Teil 1

Die ganze Stadt war ein Festplatz (Teil 2)

  Teil 3

IDie Rummelplätze auf dem Schloßplatz, auf dem Waisenhausplatz und auf dem Bahnhofsvorplatz zogen die Menschen an, die fast alle eine selbst gebastelte Laterne trugen. In Hinterhöfen und in der Altstadt gab es Biergärten, die Metzger verkauften belegte Brötchen und überall brutzelten die Würstchen und strömten einen verlockenden Duft aus. Montagnachmittag schlossen die Betriebe; Chefs, Angestellte und Arbeiter zogen zusammen in irgendeine Stammkneipe. Dann zogen die Kinder durch die Straßen und der Festzug, der damals noch nicht unter einem bestimmten Motto stand. Ein Wagen war besonders schön, der des Schreinermeisters Pfeiffer: Ein Hochsitz, ganz aus gelben Marechel-Rosen gestaltet, für die Laternenprinzessin, die es zunächst nur bei diesem Fest gab. Die Idee wurde erst nach dem Krieg wieder aufgegriffen. Es gab sogar eine neue „Homburger Lokalhymne“, ein eigenes Laternenfestlied, das von Paul Grützner komponiert wurde.

Nur dreimal, 1935, 1936 und 1937, konnten die Homburger ihr neues Heimatfest so richtig genießen. 1938 wurde es, weil im Taunus die Kinderlähmung ausgebrochen war, nur „reduziert“, d.h., ohne Festplatz und Festumzüge, nur mit geselligem Treiben und geschmückten Häusern gefeiert. Ein Jahr später erloschen die Lichter, weil der Zweite Weltkrieg, ausbrach.