Presse 1999

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23.8.99 Taunus Zeitung
Zauber und Glamour "unter dem Regenbogen"

Von Carla Marconi

Bad Homburg. Erstrahlt von einem hellen Licht sitzt Jennifer I. auf ihrem Thron vor der Konzertmuschel im Kurpark. Allein ihr zu Ehren wird auf der Bühne ein Riesenspektakel geboten. 24 Tänzer der Kronberger Dance Company werfen sich in Schale, wechseln während der 30-minütigen Show rund 200 Kostüme und verzaubern das Publikum mit Ausschnitten aus diversen Musicals. Die wilden Tiere aus "Cats" verwandeln sich plötzlich in gefährliche "Vampire der Nacht" oder in fetzige Rock-'n'-Roll-Stars der "Buddy Holly Show". Dies war der Höhepunkt des Gala-Abends für die neue Laternenkönigin.

 Nachdem Jennifer I. am Samstagnachmittag gekrönt worden war, lud sie am Abend zum "Tanz unter dem Regenbogen" ein. Und dazu ließen sich die Homburger nicht zwei Mal bitten; die 160 Karten für die Veranstaltung waren fast alle verkauft. Den Gästen Ihrer Majestät wurde denn auch ein buntes Programm geboten.

 Den Auftakt machte die Laternenkönigin selbst, indem sie ganz ergriffen, mit Tränen in den Augen, ihrem Festvolk für die Unterstützung dankte. Später entführte der Zauberer Don Futschikato die Besucher in die Welt der Magie. Verknotete Seile wurden unter seinen magischen Händen wieder entknotet, verlängert oder verkürzt. Der Zauberer spendet die Gagen für seine Auftritte übrigens einem Kinderdorf in Peru. Und dann begaben sich die Ballgäste schließlich nach draußen, um die brillante Musicalshow in der Konzertmuschel zu verfolgen.

 "Wir haben bewusst den Auftritt der Dance Company nach draußen verlegt, damit auch die Kurgäste und alle Bad Homburger daran teilhaben können", erklärte Horst Bub, Mitorganisator des Abends. Für die musikalische Unterhaltung sorgte - wie in den Vorjahren - die Kapelle Regenbogen.

 Übrigens führte die Laternenkönigin des Vorjahres, Nadja I., durch das Programm. Erst am Nachmittag hatte sie ihr Amt abgegeben.

23.8.99 Taunus Zeitung

Drei Böller und die Insignien der Macht - Jetzt regiert Jennifer I.

Von Niels Scholl

Bad Homburg. Wenn man es nicht mit eigenen Augen sehen würde, man wollte es kaum glauben: Sobald die magischen Worte Laternenkönigin und Inthronisation fallen, kommen die Bad Homburger - ehemals treue Preußen - auf Trab. Auch in diesem Jahr hatte der Laternenfestverein das Volk wieder in den Kurpark geladen, um es an den Freuden der heimischen Monarchie teilhaben zu lassen. In der Konzertmuschel bekam die Laternenkönigin 1999, Jennifer I., Krone und Zepter aus den Händen ihrer Vorgängerin Nadja I. überreicht.

Rund 400 Bad Homburger wollten sich den Höhepunkt am Samstagnachmittag nicht entgehen lassen. Vor allem der Nachwuchs steht auf dieses Spektakel. "Klar freuen wir uns auf das Fest", sagte beispielsweise die 12-jährige Claudia. Kein Wunder, war doch ihre Mama 1975 als Heike I. bereits Bad Homburger Laternenkönigin. Und Claudias gleichaltrige Freundin Marlene präzisierte: "Wir wollen vor allem Karussell fahren, an den Buden vorbei marschieren und nach netten Jungs gucken." Wer weiß, vielleicht sehen wir Marlene oder Claudia irgendwann mal selber als Laternenkönigin wieder . . .

Während dessen versuchte das Fatty Fritz Quintett die eher etwas hüftsteifen Besucher mit heißen Oldies in Schwung zu bringen. "Sie müssen einfach etwas lockerer werden", forderte auch Moderatorin Brigitte Zapf auf. Die Laternenkönigin von 1979 war mit ihren drei Kindern eigens aus München angereist. Lockerheit der ganz besonderen Art präsentierte anschließend die Tanz-Formation "Little Expression". Das Ensemble aus Frankfurt brillierte mit fetzigen Musical-Einlagen und akrobatischen Tanzschritten.

Doch dann war der erste Teil des Programms vorbei, die Inthronisation rückte näher. Eingeleitet wurde die Zeremonie von dem letzten offiziellen Auftritt von Nadja I., die in einem schnittigen Alfa Romeo vorfuhr. "Man sieht es immer wieder, Bad Homburg braucht einfach eine Monarchin", rief sie ihren Untertanen zum Abschied zu. Kurz vor halb sechs wurde dann der rote Teppich ausgerollt, und Jennifer I. kam in ihrem apfelgrünen Kleid stilgerecht in einer Kutsche angerollt.

Anmutig ließ sich Jennifer auf dem Thron nieder und nahm aus den Händen ihrer Vorgängerin die Insignien der Macht entgegen. Drei Böller und der wohlwollende Applaus der Homburger besiegelten ihre Amtsübernahme.

"Wir sind wirklich zufrieden, dass alles geklappt hat", freute sich anschließend die Vorsitzende des Laternenfestvereins, Kirsten Ohlrogge, über die gelungene Auftaktveranstaltung.

Einen Bericht über Jennifers Krönungsball lesen Sie auf der nächsten Seite.

19.5.99 Taunus Zeitung
Unsere Königin heißt Jennifer
Von Michael Jacob
Bad Homburg."Herzlichen Glückwunsch! Das Auswahlgremium ( . . . ) hat Sie zur Laternenkönigin 1999 ( . . . ) gewählt!" Jennifer Alt konnte es kaum fassen, als sie die Zeilen überflog. "Ich mußte mich erst einmal setzen, dann habe ich den Brief immer wieder gelesen." Und dabei wurde immer klarer: Vom 27. bis 30. August wird die 23jährige als Jennifer I. Bad Homburg regieren.

"Wenn ich an all die Termine denke, bekomme ich heute schon Herzklopfen", sagt Jennifer Alt. Als erstes steht nun das Vorgespräch bei der Schneiderin im Terminkalender, dann diverse Vorbereitungsgespräche und schließlich das prall gefüllte Laternenfest-Wochenende im August. "Entsprechenden Urlaub habe ich sofort eingereicht, damit ich auch auf jeden Fall frei bekomme."

Seit November vergangenen Jahres arbeitet Jennifer Alt in der Abteilung für Rückenmarksverletzungen in der Frankfurter Unfallklinik. Ihre Ausbildung zur Krankenschwester hat sie im Bad Homburger Kreiskrankenhaus absolviert, wo sie alle Stationen durchlaufen mußte - "von der Säuglingsstation bis hin zur Knochenchirurgie".

Die zukünftige Laternenkönigin ist ein echtes Homburger Kind: geboren im Kreiskrankenhaus, wohnhaft in Ober-Eschbach, mittlere Reife an der KFS. Daher ging sie in der Vergangenheit natürlich regelmäßig auf das Laternenfest: Festplatz, Jazz-Konzert, Weed, auch mal das Kinderfest mit ihrem Patenkind, besonders aber der Festumzug und das Feuerwerk sind für sie seitdem die Höhepunkte des Heimatfestes.

Als kommende Monarchin freut sie sich besonders auf die Ballonfahrt anläßlich der Inthronisation (wenn das Wetter mitspielt) und den Krönungsball: "Das stelle ich mir einfach fantastisch vor."

Es war früher nie ihr Wunschtraum, einmal Laternenkönigin zu werden. Ihr Entschluß, sich zu bewerben, kam denn auch ganz plötzlich: "Als ich die Meldung in der Zeitung las, dachte ich, warum eigentlich nicht." Dennoch zauderte Jennifer Alt ein wenig. Zwei Wochen schlummerte die Bewerbung zunächst auf ihrem Schreibtisch, ehe die 23jährige sie buchstäblich am letzten Tag bei der Vorsitzenden des Laternenfestvereins, Kirsten Ohlrogge, einwarf. Aus ihrem Bekanntenkreis erfuhr davon niemand etwas.

Als sie dann zum Bewerbungsgespräch kam und all die anderen jungen Damen erblickte, die sich ebenfalls beworben hatten, schwanden ihre Hoffnungen gänzlich dahin: "Alle hatten lange oder halblange Haare - und ich dagegen mit meinem Kurzhaarschnitt." Und dann fühlte sie sich auch noch viel zu nervös, um überhaupt ein vernünftiges Wort sagen zu können. Doch die Jury hatte sie schnell überzeugt.

So wird Jennifer I. am Samstag, 21. August, aus den Händen ihrer Vorgängerin Nadja I. Zepter und Krone als Zeichen ihrer Regentschaft erhalten.

19.5.99

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