Teil 3

Retter aus der Krise: Ein Verein
(Teil 4)

  Teil 1

In den 60er Jahren geriet das Laternenfest in eine Krise. Weitaus weniger Häuser als früher wurden mit Laternen bunt geschmückt, die Geschäftsleute machten sich kaum noch Mühe, ihre Schaufenster laternenfestlich zu dekorieren und erheblich weniger Besucher kamen zu dem Fest. Die Zeiten, in denen wie 1950 das Laternenfest als Höhepunkt für die ganze Stadt empfunden wurde, in dem der Magistrat, Stadtverordnete und Laternenfestausschuss mit blauweißen Laternen gemeinsam vom Schloß zum Festplatz zur Eröffnung zogen – als „ Ausdruck ihrer stetigen Verwurzelung in der Bürgerschaft" – schienen vorbei zu sein.

Das Fest wurde viele Jahre lang - bis 1972 -  vom Kur- und Verkehrsverein geplant und gestaltet. 1973 gab der Verein die Verantwortung ab. Ausgangspunkt für die Gefährdung des Heimatfestes war die Festplatzfrage. Das große Gelände am Bahnhof war mittlerweile mit Firmengebäuden bebaut und auf dem kleinen Platz vor dem Bahnhof sollte das neue Stadthaus entstehen.

Mehrmals forderte der Kur- und Verkehrsverein die Stadt auf, einen anderen Festplatz zur Verfügung zu stellen. Doch der Magistrat blieb untätig und der KVV stellte seine Bemühungen ein.

Für eine Gruppe um den damaligen Stadtverordnetenvorsteher Harald Fechtner und den seinerzeitigen Kulturdezernenten Wolfgang Hof aber kam eine „schöpferische Pause" nicht in Frage. Das Laternenfest durfte nicht sterben. Abgesehen davon gestaltete sich für sie das Laternenfest schon lange nicht mehr so, wie sie es sich eigentlich vorstellten, nämlich die Innenstadt als Zentrum eines Straßenfestes, die Idee der Gründerväter aufgreifend.

Rund 20 Aktive bildeten 1973 einen Organisationsausschuss, aus dem ein Jahr später der „Verein zur Förderung und Gestaltung des Bad Homburger Laternenfestes e.V." hervorging, der noch heute das Fest mit sehr viel Engagement und großem Erfolg ausrichtet. Unter dem Vorsitz von Wolfgang Hof, der sein Amt nach 25 Jahren an Kirsten Ohlrogge, einer ehemaligen Laternenkönigin, abgab, entwickelte es sich schnell wieder zu einem der größten Heimatfeste der Region.

Zu einem festen Bestandteil gehören heute noch der Festzug am Samstag- und Sonntagabend mit einer Prämierung, der Kinderfestzug am Montagabend ebenfalls mit der Prämierung der schönsten Laternen, das Kinderfest hinter der russischen Kirche, die Krönung der Laternenkönigin und das Abschlussfest im Jubiläumspark mit großem Höhenfeuerwerk. Die Laternenkönigin bildet den Mittelpunkt des Festes und wird seit vielen, vielen Jahre von Sponsoren der Stadt Bad Homburg und Umgebung dankenswerterweise ausgestattet.

Das Laternenfest hat sich sicherlich im Laufe der Jahre verändert und der modernen Zeitströmung angepasst. Es erlebte und erlebt Höhen und Tiefen. Der Kommerz hat auch hier nicht Halt gemacht und die vielen Hinterhöfe und privaten Initiativen sind verschwunden. Es gibt zahlreiche gesetzliche und rechtliche Auflagen, die es immer schwerer werden lassen, das Laternenfest durchzuführen. Und bedauernswerterweise sind die Bürger, Bewohner und der Einzelhandel dieser Stadt nicht immer geschlossen dabei, wenn es heißt: „Dekoriert und schmückt Eure Häuser, denn alle machen mit…“ Doch es zeigt auch aufgrund vieler beliebter Festteile unwiderrufliche Stabilität. Und solange es  Bürger und Menschen gibt, die dieses Fest mit Liebe und Herzblut gestalten und ausrichten und Vereine, die aktiv bei Festzug dabei sind und Festwagen bauen, wird es nicht untergehen.