Presse 2004

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Auferstanden aus Ruinen...
Von Claudia Rundel
Noch wenige Tage, dann steht die Kurstadt wieder ganz im Zeichen des Laternenfestes – und einer der Höhepunkte wird erneut der große Umzug sein. Zahlreiche Motiv-Wagen werden sich am Samstag und Sonntag (jeweils 21.30 Uhr) durch die Straßen schlängeln. Einige ausgefallene Exemplare stellt die TZ vor. Nachdem wir uns gestern dem Horex-Club widmeten, geht es heute um den «Freizeitclub Wüste».
Bad Homburg. «Heute ist, glaube ich, nichts dabei», sagt Olaf Sonnenberg mit Blick auf den Inhalt des Containers. Doch nebenan werden er und Stephan Schädel fündig. Große Teile eines alten Holzbettes, reich verziert und hell gestrichen, fördern sie aus dem Holz-Container auf dem Recyclinghof zu Tage. Seit 14 Jahren nimmt der Freizeitclub Wüste am Laternenfestumzug teil – und baut die Festwagen einzig aus dem, was andere Leute wegwerfen.

Es war Ende der 80er-Jahre, als sich eine Gruppe von rund 20 jungen Homburgern, mehrheitlich Männer, in der Freizeit regelmäßig traf. «Wir waren an jedem Wochenende gemeinsam auf Achse», erinnert sich der heute 36-jährige Schädel. Ob Unternehmungen jeglicher Art, Kerb oder andere Feste – die Homburger waren dabei. Ihren Namen gaben sie sich in einer misslichen Situation: «Uns sind bei einem Fest die Getränke ausgegangen», lacht Sonnenberg. Und diesem beklagenswerten Zustand trugen die durstigen Kehlen Rechnung und nannten sich fortan Freizeitclub Wüste.
Stephan Schädel, der schon für den Wanderclub beim Wagenbau aktiv gewesen war, hatte eines Tages die Idee, sich am Laternenumzug zu beteiligen. Auch die anderen waren begeistert. Mit einem Ufo gingen sie 1990 an den Start. Als sich der Zug in Bewegung setzte, lagen hinter den Aktiven sechs Wochen, in denen sie täglich an dem Wagen gearbeitet hatten. «Danach sind einige ausgestiegen», erinnert sich Schädel, dass manchem der Einsatz zu viel war. Ein halbes Dutzend Leute arbeitet heute an dem Festwagen. Denn der «Wüstenverein» ist kleiner geworden. Aus den Männern, die in der Geburtsstunde des Clubs kaum 20 Jahre alt waren, sind gestandene Familienväter und viel beschäftige Berufstätige geworden.
«Aber der Kontakt ist nicht verloren gegangen», bekräftigen Sonnenberg wie Schädel, die zusammen mit Christian Schmidt, Carsten Sonneberg und Markus Hopf aktiv beim Wagenbau dabei sind. Auf die Idee, den Motivwagen aus Material des Recyclinghofs zusammenzubauen, kamen die Homburger eher aus der Not heraus. «Die ersten Wagen waren sehr teuer», so Schädel. Auf der Suche nach einer kostengünstigen Alternative kam man auf das in jeder Hinsicht Naheliegende, und so werkeln die Wüsten-Männer seit Jahren auf dem Gelände des Betriebshofes.
Was als Notlösung gedacht, entpuppte sich als wahre Fundgrube und Herausforderung an die eigene Kreativität. «Früher wussten wir vorher genau, wie der Wagen aussehen soll. Heute werden die Ideen auch vom Material bestimmt», so der 36-jährige Sonnenberg. «Spielbank» lautet das diesjährige Thema. Was für den fantasielosen Geist ein altes Regenfass, wird derzeit zum Unterbau eines Spieltisches. Die alten Bambusrollen einer Tee-Reklame drehen sich wie die bebilderten Walzen eines Spielautomaten. Eine Blumensäule, Metallfüße eines ausrangierten Tisches, ein Plastik-Benjamini – alles haben sie mit einer gehörigen Portion Kreativität und handwerklichem Geschick zur Innenansicht der Spielbank arrangiert. Der Wagen selbst entstammt einem abgebrannten Spielmobil. Lediglich ein alter «einarmiger Bandit» und das Bild des Spielbankbegründers sind Leihgaben des Homburger Casinos.
Seit sechs Wochen laufen die Arbeiten. Gerne würden Sonnenberg und Schädel wieder mehr der ursprünglichen Wüsten-Mitglieder für den Zug und die Vorbereitung begeistern, denn der Arbeitsaufwand ist groß. So groß, dass sich einmal auch schon der Gedanke ans Aufhören breit machte. «Aber das ist wie in vielen Vereinen. Wenn es keiner mehr macht, ist bald Schluss» – und so haben sie sich entschlossen, weiterzumachen. Dass ihre Festwagen alles andere als Müll sind, davon zeugen die insgesamt elf Prämierungen, die sie erhalten haben. Hätten sie einen Wunsch fei, würden sie gerne einen riesigen Drachen bauen. «Oder Raumschiff Enterprise», sagt Stephan Schädel, den dieser Gedanke fasziniert.
Vielleicht ist dazu noch Gelegenheit, denn wenn es nach dem harten Kern der Wagenbauer geht, wird es noch viele Umzüge mit ihnen geben: «Wir wollen auf jeden Fall die 25 erreichen», kündigt Olaf Sonnenberg an.

Musik, Minigolf und schnelle Hunde
 
Bad Homburg. Laternenfest ist mehr als Rummelplatz sowie Ess- und Trinkstände. Das zeigt ein Blick auf den Veranstaltungskalender zum großen Heimatfest.
An allen Festtagen gibt’s von 17 Uhr an Rockmusik in der Neuen Mauerstraße 13, jeweils um 18 Uhr beginnen die Konzerte auf dem Rathausplatz und von 19 Uhr an vor dem Kurhaus. Am Freitagabend spielen im Schlosshof die «Echoes of Jazz». In der Schlosskirche gibt es samstags und sonntags zwischen 14 und 18 Uhr zu jeder vollen Stunde ein Konzert.
Das Schloss erstrahlt am Wochenende im Schein von 1000 Kerzen und kann zwischen 14 und 18.30 Uhr besichtigt werden. Zum Laternenfest gehört auch das Windhunderennen am Sonntag (10 Uhr) im Jubiläumspark.
Eine Attraktion haben sich die Betreiber von Christis Kiosk, dem ehemaligen Altstadtkiosk, ausgedacht. Sie laden für Samstag 20.30 und 22.30 Uhr zu einer Show mit Elvis-Imitator ein. Am Montag wird das Ganze wiederholt. Für die Kinder findet am Sonntag zwischen 9 und 12 Uhr ein Kinderfest hinter der Russischen Kapelle statt. Von 10 Uhr an lädt der Bahnengolf-Sportverein am Sonntag zu einem Minigolf-Turnier in den Hirschgarten ein. Infos gibt es unter Telefon (0 61 72) 3 33 75. Am Wochenende will der Lions-Club bei seiner Tombola vor der Homburger Akademie 25 000 Lose zum Preis von je 1 Euro verkaufen. Als Preise winken Kurzurlaube, Schmuck und Fahrräder.
Doch was wäre das Laternenfest ohne Festzug! Der Zug startet am Samstag von 20.30 Uhr in Kirdorf, am Sonntag in Ober-Eschbach. Der Kinderfestzug läuft am Montag (20.30 Uhr) vom Elisabethenbrunnen zum Jubiläumspark. Dort findet von 19.30 Uhr an auch die Abschlussveranstaltung mit dem obligatorischen Feuerwerk (21.30 Uhr) statt. (aw)
Lesen Sie morgen das ausführliche Laternenfest-Programm in der Beilage der Taunus Zeitung.
 
Den Horex-Ladys geht ein Licht auf Jubiläumswagen zum Laternenfest
Von Claudia Rundel
Bad Homburg/ Seulberg. Wer den Marklof`f’schen Bauernhof in diesen Wochen abends betritt, wird sein blau-weißes Wunder erleben. Eben jene Farben sind die Vereinsfarben des Horex Clubs Taunus und dominieren den Laternenfestwagen des Clubs, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert.
Wenn sich am Wochenende der festliche Lindwurm in Bewegung setzt, sind die Motorradfreunde nicht zum ersten Mal dabei. «Ende der fünfziger Jahre muss es einen Wagen gegeben haben», weiß Vorsitzender Frank Böttcher aus Erzählungen. Ob tatsächlich und wann, sei nicht mehr festzustellen. Fest steht dagegen, dass die PS-Fans zur 1200-Jahr-Feier Bad Homburgs 1982 einmal einen Wagen stellten. Wiederbelebt wurde die Idee im vergangenen Jahr auf Böttchers Initiative. 2004 ist das Jubiläumsjahr für den Horex Club und damit natürlich Motto des Wagens. Eine Horex Regina 350 – standesgemäß Baujahr 1954 – ist Blickfang des zwei mal fünf Meter großen Gefährts. «Zumindest soll es mal eine werden», lacht Böttcher, denn noch besteht das alte Zweirad hauptsächlich aus dem nackten Fahrgestell. Sattel und Schutzbleche fehlen. Der Motorblock liegt auf einer selbst gebauten Werkbank. Der Seitenwagen neben der Regina hingegen ist nahezu komplett, fertig lackiert und mit vielen Lichterketten fertig fürs Fest. «So sieht es eben in einer Werkstatt aus», weiß Böttcher um das nie enden wollende Basteln und Schrauben an den alten Zweirädern. Denn rund 60 Fahrzeuge haben die Mitglieder des Clubs noch im Bestand. Gebastelt und gearbeitet haben seit Anfang Juli auch Daniela Quirin, Dagmar Matern, Daniela Schmandt und Marc Schmidt. Sie gehören neben Böttcher zum harten Kern, der wie schon im vergangenen Jahr nach Feierabend kräftig Hand anlegt. «Die Illumination ist Damensache», erklärt Böttcher. Aber auch der Entwurf geht zu großen Teilen auf die Kreativität des Damen-Trios zurück.
Neben der alten Horex Regina gibt es ein weiteres, wenn auch nicht ganz so altes Dekorationsstück auf dem Wagen. So wurde das große Vereinsschild, das für die 30-Jahr-Feier produziert worden war, kurzerhand auf den neuesten Stand, will heißen, auf die Jahreszahl 2004 gebracht und schmückt nun den Wagen. Apropos: Wie bei vielen anderen Zugteilnehmern begann die Grobmontage auch für den Horex Club nicht direkt auf dem Wagen, sondern in einem Garten. Als dann aber die Produktion weit genug fortgeschritten war, wurde der große Anhänger dringend benötigt. Der aber war noch im Einsatz auf dem Feld. «Damit es schneller geht, haben wir einfach mitgeholfen», erzählt Daniela Quirin lachend. Jens Markloff, dessen Familie den Anhänger zur Verfügung stellt, wird dafür sorgen, dass sich das schmucke Gefährt sicher durch das Wochenende bewegt – er steuert den Traktor, der den Wagen zieht. In Blaumännern und mit Spuren von Öl im Gesicht werden die Aktiven den Zuschauern zuwinken.
Als musikalische Untermalung gibt es passend Musik aus den fünfziger Jahren. Und die Anlage dazu wird doppelt und dreifach geprüft. Der Grund ist einfach: «Vergangenes Jahr fiel sie gleich zu Anfang aus», erinnert sich Dagmar Matern. Doch ein echter Horex-Fan weiß zu improvisieren. «Wir haben einfach lauthals gesungen», so Matern.
Wenn der Wagen des Horex Clubs vorbeigezogen ist, dürfte sich mancher Zuschauer angesichts des Schildes auf der Rückseite freuen. Denn es ist die Ankündigung eines Leckerbissens für viele Zweiradfreunde. Anlässlich seines 50. Jubiläums hat sich der Horex Club etwas ganz Besonderes ausgedacht. Vom 15. bis 17. Oktober wird es im Bürgerhaus Kirdorf eine Sonderausstellung geben. Zu ihr gehört ein Rückblick auf das vergangene halbe Jahrhundert in Schrift, Bild und Film. Das besondere Schmankerl für die Motorfreunde: 44 Horex-Maschinen der Baujahre 1923 bis 1960 warten auf die Besucher, darunter auch solche, die selten in der Öffentlichkeit zu sehen sind. Zu diesen Besonderheiten zählt etwa der «Gnom».

Frankfurter Rundschau vom 23.8.2004

Katja II. fühlt sich wie im Märchen
Von Cornelia Varwig
Bad Homburg. Ungeduldig rutschen die Kinder auf den Bänken vor der Bühne von einer Po-Backe auf die andere. Wann kommt sie denn nun endlich, die neue Laternenkönigin? So schwer es auch fällt: Warten gehört einfach dazu, wenn eine neue Hoheit ihr Amt antritt. Die wesentlich längere Wartezeit – schon vor Wochen war die Entscheidung gefallen – fand wenig später für die diesjährige Laternenkönigin Katja II. ein Ende: Mit der feierlichen Inthronisation wurde sie am Samstagvormittag vor dem Kurhaus für ein Jahr zur Homburger Regentin gekürt.
Doch zuerst kam die amtierende Laternenkönigin Anette I. vorgefahren – in einem weißen Mercedes Cabrio. Umringt von Fotografen schritt sie zu ihrem letzten offiziellen Auftritt: «Für mich ist ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen», begann sie ihre Abschiedsrede. Sie fand ausschließlich positive Worte für den Rückblick auf ihre Amtszeit und dankte den Mitgliedern des Laternenfestvereins, bei dem sie sich weiterhin engagieren wird. Zum Abschied überreichte ihr der Ehrenvorsitzende der Aktionsgemeinschaft, Ernst Schneidereit, ein Porträt von ihr in Plakatgröße. Und dann war es endlich so weit: In einer Pferdekutsche und in Begleitung der Reiterjugend ihres Reitvereins sie nach über einer Stunde ein: die künftige Laternenkönigin ein. Ihre erste Rede meisterte Katja II., die mit bürgerlichem Namen Katja Winter heißt, mit Bravour. «Schon während der Vorbereitung fühlte ich mich stets wie im Märchen», freute sie sich.
Nach der Übergabe von Krone und Zepter posierten die alte und die neue Königin für diverse Fotos. Dann regnete es Glückwunsch-Reden auf die frisch gebackene Regentin vom Stadtverordnetenvorsteher Franz Josef Ament (CDU) und dem ehrenamtlichen Stadtrat Egon Backhus (FHW). «Möge Petrus von deiner Schönheit so geblendet sein, wie ich es bin», schmeichelte Brezelbursch Norbert März der Königin und beschwor zugleich den Zuständigen fürs Wetter. Die Frage nach dem ersten Gefühl beantwortete Katja II. mit einem Strahlen und einem einzigen Wort: «Schön!»
Die große Feier ging musikalisch zu Ende. Die Big Band Idstein ließ die neue Laternenkönigin hochleben, nachdem sie die Gäste – nach Schätzung der Veranstalter rund 600 – schon zuvor auf Inthronisation eingestimmt hatte. Zum Bedauern von Kirsten Ohlrogge, Vorsitzende des Laternenfestvereins, konnten jedoch nicht alle geplanten Aktivitäten für die große Feier umgesetzt werden: «Wir wollten der Krönungsfeier eine spanische Note geben. Deshalb haben wir das Geschäft Muy Bien aus dem Kurhaus um die Bewirtung gebeten. Leider war die Kur- und Kongreß-GmbH dagegen, dass Paella auf dem Kurhausvorplatz gebrutzelt wird», so die Organisatorin. So gab es dann immerhin Rotwein, Weißwein, Cava und Laugenbrezeln. Nachdem auch die Vorführung des Vereins für Tanz und Darstellende Kunst nicht zu Stande gekommen war, hatte sich die spanische Flamenco-Tanzgruppe aus Frankfurt umso mehr ins Zeug gelegt

Frankfurter Rundschau vom 20.8.2004
Rathausplatz soll sich als Alternative zur "Weed" bewähren
Laternenfest bietet wieder viel Rockmusik unter freiem Himmel / Zug mit 21 Wagen rollt an zwei Abenden durch die Stadt
Rummel, Musik in Hinterhöfen und auf Plätzen, Menschengetümmel in der Innenstadt: Bad Homburg feiert vom 27. bis 30. August sein 57. Laternenfest. "Bad Homburg ... hier blüh' ich auf" lautet das Motto des Laternenfestzugs. Schon diesen Samstag wird Katja Winter zur Laternenkönigin gekrönt.
Bad Homburg · 18. August · off · Die Zeremonie mit Übergabe von Krone und Zepter von Anette I. an Katja II. beginnt am Samstag, 21. August, um 11 Uhr. Die Krönung mit spanischem Touch wird bis gegen 14 Uhr dort gefeiert, wo sie auch im vergangenen Jahr erfolgte: auf dem Platz vor dem Kurhaus. Die dortige Bühne ist auch Zentrum für vier Abende mit Rockmusik, Veranstalter sind der Laternenfest-Verein und das DRK. "Zu spät" habe der Laternenfest-Verein durch den Gemeinschaftskreis Alt Homburg davon erfahren, dass der Laternenfest-Brunnen - gestaltet nach einem Entwurf von Harri Freder - seit 25 Jahren am Marktplatz steht und damit Jubiläum hat, gesteht Kirsten Ohlrogge als Vorsitzende des Laternenfestvereins ein.
Neugierig ist der Verein, ob das Musikangebot am Rathausplatz diesmal als Alternative zum früheren Treiben auf der Weed angenommen wird. Zusammen mit dem Musiklokal Gambrinus wird von Freitag bis Montag (27. bis 30. August) jeweils ab 18 Uhr Party gefeiert, am Freitag und Samstag sind Disc-Jockeys am Werk, für Sonntag hat der Jugend- und Kulturtreff E-Werk die Bands Taktlos, Noise, Cuddit und Recycled engagiert, für Montag hat der Laternenfest-Verein DJ Kunay angeheuert.
Ein weiteres Musikzentrum ist wieder in der Neuen Mauergasse: seit mehr als 25 Jahren bietet der Verein Kulturkiste ein Refugium für Fans der Rockmusik. Von Freitag bis Sonntag treten jeweils ab 17 Uhr insgesamt neun Bands auf, der Eintritt ist kostenlos. Nur wer am Montag die Pink Floyd Tribute-Band Instellar Overdrive hören und sehen möchte, muss zehn Euro (im Vorverkauf acht Euro) bezahlen.
Der Laternenfestverein hebt darauf ab, noch mehr Bad Homburger Vereine für Veranstaltungen zu gewinnen. Als Beispiel nennt Kirsten Ohlrogge das Kuratorium Schlosskirche, das erstmals das Jazz-Konzert im oberen Schlosshof in Eigenregie durchführt: Freitag, 27. August, 20 Uhr mit den Echoes of Jazz. Viele Programmpunkte des Laternenfestes laufen nach traditionellem Schema ab: Am Samstag, 28. August, ist von 10 bis 17 Uhr im Jubiläumspark Zuchtschau der Windhunde, am Sonntag rasen die Vierbeiner von 10 Uhr an einem falschen Hasen hinterher. Es ist das 45. internationale Rennen um den Bad Homburger Silberpokal. Tradition hat auch das Kinderfest am Sonntag von 9 bis 12 Uhr an der Russischen Kapelle. Erwartet werden - je nach Wetterlage - zwischen 500 und 800 Kinder. Die Leitung haben erstmals die ehemaligen Laternenköniginnen Anette Schäfer und Tanja Weber und Ralf Seebach.
"Bad Homburg ... hier blüh' ich auf" ist das Motto des Festzugs, der sich am Samstag um 20.30 Uhr in Kirdorf in Bewegung setzt und gegen 21.15 Uhr vor der Tribüne an der Promenade erwartet wird. Am Sonntag ist zur gleichen Uhrzeit Start in Ober-Eschbach, Ziel ist gegen 21.45 Uhr das Kurhaus. Der Zug wird an beiden Abenden kommentiert.
Zug würdigt vier Jubiläen
Im Festzug, der dem Kurparkjubiläum gewidmet ist, rollen 21 Wagen. Drei weitere Jubiläen werden gewürdigt: 200 Jahre Dillingen, 50 Jahre Grundschule Dornholzhausen und 50 Jahre Horex-Club. Zu den 21 Wagen kommen elf Musikzüge und zwei Garden.
Der Kinderfestzug am Abschlusstag, Montag, 30. August, setzt sich um 20.30 Uhr am Elisabethenbrunnen in Bewegung. Der Verein rechnet mit 400 Kindern, die sich Katja I. anschließen. Bis zum Eintreffen der Kinder im Jubiläumspark gibt es von 19.30 Uhr an Unterhaltung mit Tanz, Sport und Musik, gegen 21.30 Uhr geht der offizielle Festteil mit Feuerwerk zu Ende.
Rund 25 000 Euro gibt der Laternenfestverein für den Festzug aus, er ist laut Schatzmeister Dirk Roesemann der "größte Brocken" im ausgeglichenen Budget. Die Stadt lässt sich das Fest 76 500 Euro kosten, die Kurgesellschaft 1500 Euro. Hinzu kommen noch Erlöse aus dem Verkauf von Anzeigen, Spenden, Kartenverkauf und aus der traditionellen Sammlung der Schausteller.
Das Programm gibt es im Stadtladen im Rathaus und bei Tourist Info + Service im Kurhaus; es steht auch im Internet unter www.laternenfest.de
Taunus - Zeitung vom 20.08.2004

Wehmut zum Abschied von der Krone

Bad Homburg. Es war ein unvergessliches Jahr in ihrem Leben. Und deshalb wird «ein bisschen Wehmut» mitschwingen, sagt Anette Schäfer, wenn sie morgen in ihrer letzten Amtshandlung als Laternenkönigin Anette I. Krone und Zepter an Nachfolgerin Katja II. übergibt.
Auf ihre Eindrücke aus den vergangenen zwölf Monaten angesprochen, kommt die 23-Jährige so ins Schwärmen, dass man sie fast bremsen muss. Schließlich sei für sie mit der Berufung, für die sie sich gegen neun Mitbewerberinnen durchsetzen musste, ein «Traum in Erfüllung gegangen». Diesen Traum hat sie von klein auf in sich getragen. Bei den Kinderfesten hatte die junge Homburgerin damals «mit großen Augen hoch geschaut» zu den damaligen Königinnen des Laternenfestes. Bei diesen Erinnerungen wundert es auch nicht, dass sie als Anette I. im hellblauen Kleid den größten Spaß an den beleuchteten Umzügen und den Kinderfesten hatte, einfach weil sie Kinder «über alles» liebe. Auch die offiziellen Termine seien letztlich halb so schlimm gewesen, das «flaue Gefühl» im Magen gehöre wohl dazu, glaubt Anette Schäfer. Besonders lebhaft geblieben ist ihr der Empfang im Schloss für alle 120 hessischen Hoheiten der verschiedensten Feste, als sie vor Ministerpräsident Roland Koch (CDU) die Begrüßungsrede halten durfte. Der habe sie auf dem Hessentag in Heppenheim wiedererkannt, doch statt zu warten, bis die Laternenkönigin von ihrem hohen Sitz auf dem Festwagen der Homburger Feuerwehr heruntergehoben werden konnte, kletterte der sportive Landesvater zur Begrüßung gleich selbst nach oben.
Anette Schäfer ist überzeugt davon, dass sie von dem Jahr mit den vielen wichtigen Repräsentationsaufgaben profitiert hat. «Es hat mir sehr viel Selbstsicherheit gegeben, ich hätte vorher nicht gedacht, dass ich vor Publikum frei reden kann.» Es hätten sich einfach in allen Bereichen ihre Erwartungen erfüllt, und sie habe viele Freunde gewonnen – nicht zuletzt im Laternenfest-Verein. So hat sie der Vorsitzenden Kirsten Ohlrogge zugesagt, schon ab diesem Jahr mit ihrer Vorgängerin Tanja Weber das Kinderfest in die Hand zu nehmen. Auf diese Weise könne sie der Stadt und ihrem größten Fest treu bleiben, obwohl sie gerade vor zwei Wochen ihres Freundes wegen nach Wölfersheim gezogen ist.
«Ich hätte auch gerne als Laternenkönigin weitergemacht», sagt Anette Schäfer ohne zu zögern. Auf der anderen Seite will sie es aber keiner ihrer Nachfolgerinnen dieses «Erlebnis» verwehren. «Ich finde es schön, dass jedes Jahr ein neues Mädchen die Chance dazu hat», kann Anette I. nach ihren Erfahrungen jeder jungen Frau nur empfehlen, mitzumachen. Einen Tipp kann sie ihrer Nachfolgerin Katja II. mit auf den Weg geben: Mit Freude und Spaß sollte sie an alle Termine herangehen, dann werde der ganze Trubel auch nicht stressig. Zumindest dann, wenn man so eine «kulante» Chefin hat wie Anette Schäfer bei der DWP-Bank, einem Institut für Wertpapierabwicklung. Mit Überstunden habe sie an ihrem Gleitzeit-Arbeitsplatz viele Termine auffangen können, zehn Tage Urlaub seien trotzdem draufgegangen für das einmalige Erlebnis, Laternenkönigin zu sein. (als)

Frankfurter Rundschau vom 18.8.2004
Vorfreude auf den Zug
Die gebürtige Bad Homburgerin Katja Winter wird am Samstag zur Laternenkönigin Katja II. gekrönt. Die 24-Jährige hat den Beruf der Kauffrau für Bürokommunikation gelernt. Als sie befristet bei der Stadt Bad Homburg arbeitete, wurde sie zur Bewerbung fürs Amt der Laternenkönigin ermuntert.
Frankfurter Rundschau: Noch tragen sie weder Krone noch Zepter, haben aber schon den ersten öffentlichen Auftritt hinter sich. Traditionell ist der beim Brunnengebabbel des Gemeinschaftskreises Alt Homburg. Haben Sie sich wohl gefühlt?
Katja Winter: Es war eine tolle Atmosphäre. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen. Es war ein schönes Gefühl.
Konnten Sie in das Laternenfest-Lied einstimmen?
Na ja. Mein Opa hat mir das Lied öfter vorgesungen. Die Melodie hatte ich im Ohr. Für den Text hatte ich einen Spickzettel. Ich werde mir das Lied noch öfter vorspielen, damit es bald sitzt
Wissen Sie das Alter des Lieds und wer es getextet und komponiert hat?
Da muss ich passen.
Wer hat Sie zur Bewerbung animiert?
Eine Kollegin im Rathaus hatte mich im vergangenen Jahr angesprochen. Im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahl war ich damals als Aushilfe im Wahlamt.
Wenn Sie statt Laternenkönigin Oberbürgermeisterin wären, was würden sie als erstes ändern?
Spontan weiß ich nichts, was ich als Oberbürgermeisterin ändern würde. Wenn ich Bundeskanzlerin wäre, würde ich etwas tun, um die Wirtschaftslage zu verbessern und die Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen.
Was reizt Sie an Bad Homburg?
Ich bin hier geboren und bin hier zu Hause. Mir gefallen die schönen Kneipen, Cafés und Pizzerien.
Haben Sie schon mal selbst eine Laterne gebastelt?
Ja, als Kind und zwar in allen möglichen Varianten.
Worauf freuen Sie sich als Königin am meisten?
Die vielen Termine, bei denen ich viele neue Leute kennen lerne, und auf den Festzug.
Wovor haben Sie Bammel?
Ich werde wohl vor den Reden nervös sein. Aber ich studiere sie so ein, dass ich sie fast auswendig kann.
Werden Sie nach Ihrer Amtszeit im nächsten Jahr weiter dem Laternenfest-Verein zu Verfügung stehen?
Bis zu meiner Bewerbung hatte ich mit dem Laternenfest-Verein nichts zu tun. Ich kannte das Fest nur als Besucherin. Es ist interessant, mal hinter die Kulissen zu gucken und zu sehen, wer und was hinter dem Laternenfest steckt. Ich wurde herzlich aufgenommen und werde mich wohl wie meine Vorgängerinnen nach meiner Amtszeit fürs Laternenfest engagieren.
Interview: Waltraut Rohloff
Das Laternenfest-Lied, das der Gemeinschaftskreis Alt Homburg noch singt, hat Paul Grützner 1936 komponiert und getextet. Es gibt seit 1988 eine weitere Version von Peter Eichhorn und seit 1998 einen neuen Text von Sonja Fischer.
Taunus - Zeitung vom 13.08.2004
10 Küsschen für Max Gromer
Von Sonja Karrenberg
Kirdorf. Auf den Tischen stehen kleine Laternen, die zum Leuchten gebracht werden können. Wasser und Saft haben Kaffee und Tee ersetzt. Trotz des schwülen Wetters haben es sich 80 Frauen und Männer vom Gemeinschaftskreis Alt Homburg im «kleinen Saal» des Bürgerhauses Kirdorf gemütlich gemacht. Und sie warten nur auf eine: Katja die Zweite. Die Aufregung ist groß – und da kommt «sie» auch schon . . .
Die Stimmung ist fröhlich-aufgeregt. Das traditionelle Lied «Das Laternchen» wird angestimmt, Katja II. – mit Laterne in der Hand – schreitet durch den Saal, ihr «Hofstaat» folgt ihr unauffällig. Lydia Schumacher begrüßt die Gäste. «Wir wollen der künftigen Laternenkönigin die Scheu nehmen vor der Krönung», so die zweite Vorsitzende des Gemeinschaftskreises. Also wurde auch in diesem Jahr die Tradition beibehalten, dass die Laternenkönigin bereits vor ihrer offiziellen Krönung bei «Alt Homburg» vorbeischaut.  
Schumacher zeigt sich begeistert von dem «Traumgebilde aus Taft», das Katja trägt. «Da muss man ja erstma rischtig gugge», witzelt Schumacher. Anschließend wünscht sie Katja viel Glück für ihr Amt und hofft, dass sie dabei «unbekümmert» bleibt. «Katja II. wird das Zepter schwingen und uns dabei viel Freude bringen», heißt es schließlich diesmal in dem Gedicht, welches wie jedes Jahr individuell für die Laternenkönigin verfasst wurde. Besonders Katjas markante Augen sowie ihre große Liebe für Pferde hebt Schumacher in dem Gedicht hervor. Daraufhin begrüßt sie die «charmante Damenriege» neben Katja: Vier ehemalige Laternenköniginnen sind es diesmal, die ihre Nachfolgerin zum ersten offiziellen Termin begleiten, darunter auch Kirsten Ohlrogge, die heutige Vorsitzende vom Laternenfestverein. Alt-Homburg-Vorsitzender Max Gromer alias «der Rosenkavalier» überreicht den fünf Damen Blumen und kann sich über insgesamt zehn Küsschen von den Damen freuen.
Aus dem Publikum hört man von mehreren Seiten «und sie lacht immer so schön». Wie wahr: Auch bei ihrer Rede schafft es Katja, die Aufregung hinter ihrem sympathischen Lächeln zu verstecken. Als «waschechte Homburgerin» freue sie sich auf ihr ehrenvolles Amt. Die Idee, sich als Laternenkönigin zu bewerben, sei ihr erst vor zwei Jahren gekommen. «Und so schnell kann es gehen, nun stehe ich hier», erzählt Katja. Dann folgt ein kurzer Walzer mit Herbert Kraus; er hatte sich extra passend zu Katjas Kleid in einen auberginefarbenen Anzug geschwungen. In der Programmpause signiert Laternenkönigin Katja ihre Autogrammkarten und plaudert mit den geselligen «Alt Homburgern». Es war «heiß, schön und aufregend», fasst die königliche Majestät ihren ersten Auftritt glücklich zusammen – lächelt dabei und strahlt mit ihren großen Augen.

Frankfurter Rundschau vom 11.08.04

Katja trägt einen Traum in Aubergine
Bad Homburg. Der Stoff schimmert in der Sonne, der Wind spielt mit den Rüschen. Elegant, aber zugleich verspielt wirkt das auberginefarbene Kleid der diesjährigen Laternenkönigin Katja Winter aus Kirdorf. Zunächst hatte sich die 24-Jährige ja ein blaues Kleid gewünscht. Aber: «Blau war die vergangenen zwei Jahre dran», schob Kirsten Ohlrogge, Vorsitzende des Laternenfestvereins, diesem Wunsch einen Riegel vor. Dunkelrot war die zweite Wahl – das wäre aber wiederum zu dunkel gewesen. So entschied sich Katja gemeinsam mit Schneiderin Heike Rahusen-Marsch für den auberginefarbenen Stoff. «Und wir sind beide überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war», freut sich die zukünftige Laternenkönigin.
In acht Bahnen ist das Kleid nach unten hin «glockig ausgestellt»; die dreistufigen, gewellten Rüschen in den Farben Rosa, Weiß, Rosa bilden den i-Tüpfel der Komposition. Über dem Kleid trägt Katja die dazugehörige kurze Jacke mit Stehkragen aus dem gleichen Stoff. Ein «Besatz» blitzt am Rand der Ärmel und am Ausschnitt hervor, ist er doch farblich an die helleren Rüschen angepasst. «Aus rein praktischen Gründen haben wir uns für ein zweiteiliges Kleid entschieden», erklärt Rahusen-Marsch. So kann Katja die anstehenden Friseurtermine auch mal nur im Kleid und ohne Jacke hinter sich bringen. Bei der derzeitigen Hitze lässt sich dieser Wunsch nur zu gut nachempfinden.
Der glänzende Stoff nennt sich Taft, während die Rüschen aus seidenem Organza bestehen. Kaum sichtbar: Insgesamt wurden sechs Meter Taft und zehn Meter Organza verwendet. Zudem stecken 30 bis 40 arbeitsintensive Stunden in dem Festkleid. Denn es musste nicht nur genäht, abgesteckt, verändert und anprobiert werden – nein, es wurde auch Zeit für «Besprechungen» eingeplant. Viele Ideen kamen Heike Rahusen-Marsch auch erst beim «Umherlaufen».
Für Frisur und Kosmetik ist dann später Nicole Morawitz zuständig, auch wenn Katja heute selbst zu Wimperntusche und Lippenstift gegriffen hat. Ihre blond-braunen Haare trägt sie seitlich zurückgesteckt – mit einer silbernen Haarspange. Für die anstehenden Termine soll die Frisur aber variabel bleiben. Je nach Wind und Wetter werden Katjas Naturlocken dann auch mal hochgesteckt.
Die Insignien der Macht – Zepter und Krone – gibt es erst bei der Krönung am Samstag, 21. August. Perlenkette, -armband und Ohrringe stellt bis dahin Juwelier Christ zusammen. Und auch eine Überraschung gibt’s ganz am Schluss: ein Ring von Juwelier Scheurenbrand. «Die königlichen Dessous stammen aus dem Modehaus Bous», berichtet Ohlrogge. Und auch das Schuhgeschäft Duchesse beteiligt sich schon seit mehreren Jahren an der Ausstattung der heimischen Majestät. Die zartvioletten Schuhe mit Absatz geben sich allerdings nur im Sitzen zu erkennen. Nur die Strumpfhosen kaufen sich die Frauen selbst. Alles andere wird von Geschäften des Homburger Einzelhandels gesponsert.
Beim gestrigen Pressetermin wirkt Katja noch recht locker. Sogar das Wetter nimmt sie gelassen auf. Das gehört wohl einfach dazu, wenn man Laternenkönigin werden will. «Das Lampenfieber kommt am Donnerstag», vermutet Katja. Bis dahin muss sie natürlich noch das traditionelle Laternenfestlied auswendig lernen.
Ganz anders sieht es bei Rahusen-Marsch aus, ist es doch schon das achte Kleid, das sie für die Königinnen des Laternenfestes individuell kreiert und anfertigt. «An den Kleidern muss hier und da auch noch etwas nachgebessert werden», erzählt die Schneiderin. «Vor zwei Jahren musste ich sogar nachts noch etwas an dem Kleid der damaligen Laternenkönigin ausbessern», erinnert sie sich. Doch am Ende entschädigt die Wirkung des Kleides auf dem Wagen für alles. Der erste Einsatz von Katja II. findet beim Kaffee-Nachmittag von Alt-Homburg nächsten Donnerstag statt. Und selbst wenn das Wetter schlechter werden sollte, «unter das Kleid passt sogar noch winterfeste Kleidung», witzelt Heike Rahusen-Marsch.

Taunus - Zeitung vom 13.05.2004
Königin Katja: Mit "Teddy" zum Laternenfest-Thron?

Die Nachfolgerin der Laternenkönigin Anette I. steht fest: Aus Katja Winter, hier in der Nähe des Kurparkweihers, wird im August

 
Die Nachfolgerin der Laternenkönigin Anette I. steht fest: Aus Katja Winter, hier in der Nähe des Kurparkweihers, wird im August „Katja II.“ Die 24-Jährige arbeitet derzeit noch bei der Stadt Bad Homburg, aber schon bald im Gestüt Erlenhof. Foto: Reichwein
 
Bad Homburg. "Das Auge" entscheidet natürlich immer mit, wenn eine neue Laternenkönigin ausgewählt wird. Doch in diesem Jahr waren es genau genommen zwei Augen: Sie sind groß, dunkel und gehören Katja Winter aus Kirdorf. "Als ich Katja zum ersten Mal sah, habe ich sie gefragt, wo sie bloß diese Augen herhat", erinnert sich Kirsten Ohlrogge ganz bewundernd und lacht. Die Vorsitzende des Laternenfestvereins ist mit der getroffenen Wahl vollauf zufrieden: "Katja ist sehr lebendig und hat eine tolle Ausstrahlung!" Und: Die 24-Jährige ist kontaktfreudig und kann gut mit Menschen umgehen. Zurzeit beweist sie das als Betreuerin in zwei städtischen Altentagesstätten. In ihrer Freizeit engagiert sie sich im Bad Homburger Reit- und Fahrverein; seit vier Jahren ist sie dort Jugendwartin.
"Ich habe schon auf einem Pferd gesessen, da konnte ich noch gar nicht laufen", erzählt Katja Winter von ihrer großen Leidenschaft. Seit sechs Jahren besitzt sie sogar ein eigenes Pferd: "Teddy", einen braunen Württemberger. Es versteht sich von selbst, dass "Teddy" – neben ihrem Freund und ihren Eltern – einer der Ersten war, der von Katjas bevorstehender Krönung erfuhr. Und wer weiß: Vielleicht könnte "Katja II.", wie die offizielle Bezeichnung sein wird, ja sogar auf Teddy zur Inthronisation reiten? "Ach, Teddy würde das mitmachen", ist sich Katja sicher. Andererseits: Ob das mit einem prächtigen Kleid, wie es einer Laternenkönigin gebührt, überhaupt funktionieren würde?

Gestern Abend hatte Katja bereits ihren ersten Termin bei der Schneiderin. Spätestens dann dürfte es ihr auch so richtig bewusst geworden sein, dass sie es tatsächlich ist, die am 21. August die neue Laternenkönigin wird. Beworben hatte sich Katja weniger aus eigenem Antrieb heraus, als vielmehr wegen des Drängens einer Arbeitskollegin im Bad Homburger Rathaus. "Ich habe auch gar nicht viel darüber nachgedacht, ob es klappen könnte oder nicht", sagt die gelernte Kauffrau für Bürokommunikation. Tja, und dann sollte es für Katja einen "Super-Dienstag" geben. Denn vorgestern, als sie von Kirsten Ohlrogge das freudige Ergebnis mitgeteilt bekam, meldete sich ebenso das Gestüt Erlenhof bei ihr. Bezugnehmend auf eine Bewerbung lautete auch hier die frohe Kunde: Sie sind genommen! "Jetzt kann ich mein Hobby zum Beruf machen", freut sich Katja auf ihre künftige Tätigkeit in der Verwaltung des Gestüts in Dornholzhausen.

Dem Termin-Marathon rund ums Laternenfest sieht Katja gelassen entgegen: "Ich brauche so einen positiven Stress!" Dennoch werden wir ganz genau darauf achten, ob nach dem 20. Termin an zwei Tagen Katjas große Augen nicht vielleicht doch ein bisschen kleiner geworden sind. (os)

Frankfurter Rundschau vom 13.05.04
LEUTE
Katja Winter ·
Die 24 Jahre alte Bad Homburgerin ist neue Laternenkönigin. Das Auswahlgremium des Laternenfestvereins hat sie aus vier Bewerberinnen ausgewählt. Katja Winter, die in Bad Homburg, Friedrichsdorf und Oberursel zur Schule ging, ist laut Mitteilung des Laternenfestvereins Kauffrau für Bürokommunikation. Sie arbeitet bei der Stadtverwaltung Bad Homburg und ist zurzeit in der Altentagesstätte Gartenfeld tätig. Ihr Hobby ist der Pferdesport: Sie besitzt seit sechs Jahren ein eigenes Pferd und ist Jugendwartin des Bad Homburger Reit- und Fahrvereins. Am 21. August soll sie gekrönt werden. Das Laternenfest 2004 findet eine Woche später, also vom 27. bis 30. August, statt. che