Wie alles begann (Teil 1)

  Teil 2

Im Sommer des Jahres 1934 trafen sich Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft des Homburger Gaststätten- und Beherbergungsgewerbes, um sich Gedanken darüber zu machen, wie man der wirtschaftlichen Krisensituation ihrer Betriebe und der ständig sinkenden Zahl der Gäste Einhalt gebieten könne. Zu der Versammlung hatten die Hoteliers und Gastwirte auch Bürgermeister Erich Meusel und den Leiter des Verkehrsamtes Heinrich Pens eingeladen. Man suchte nach einer besonderen Art der Unterhaltung und des Vergnügens, kurz einem Fest, das besonders die auswärtigen Besucher ansprechen und wieder nach Homburg ziehen sollte. Es wurden verschiedene Vorschläge gemacht, die auch großen Beifall fanden. Doch wusste niemand, wie die finanzielle Seite eines solchen Festes bewältigt werden sollte. Denn sowohl der Arbeitskreis des Gaststätten- und Beherbergungsgewerbes als auch die Stadt selbst waren nicht in der Lage, irgendwelche Geldmittel zur Verfügung zu stellen. Die durchgeführten Spendensammlungen seitens der Hoteliers und Gastwirte brachten keinen Erfolg. So verging das Jahr 1934, ohne dass einer der Festvorschläge verwirklicht werden konnte.

Zu Beginn des Jahres 1935 legte dann der Leiter des Verkehrsamtes, Stadtinspektor Heinrich Pens, den Plan vor, am letzten Wochenende im September ein Laternenfest durchzuführen. Er hatte konkrete Vorstellungen von diesem Fest. Es sollte dem baulichen Charakter der Stadt entsprechen und vor allem bei den Bewohnern Zustimmung finden. Das Stadtbild sollte durch viele Lichter zusätzlich hervorgehoben werden und die gerade verlaufende Louisenstraße bot den richtigen Hintergrund für Licht, Spiel und Tanz. Der Vorschlag fand allgemeine Zustimmung und Bürgermeister Meusel und Stadtkämmerer Nöldner sicherten die im Rahmen ihrer Möglichkeit liegende finanzielle Unterstützung zu. Das war die Geburtsstunde des Homburger Laternenfests. Im Spätsommer 1935 erstrahlte Homburg zum ersten Mal im Glanz der vielen Laternen und Lichter. Als das letzte September-Wochenende heranrückte, war die ganze Stadt mobilisiert - und machte mit, um das erste Laternenfest zu einem Ereignis werden zu lassen. Die Stadt stand ganz im Zeichen der „Laternen“ Es wurde ein voller Erfolg und übertraf alle Erwartungen. Die Stadt und jede Ausschmückung Homburgs stand im Zeichen der Laternen und jeder Hausbesitzer und Wohnungsinhaber machte mit und wollte kein „Dunkelmann“ sein. Die Innenstadt war ein einziger Festplatz, auf dem sich Tausende von Menschen drängten, die durch intensive Plakatwerbung in der Umgebung und sogar durch einen Rundfunk - Spot angelockt wurden. Man war sich darüber einig, das Laternenfest zu einem festen, jährlich Ende August/ Anfang September stattfindenden Bestandteil der Stadt Homburg werden zu lassen.