen der Kinder. Auf der Wiese hinter der Russischen Kirche gibt es Tauziehen, Mülltonnenrennen, einen Luftballonwettbewerb und vieles mehr. Die Teilnahmegebühr für die Kinderspiele belaufen sich auf drei Euro, für den Ballonwettbewerb auf einen Euro.

Zum 44. Mal rennen am Sonntag von 10 Uhr an Barsois, Whippets und Sloughis beim Windhundrennen im Jubiläumspark dem falschen Hasen nach. Bereits am Samstag findet von 10 Uhr an die Windhund-Zuchtschau im Jubiläumspark statt.

Das Schloss erstrahlt am Samstag und Sonntag von 14 bis 19 Uhr im Kerzenschein. Mehr als 1000 brennende Kerzen verleihen den Gemächern einen romantischen Glanz. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 3,50 Euro, für Kinder 2,50 Euro. Der Weiße Turm kann für einen Euro erstiegen werden. Die Schlosskirche ist von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Wer sich königlichen Glanz nach Hause holen möchte, der sollte am Freitag zwischen 10.30 und 11.45 Uhr in die Filiale der Taunus- Sparkasse, Louisenstraße 60, oder am Montag, 17 Uhr, in die dritte Etage des Kaufhauses Karstadt zur Autogrammstunde von Anette I. kommen.

Laternenfest mal anders bietet der Bahnengolfsportverein Bad Homburg an und lädt für den Sonntag, 10 Uhr, auf seiner Anlage im Hirschgarten zu einem Jedermann-Turnier ein. Die Startgebühr beträgt 2,50 Euro. Wer mag, kann ab sofort trainieren. Eine Trainingskarte kostet 7,50 Euro.

Am Montag beginnt um 19.30 Uhr die Abschlussveranstaltung im Jubiläumspark . Um 20.30 Uhr setzt sich der Kinderfestzug der Vereine und Schulen am Elisabethenbrunnen in Bewegung. Mit einem Feuerwerk klingt das Laternenfest gegen 21.30 Uhr aus. (aw)
 

Taunus Zeitung 25.08.2003
Eine Königin im Abendlicht 600 Homburger sehen Anette I.
Von Cornelia Varwig

Bad Homburg. In goldenes Abendlicht gehüllt stand der noch leere Thron auf dem Kurhausvorplatz und wartete auf seine künftige Herrscherin, wie auch die zahlreichen Kinder, die voll Ungeduld den königlichen Podest umringten. Zum ersten Mal wurde der erste offizielle Akt der Laternenkönigin – ihre Inthronisation – am Samstag in den Abendstunden zelebriert. Drei in farbenfrohe, leuchtende Gewänder gehüllte Stelzkünstler schenkten den wartenden Kindern Bonbons und versetzten das Publikum mit ihrer Größe und Anmut ins Staunen.

"Wir wollen uns mit Musik und einem kleinen Programm auf das 68. Laternenfest einstimmen", kündigte die Vorsitzende des Laternenfestvereins, Kirsten Ohlrogge, an. Bis zu 600 Homburger waren nach ihrer Schätzung erschienen, um sich ihre diesjährige Laternenkönigin Anette I. anzuschauen. Die Big Band Idstein und die Twirlinggruppe Claque Chapeau verkürzten mit ihren musikalischen und tänzerischen Einlagen die Wartezeit.

Endlich hörte man von weitem ein Hupkonzert: Die noch amtierende Laternenkönigin Tanja I. wurde in einem quietschroten VW New Beetle vorgefahren. Sie hatte die schwierige Aufgabe, sich von den Homburgern und dem schönen Amt zu verabschieden sowie Krone und Zepter an ihre Nachfolgerin Anette I. weiterzureichen. Diese ließ dann auch nicht mehr lange auf sich warten und rollte in einem schicken schwarzen VW-Käfer-Cabrio über das Pflaster.

Von einer Kinderschar umringt, bahnte sie sich ihren Weg zum Thron und nahm würdevoll Krone und Zepter entgegen. Küsschen links, Küsschen rechts von ihrer Vorgängerin, und schon war es vollbracht. Stadtverordnetenvorsteher Franz-Josef Ament (CDU) und Oberbürgermeisterin Dr. Ursula Jungherr (CDU) gratulierten der frisch gebackenen Königin. "Ich fordere alle auf, ihre Häuser zu schmücken und Laternen zu entzünden", wandte sich Anette I. an ihre Homburger. Sie sprach zudem das Musikverbot in der Altstadt an: "Wenn alle feiern möchten, dann feiert man eben mit." Dafür erntete sie Zustimmung: "Ich finde es sehr schade. Das Fest dauert doch nur vier Tage", bedauerte Patrick Hilgeland.

Darum machte sich die dreijährige Selin indes keine Sorgen. Sie hatte ein Autogramm bekommen und war von der Königin einfach begeistert, wie ihre Mama versicherte. Ein Homburger Ehepaar lobte die Unkompliziertheit und Schlichtheit der Krönungsfeier. Anette I. stellte fest: "Das Gefühl, Königin zu sein, kommt erst ganz langsam. Aber beim Fest nächste Woche ist es sicher da."
 

Taunus-Zeitung 25.08.2003
Clowns und Kerzen, Würstchen und Windhunde
Bad Homburg. Offizieller Startschuss fürs diesjährige Laternenfest ist der Fassanstich mit der Laternenkönigin am kommenden Freitag um 14.30 Uhr im Bier- und Grillgarten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vorm Kurhaus. Bis Montag gibt es täglich Würstchen, Erbsensuppe und Live-Musik. Am Freitag verteilt Anette I. in der Taunus-Sparkasse am Kurhaus von 10.30 Uhr an Autogramme. Zum Prominentenfrühschoppen lädt am Sonntag, 31. August, von 11 Uhr an der DRK-Vorsitzende und Landrat Jürgen Banzer (CDU) mit Musik der Band "Echoes of Jazz" ein. Am Samstag und Sonntag, jeweils von 12 bis 18 Uhr, sorgt "Clown Klinki" am Stand des Roten Kreuzes für Unterhaltung.

Prominenten Besuch bekommt der Rotary Club Bad Homburg am Sonntag von 14 bis 19 Uhr von der ARD-Lottofee Franziska Reichenbacher. Sie wird den Losverkauf für die Tombola ankurbeln. In festlichem Glanz erstrahlt wieder das Schloss mit 1000 Kerzen. Samstag und Sonntag, jeweils von 14 bis 18.30 Uhr, können die stilgerecht beleuchteten Räume besichtigt werden. Wer sportlich engagiert ist, kommt Samstag und Sonntag (10 Uhr) bei der Windhundrennenzuchtschau und beim Rennen im Jubiläumspark auf seine Kosten.

Für musikalische Unterhaltung der jüngeren Generation ist an allen Laternenfesttagen auf dem Rathausplatz und in der Kulturkiste, Neue Mauerstraße 13, gesorgt. Ruhigere Klänge gibt es am Samstag und Sonntag zwischen 14 und 18 Uhr beim Orgelvorspiel in der Schlosskirche zu hören. Mit einer großen Abschlussfeier in Jubiläumspark von 19.30 Uhr an klingt das Laternenfest aus. Höhepunkt wird dabei das große Feuerwerk gegen 21.30 Uhr sein. (cv)

Taunus-Zeitung 15.8.03

Hier spielt die Musik!

Bad Homburg. Der Blick in den Kalender zeigt: Das Laternenfest steht unmittelbar bevor. Für die Gäste heißt es nur noch, sich zwölf Tage in Geduld zu üben, die Veranstalter indes müssen noch ein wenig arbeiten. Immerhin - die Vorbereitungen sind weitgehend abgeschlossen. Das erklärte die Vorsitzende des seit fast 30 Jahren federführenden Vereins zur Gestaltung und Förderung des Laternenfestes, Kirsten Ohlrogge, am Freitag. Die Organisatoren bauen auch in diesem Jahr auf die bewährten Säulen des Heimatfestes. Auf dem Festplatz am Heuchelbach locken die rasanten Fahrgeschäfte und in der Innenstadt gibt es viel Live-Musik gemäß dem diesjährigen Motto "Hier spielt die Musik".

Insgesamt 16 Vereine und Institutionen aus Bad Homburg werkeln kräftig an den Motivwagen für den Festzug am Samstag und Sonntag, an dem auch zahlreiche Musik- und Fußgruppen sowie als einer der Höhepunkte eine osmanische Gruppe aus Berlin teilnehmen wird. Eine Änderung im Zugverlauf gibt es am Samstag, denn wegen der zahlreichen Besucher wird der Zug in diesem Jahr nicht mehr über den Kurhausvorplatz ziehen, sondern über die Promenade. Dafür gibt es unterhalb des Kurhauses an beiden Tagen eine Zugmoderation. Zusätzlich werden die Gäste dort am Sonntag über die Motivwagen informiert.

Schon am kommenden Samstag startet das Laternenfest mit der Krönung von Anette I., die ihre Insignien der Regentschaft von Amtsvorgängerin Tanja I. übernehmen wird. Mit einem vielseitigen Showprogramm werden die Besucher auf die offizielle Amtseinführung von 18 Uhr an auf dem Kurhausvorplatz eingestimmt.

Am Freitag, 29. August, ist es dann endlich so weit: Beim traditionellen Fassanstich beim DRK vor dem Kurhaus wird Laternenkönigin Anette I. das Fest offiziell eröffnen. Am Abend sind dann wieder alle Jazzfreunde aufgerufen, im Schlosshof die "Echoes of Jazz" zu erleben. Erstmals hat sich das Kuratorium Bad Homburger Schlosskirche dieser Veranstaltung angenommen, die bei jedem Wetter stattfinden kann, denn bei Regen wird kurzerhand in die Schlosskirche ausgewichen.

Besonders glücklich ist Kirsten Ohlrogge, Vorsitzende des Laternenfestvereins, wieder über das Engagement von Vereinen und Institutionen. "Ohne sie ginge gar nichts", sagt Ohlrogge. So ist seit vielen Jahren etwa die Kulturkiste in der Neuen Mauerstraße mit Live-Musik dabei, das Rock'n" Roll-Zentrum "Acht nach Sechs" sorgt auf dem Schulhof der Landgraf-Ludwig-Schule für Stimmung und auf dem Rathausplatz garantiert das Gambrinus Unterhaltung. Ganz zu schweigen vom DRK, das auf dem Kurhausplatz das gesamte Laternenfest-Wochenende über präsentiert und sich um das leibliche Wohl der Gäste kümmert.

Für die kleinen Besucher des Laternenfestes ist das Kinderfest am Sonntagvormittag der wichtigste Termin, zumal dort auch die Laternenkönigin erscheint, um Autogrammkarten zu verteilen und bei den Spielen mitzumachen. Ohne die 50 (!) ehrenamtlichen Helfer, die schon im Morgengrauen den Parcours aufbauen und die Spiele betreuen, wäre die 30 Jahre lange Tradition des Kinderfestes an der Russischen Kirche nicht aufrechtzuerhalten.

Der Kinderfestzug am Montagabend wird auf Grund der Ferien nicht ganz so opulent ausfallen, wie in den vergangenen Jahren: Sechs Vereine und eine Schule haben sich bisher angesagt, aber Zugbegleiter Heinrich August Denfeld ist dennoch zuversichtlich, dass viele Kinder mit Laternen in den Jubiläumspark ziehen werden, wo trotz der Trockenheit in jedem Fall das Feuerwerk entzündet wird

15.8.03 Frankfurter Rundschau
Flower-Power, falsche Hasen und Funkstille auf der Weed


Laternenfest bietet so viel Musik wie noch nie / Motivwagen zeigen Musikgeschichte / Krönung der Königin am Samstag

Noch zwei Wochen bis zum größten Bad Homburger Fest: Am Samstag wird die 22 Jahre alte Bankkauffrau Anette Schäfer um 18 Uhr vor dem Kurhaus zur Laternenkönigin Anette I. gekrönt, und am Freitag darauf, dem 29. August, geht das viertägige Volksfest richtig los.

Von Günther Scherf

 
BAD HOMBURG. Irgendwie kurios: Auf der Weed im Herzen der Altstadt herrscht gerichtlich verordnete Funkstille, aber andernorts soll das Laternenfest 2003 so viel Musik wie nie zuvor bieten. Vor dem Kurhaus, unter der Ritter-von-Marx-Brücke, auf dem Rathausplatz. beim Rock'n'roll-Club "Acht nach Sechs" an der Landgraf-Ludwig-Schule, bei der Kulturkiste in der Neuen Mauerstraße und in einem Hinterhof der Louisenstraße werden an den vier Festtagen Bands live Musik machen. Vor dem Kurhaus, wo das Rote Kreuz und der Laternenfestverein gemeinsam eine Bühne betreiben, wird am Sonntagabend die Folk-Rock-Sängerin Barbara Clear das Programm gestalten.

Hinzu kommt der Schlosshof: Nach der Pause steigt dort am Freitag, 29. August, von 20 Uhr an wieder der inoffizielle Laternenfest-Auftakt mit einem Jazz-Konzert. Die "Echoes of Jazz" spielen Dixie, Swing und Blues - und erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt ist Almut Gwiasda wieder als Sängerin mit von der Partie. Veranstaltet wird der Jazz am Freitag zum ersten Mal nicht vom Laternenfestverein, sondern vom Kuratorium Bad Homburger Schlosskirche.

"Hier spielt die Musik" lautet auch das Motto des Festzugs. 16 Lichter geschmückte Motivwagen von Vereinen und Institutionen werden an Samstag und Sonntag, 30. und 31. August, begleitet von zehn Musikzügen durch Bad Homburg rollen. Start ist wie seit 30 Jahren am Samstag in Kirdorf und am Sonntag in Ober-Eschbach, Ziel die Innenstadt. Anders als im vorigen Jahr wird der Festzug am Samstag nicht vor das Kurhaus, sondern hinter dem Kurhaus über die Promenade abwärts rollen.

Die Motivwagen - gebaut nach Entwürfen von Eberhard Domnick und Wilfried Boese - werden Musikgeschichte und -ereignisse glossieren: von der Flower-Power-Epoche bis zum lokalen Orgel-Festival "Fugato". Und selbst beim abschließenden Feuerwerk am Laternenfest-Montag kurz vor 21.30 Uhr im Jubiläumspark werde Musik zu hören sein, kündigt Kirsten Ohlrogge, Vorsitzende des Laternenfestvereins, an.

Zum Programm gehören auch zahlreiche Standards. So werden die Festbuden vom Rathaus bis zur Ritter-von-Marx-Brücke in der Louisenstraße und am Schulberg stehen. Die großen Karussells werden auf dem Platz am Heuchelbach aufgebaut. Der Laternenfest-Verein lädt für Sonntag, 31. August, 9 Uhr zum Kinderfest auf die Wiese hinter der Russischen Kirche. Und der Kur- und Verkehrsverein lässt am Sonntag von 10 Uhr an Windhunde im Jubiläumspark um den "Bad Homburger Silberpokal" und andere Trophäen einem falschen Hasen nachrennen.

Der Verein organisiert das Heimatfest mit zahlreichen Vereinen und Organisationen. Knapp 100 000 Euro beträgt sein Etat; dazu trägt die Stadt Bad Homburg 80 000 Euro bei, die überwiegend durch die Standgebühren der Festplatz-Betreiber wieder eingespielt werden sollen. Die knapp 100 000 Euro werden auch draufgehen, so viel ist jetzt schon sicher: "Da wird nichts übrig bleiben", sagt Ohlrogge, die wieder mit 250 000 bis 350 000 Besuchern rechnet - "je nach Wetter".

Polizei und Rettungsdienste werden ihre Einsatzbereitschaft deutlich verstärken. Die Wache der Freiwillige Feuerwehr an der Schwalbacher Straße wird an den vier Tagen rund um die Uhr mit mindestens einer Einsatzgruppe besetzt sein, die im Notfall sofort ausrücken kann. Und das Rote Kreuz baut nach Worten seines Sprechers Peter Höfler am Rathausplatz eine zusätzliche Wache - neben der in der Promenade - mit einem Notarzt auf.

 

Taunus-Zeitung 15.8.03
Haie und Seepferdchen, Wasserschlangen und Rosenkavaliere
Von Michael Schaich

Bad Homburg. "Mist!", sagte die kleine Mona, "jetzt hab" ich einen Zacken abgeschnitten". Das "Opfer" der Unachtsamkeit verlor bei dem Versehen zwar eines seiner fünf Beine, überlebte den Unfall jedoch ohne schwer wiegende gesundheitliche Folgen. Die Scherenattacke traf nämlich nur einen orange-farbenen Papierseestern, mit dem die Achtjährige ihre eigens gebastelte Laterne schmücken wollte. Schnell war der Schock überwunden, denn ihre Freundin Kristina hatte als Ersatz sofort eine Hai-Schablone zur Hand.

Mona und Kristina waren zwei der zahlreichen Kinder, die am Mittwoch in der DLRG Station des Seedammbades klebten, ausschnitten und zeichneten. Der Grund: Die Deutsche Lebensrettungs Gesellschaft hatte zum Laternen-Basteln geladen - natürlich unter dem Motto "Unterwasserwelten". Aus Zeichenpapier, regenbogenfarbenen und weißen Laternentransparenten fertigten die Kinder Fantasiewelten, in denen sich Haie, Seeschlangen, Seepferdchen und Delfine tummelten.

"Die Teilnahme am Umzug auf dem Laternenfest ist bei der DLRG bereits Tradition", erklärt Eva Fischer, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei den Rettungsschwimmern. Rund zwanzig Kinder marschierten, so Fischer weiter, jedes Jahr beim Laternenfestumzug mit und präsentierten ihre künstlerischen Schöpfungen. Im vergangenen Jahr wurden die DLRG-Kinder für ihren Basteleinsatz sogar vom Laternenfestverein für ihre kreativen Werke als drittbeste Umzugsgruppe ausgezeichnet. "Auf diese Weise haben wir dann 75 Euro gewonnen, die wir dieses Jahr wieder in Bastelmaterial investieren konnten", freut sich Fischer. Um die Punktrichter zu überzeugen, entstehen bei der DLRG jedes Jahr neue Laternen, und natürlich "dreht es sich bei uns immer um Wasser und Schwimmen", erklärt Eva Fischer.

Mona verzichtete bei der Dekoration ihrer, dem Lebensraum der "Wasserbewohner" entsprechend, blau-grünen Laterne gänzlich auf Seesterne. Heilfroh war sie dann allerdings, als sie erfuhr, dass in der Natur Seesternen abgetrennte Arme wieder nachwachsen. Glück gehabt.

Auch Max Gromer zählte sich zu den von Fortuna Begünstigten. Denn als Vorsitzender des Gemeinschaftskreises Alt Homburg wurde ihm gestern die Ehre zu Teil, der diesjährigen Laternenkönigin Anette I. eine Rose zu überreichen. Ihre Königliche Hoheit war sichtlich erfreut. "Es war schon immer mein Herzenswunsch, Laternenkönigin zu sein", erklärte Anette I. beim "Brunnengebabbel", dem ersten offiziellen Termin vor ihrer Inthronisation. Und schwups belohnte sie ihren "Rosenkavalier" mit einem königlichen Kuss.

Taunus-Zeitung 9.8.03
Laternenfest mit königlichem Programm

Bad Homburg. Vom 29. August bis zum 1. September lässt Bad Homburg seinen ganzen Charme wieder im Lichterglanz erstrahlen: Das traditionelle Laternenfest, das größte Heimatfest seiner Art in Hessen, steht an. Wie beliebt es ist, zeigen Jahr für Jahr die Besucherscharen, die es sich in Wein- und Biergärten, an Imbissständen und Jahrmarktbuden, bei fröhlichen Karussellfahrten und allerlei besonderen Veranstaltungen für Jung und Alt gut gehen lassen.

Einen Vorgeschmack auf den festlichen Trubel erhalten die Gäste bereits am Samstag, 23. August: Anette I. wird zur Laternenkönigin gekrönt. Zu dem Ereignis lädt der Laternenfestverein von 18 bis 22.30 Uhr auf den Kurhausplatz ein, und er stellt natürlich wieder ein königliches Programm - diesmal mit der "Big Band Idstein", Darbietungen "für die Optik", so Vereinsvorsitzende Kirsten Ohlrogge, sowie Speis und Trank - auf die Beine.

"Hier spielt die Musik!" lautet das Motto des Laternenfestes 2003. Bei den Festumzügen zeigen die Motivwagen mit allerlei Augenzwinkern die verschiedensten Musikstile auf, von Rock und Reggae über Flower-Power und Country bis hin zu Oper und Operette. Zwei Mal ziehen sie durch Bad Homburg und seine Stadtteile, und wie jedes Jahr, werden sie im Herzen der Stadt mit fachkundiger Moderation präsentiert. Am Samstagabend auf der Promenade hinter dem Kurhaus, am Sonntagabend auf dem Kurhausplatz. Dort spielt - wie an allen Tagen - ab 19 Uhr eine Band fetzige Musik. Musik gibt es auch am Freitagabend zum Auftakt: Die beliebte Veranstaltung "Jazz im Schlosshof" findet nach einjähriger Pause wieder statt. Das "Kuratorium Bad Homburger Schlosskirche" hat mit den "Echoes of Jazz" die Regie übernommen, um die Freunde des Jazz nicht darben zu lassen.

In der Altstadt wird an den Festtagen unter dem großen Brückenbogen, bei der Kulturkiste in der Neuen Mauerstraße und beim Rock-'n'-Roll-Tanz-Zentrum "8 nach 6" auf dem Schulhof der Landgraf-Ludwig-Schule ebenso Musik erklingen wie am östlichen Ende der Laternenfestmeile, auf dem Rathausplatz. Hier öffnet das Musiklokal Gambrinus erneut seinen Open-Air-Disco-Biergarten und bietet sowohl "Partyalarm mit DJs" als auch Live-Musik.

Die Freunde klassischer Musik kommen nicht zu kurz. In der Schlosskirche, die am Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet ist, gibt es ein abwechslungsreiches Programm auf der historischen Bürgy-Orgel zu hören. Dass es auch in diesem Jahr heißt "Schloss Homburg im festlichen Glanz", versteht sich. Die Museumsräume können an beiden Tagen zwischen 14 und 19 Uhr im Schein von 1000 Kerzen besichtigt werden.

Szenenwechsel: Diejenigen, denen Hundegebell wie Musik in den Ohren klingt, kommen beim 44. Windhundfestival auf ihre Kosten. Es werden wieder mehrere Hundert Tiere der verschiedenen exotischen Rassen erwartet, die sich bei der Zuchtschau am Samstag im Jubiläumspark der Bewertung durch die Richter stellen. Am darauf folgenden Tag beweisen etwa 100 Windhunde ihre Schnelligkeit. Die Rennen beginnen um 10 Uhr mit den Vor- und Zwischenläufen, ab 14 Uhr finden die Finalläufe statt.

Das Laternenfest bringt nicht zuletzt den Kindern viel Spaß. Sei es auf dem Festplatz an der Schwalbacher Straße, sei es mit den kleineren Karussells, die in der Louisenstraße aufgestellt werden, oder sei es beim traditionellen Kinderfest am Sonntagvormittag im Kurpark an der Russischen Kirche. Hier können die Kleinen an den tollsten Wettbewerbspielen wie Sackhüpfen, Eierlaufen, Tauziehen, Büchsenwerfen, Torwandschießen und Mülltonnenrennen teilnehmen und schöne Preise gewinnen. Am Montagabend startet um 20.30 Uhr am Elisabethenbrunnen im Kurpark der Kinderfestzug, zu dem die Kids Laternen mitbringen. Er endet im Jubiläumspark. Noch einmal gibt es hier ein buntes Programm und viel, viel Musik, ehe die Kinder zusammen mit Laternenkönigin Anette I. die Abschiedszeremonie vollziehen und ein Höhenfeuerwerk den Ausklang des Laternenfestes 2003 verkündet. (og).

 

Taunus-Zeitung 11.7.03

13 Farben und ein einmaliges Lächeln

Bad Homburg. Sicher: Das hellblaue Kleid ist ein Hingucker, und auch die hochgesteckten Haare mit den vielen romantischen Locken sind ein echter Blickfang. Die Herzen der Homburger wird die diesjährige Laternenkönigin aber mit etwas anderem erobern. "Anette lacht so viel", schwärmt die Vorsitzende des Laternenfestvereins, Kirsten Ohlrogge.

Diese Natürlichkeit spielte auch beim "Einkleiden" der 22-Jährigen die entscheidende Rolle. Zwar hatte sich Anette ursprünglich ein rotes Kleid gewünscht, doch Schneidermeisterin Manuela von Haldenwang konnte sie davon überzeugen, dass ein "Vergissmeinnicht-Blau" viel besser zu ihrem "zarten Wesen" passe. 45 Stunden lang hat von Haldenwang und ihr Team an dem Kleid gearbeitet. Es besteht aus zwölf Metern Taft, die Ärmel und der Volant sind aus gestreifter Doupion-Seide. Der Ausschnitt ist verziert mit einer Rosenrüsche.

"Ich bin total begeistert - es ist ein Traum geworden", sprudelt es aus Anette heraus, als sie das Kleid erstmals öffentlich präsentiert. Und als sie beim Posieren im Garten einmal fast das Gleichgewicht verliert, reagiert sie - natürlich - auf ihre Weise: Sie lacht.

Lachen muss sie auch, als ihr Stylistin Nicole Morawitz verrät, dass sich nicht weniger als 13 Farben in ihrem geschminkten Gesicht befinden. Ebenfalls ungewohnt für Anette, die im Alltag gerne auf Make-up verzichtet, ist die Frisur. "Ich habe ja ansonsten glatte Haare", erklärt sie, "hoffentlich erkennen mich die Leute jetzt überhaupt noch . . ." Sagt's, lacht und freut sich jetzt riesig aufs Laternenfest.

Auch an Anettes Ausstattung beteiligt sind Bous (Wäsche), Duchesse (Schuhe), Scheurenbrand (Ring) und Christ (Kette und Armband). (os)

Taunus-Zeitung 14.6.03
"Der eigene Hund macht keinen Lärm, er bellt nur."
Orscheler Brunnenfest 2005: Nach internen Berichten verfügten die Brunnenfestbetreiber in Oberursel, nach dem ab 22 Uhr nur noch in den Kellern der jeweiligen Lokalitäten gelacht werden darf. Zudem lässt man ab 22.30 Uhr ausschließlich Plastikbecher (Pfand, versteht sich) zu, die beim Anstoßen nicht klirren. Nach 23 Uhr sind Unterhaltungen ausschließlich per SMS, Getränkebestellungen durch geräuschloses Winken erlaubt. Bei Polizeieinsätzen halten die Beamten Schilder mit der Aufschrift "Tatütata" hoch, Musikgruppen verteilen ab 22 Uhr ihre Noten zum Selbstlesen an die Gäste und packen ein.
Warum freuen wir uns eigentlich nicht alle und genießen, dass es solche Einrichtungen wie das Brunnenfest oder das Laternenfest in Bad Homburg gibt? Natürlich: Krachmacher bis in die Morgenstunden kann niemand dulden, das versteht sich. Stadt und Organisatoren haben denen aber bereits vor Jahren einen Riegel vorgeschoben und klare Vorgaben gemacht.
Betrunkene indes und einzelne Störenfriede sind nicht nur beim Brunnenfest zu finden - und schon gar nicht zu verhindern. Dass jedoch das persönliche Ruhebedürfnis über dem Allgemeininteresse steht - ein Mal im Jahr - ist unverständlich. Musik nur noch leise? Beim Brunnenfest? In Homburg gilt ab 22 Uhr gar die Grenze 55 Dezibel - also etwa die Lautstärke eines auf dem Boden zerschellenden Bierkruges. Um 24 Uhr muss ganz eingepackt werden - gerade dann, wenn es meist am gemütlichsten wird.
Vielleicht machen sich diejenigen, die am meisten selbst gegen die bereits harsch beschränkte Feierei vorgehen, einmal Gedanken, was das Brunnenfest für Orschel bedeutet. Es ist eben nicht nur das große Fest in der Stadt, sondern für alle teilnehmenden Vereine überlebenswichtig. Als größte Einnahmequelle für die Vereinskasse ist das Risiko (Standmiete und Kosten) nur dann zu tragen, wenn auch ein vernünftiges Plus unterm Strich steht. Je kürzer das Fest, je geringer das Angebot als Lockmittel für Besucher, desto weniger klingelt es in den Kassen.
Vor allem machen gerade diese großen und kleinen Feste viel Flair einer Gemeinde aus und sind kommunikative Treffpunkte. Was liegt den Klagenden in den Kommunen - nicht nur Oberursel und Bad Homburg - daran, wenn es ganz still wird? Schlafstadt Oberursel? Schon jetzt gibt es Orte, in denen durch erfolgreiche Klagen das Nachtleben auf eine beleuchtete Telefonzelle beschränkt wurde.
Noch mehr Beschränkungen machen Feste kaputt. Kurz darauf ist dann lautes Jammern zu hören, dass ja nichts los sei im Dorf. Verkehrte Welt.
Das Zusammenleben in einer Gemeinde endet eben nicht mit dem Schließen der Haustür. Rücksicht aufeinander nehmen bedeutet nicht, dass alle auf meine Wünsche einzugehen haben, sondern dass das allgemeine Interesse wichtig ist. Wenn alle feiern möchten, feiert man mit. Und wenn es länger wird vor der Haustür, gibt's Ohrstöpsel, die die Kommunen sicher kostenlos ausgeben.
Wie betont: Dies ist kein Freibrief für tagelangen Krach und wilde Besäufnisse - aber der Versuch, das Miteinander in einer Kommune zu fördern. Das Brunnenfest gehört zum Zweiteren.
Aber schon Tucholsky hat erkannt: "Der eigene Hund macht keinen Lärm, er bellt nur."


26.
5.03 Frankfurter Rundschau
Anette I. ist neue Laternenkönigin

BAD HOMBURG. Die neue Laternenkönigin heißt Anette I. Unter neun Bewerberinnen entschied sich das Auswahlgremium des Vereins zur Gestaltung und Förderung des Bad Homburger Laternenfests für die 22-jährige Bankkauffrau Anette Schäfer.
Die gebürtige Fuldaerin lebte bis zum Jahr 2000 in Steinbach und ist erst vor zwei Jahren nach Bad Homburg umgezogen. Das Laternenfest kennt sie jedoch nach Mitteilung des Vereins von Kindesbeinen an: "Früh stand für sie fest, dass sie unbedingt nach Bad Homburg ziehen muss, um auch einmal Laternenkönigin zu werden."
Anette Schäfer, beruflich bei einer Bank in Frankfurt tätig, liebt in ihrer Freizeit Skifahren und Joggen. Für ihr Amt qualifizierte sich die junge Frau durch ihr sehr fröhliches Naturell: Sie lacht und feiert gern.
Inthronisiert wird die neue Laternenkönigen am Samstag, 23. August. Dann wird Anette I. die Amtsinsignien von ihrer Vorgängerin, Tanja I. entgegen nehmen.

Das Laternenfest findet in diesem Jahr vom 29. August bis 1. September statt. rv


26.5.03 Taunus-Zeitung
Anette glücklich: Hurra, ich bin Laternenkönigin

von Michael Jacob
Bad Homburg. Bei allen Diskussionen, die in diesen Tagen um das Laternenfest und insbesondere die Musiklautstärke geführt werden, steht eines unumstößlich fest: Eine Laternenkönigin wird es auch in diesem Jahr geben. Sie heißt Anette Schäfer, ist 22 Jahre jung und freut sich schon seit ihrer Kindheit auf das Amt der Laternenkönigin. Und das ganz ohne Jux, denn schon als Kind besuchte sie aus ihrer Heimatstadt Steinbach jedes Jahr das Bad Homburger Heimatfest, zog mit ihren Eltern zum Kinderfest, bewunderte den großen Festzug und blickte mit strahlenden Augen zu der Regentin empor, die huldvoll in die Menge winkte. "Das wollte ich auch einmal werden", bekennt die Bankkauffrau, doch gab es da noch einige Hindernisse zu überwinden, denn als Steinbacher Bürgerin hatte sie natürlich keine Chance, in das Amt gewählt zu werden.

Da es der zukünftigen Königin nicht nur das Laternenfest angetan hatte, sondern Bad Homburg im Allgemeinen ("Für mich ist Bad Homburg die schönste Stadt!"), stand für sie fest: Wenn sie auf eigenen Beinen steht und genug Geld verdient, wird sie in die Kurstadt ziehen. Gesagt, getan. Nach ihrem Realschulabschluss an der Erich-Kästner-Schule in Oberursel und ihrer Banklehre bei der Spada-Bank in Frankfurt fand sie eine lukrative Stelle bei der bws-Bank in Frankfurt und zog vor zwei Jahren in die Brandenburger Straße nach Bad Homburg. Gleich im nächsten Jahr schickte sie ihre Bewerbung an den Laternenfestverein und wurde 2002 auch prompt zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

"Die Abstimmung in unserem Gremium fiel damals denkbar knapp aus – für Tanja Weber, gegen Anette", erinnert sich Kirstin Ohlrogge, die Vorsitzende des Laternenfestvereins, "und wir hofften alle, dass Anette sich erneut bewerben würde." Darauf brauchten die ehrenamtlichen Organisatoren des Festes nicht lange zu warten. Denn: "Ich wollte mich so lange bewerben, bis ich es eines Tages geschafft habe", erzählt Anette mit einem Schmunzeln. Trotzdem war sie sich auch in diesem Jahr nicht sicher und erzählte niemandem von ihrer Bewerbung, noch nicht einmal ihrem Freund Thorsten, der ihr nach Bekanntgabe des Ergebnisses dann aber mit einem riesigen Blumenstrauß gratulierte.

"Als Jugendliche war ich mit meinen Freundinnen immer an der Weed und unter dem Brückenbogen in der Altstadt. Da war immer eine super Stimmung und man traf ganz viele nette Leute", erzählt Anette. In diesem Jahr wird sie für das pure Vergnügen wohl weniger Zeit finden, warten doch zahlreiche Termine auf die Regentin. Aber auch darauf freut sich die 22-jährige, besonders auf die Besuche in Kindergärten, Schulen und bei Festen. Noch kann sie es gar nicht fassen, dass sie es nun schon beim zweiten Anlauf geschafft hat, aber die ersten Termine bei der Schneiderin stehen bereits vor der Tür. Einen Wunsch teilt Anette mit alle ihren Vorgängerinnen: Schönes Wetter zum Laternenfest!
 

26.3.03 Taunus-Zeitung
Laternenkönigin 2003 gesucht
 

Der Verein zur Gestaltung und Förderung des Bad Homburger Laternenfestes sucht seine Laternenkönigin für 2003. Welche Bad Homburgerin möchte die Nachfolge von TANJA I. antreten und als Laternenkönigin 2003 die Stadt Bad Homburg und das Laternenfest (29. August – 1. September) repräsentieren? Angesprochen sind alle jungen, interessierten Damen im Alter zwischen 20 und 28 Jahren, die natürlich, lebenslustig, fröhlich und aufgeschlossen sind und Spaß an einem repräsentativen Amt haben. Eine weitere Bedingung, die eine Laternenkönigin erfüllen muss: Sie muss in Bad Homburg ihren 1. Wohnsitz haben. Schriftliche Bewerbungen mit möglichst zwei verschiedenen Fotos, einem Lebenslauf und einer kurzen Selbstdarstellung sind bis spätestens 4. Mai  an die Vorsitzende des Vereins: Frau Kirsten Ohlrogge, Alemannenweg 15, 61352 Bad Homburg v.d. Höhe zu richten. Der Laternenkönigin entstehen im Zusammenhang mit ihrem Amt keinerlei Kosten.